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Nachricht vom 24.06.2019    

Bahn kollidiert mit Auto: Retter übten den Ernstfall

Die sechs Praxisanleiter der drei Lehrrettungswachen des DRK-Kreisverbandes Altenkirchen, Kirchen und Wissen, an denen auch die Notarztstandorte untergebracht sind, hatten sich ein anspruchsvolles Übungsszenario ausgedacht. Im Bereich der Westerwald-Schule (Realschule plus) in Gebhardshain sei es zu einem Unfall gekommen, so lautete die Information, die zur Alarmierung von Feuerwehren und dem Rettungsdienst führte.

Groß angelegte Übung für die Feuerwehren und den Rettungsdienst. (Foto: kkö)

Gebhardshain/Steinebach. Am Samstag, 22. Juni, fand in der Nähe der Westerwald-Schule Gebhardshain eine groß angelegte Übung für die Feuerwehren und den Rettungsdienst statt. Die Ausgangslage der Übung, die die Praxisanleiter der drei Lehrrettungswachen des DRK-Kreisverbandes ausgearbeitet hatten, war ein Verkehrsunfall zwischen einem Triebwagen der Daadetalbahn und einem PKW. Übungsbeobachter kamen aus den umliegenden Feuerwehren und den Ortsverbänden des DRK.

An dieser Übung nehmen auch die Auszubildenden zum Notfallsanitäter teil, so erläuterte es Mike Matuschewski, Leiter Rettungsdienst im Kreisverband. Viele der Auszubildenden waren bereits vorher, im Rahmen des FSJ oder im Bundesfreiwilligendienst, beim DRK tätig. Matuschewski weiter: „Die Ausbildung zum Notfallsanitäter basiert auf dem seit 2014 bestehenden Berufsbild und dauert drei Jahre. Unsere bereits lange im Rettungsdienst tätigen Mitarbeiter haben eine Qualifizierung durchlaufen“. Bei dieser Übung, sollte vor allem die Zusammenarbeit zwischen dem Regelrettungsdienst, also dem Hauptamt, mit den ehrenamtlichen Kräften des Katastrophenschutzes geübt werden, so Matuschewski.

Die „Lage“ stellte sich für die zuerst eintreffenden Einheiten so dar, dass ein PKW, besetzt mit mehreren Personen, mit einem Triebwagen der Daadetalbahn, in dem sich eine zunächst unbekannte Zahl von Reisenden befand, zusammen gestoßen war. Die Besatzung des ersten Rettungswagens ließ sofort den entsprechenden Alarm auslösen. Auch die Feuerwehr aus Steinebach erweiterte den Alarm auf die Einheiten Rosenheim und Kausen. Kausen stellte einen Rüstwagen und den Einsatzleitwagen. Der Notfallsanitäter des ersten Rettungswagens übernahm die Funktion eines organisatorischen Leiters (OrgL) bis zum Eintreffen des planmäßigen OrgL des Kreisverbandes. Diese Funktion hatte am „Unfalltag“ Rainer Kohl. Die Feuerwehr Steinebach sowie der Rüstwagen aus Kausen bereiteten die technische Rettung der Verletzten vor. Unterstützt wurden die örtlichen Feuerwehren durch ein Fahrzeug der Feuerwehr Betzdorf. Weitere Kräfte standen in Bereitschaft, um beim Transport der Verletzten zu unterstützen. Die „Verletzten“ waren vom Team realistisch geschminkt und auf ihre Aufgabe vorbereitet worden. So wurde eine vermeintliche Handamputation ebenso vorgefunden wie auch schwere Verletzungen bei den Reisenden im Zug.




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Gemeinsam mit dem Orgl übernahm die leitende Notärztin Lisa Roth die Koordinierung der Versorgung und legte dann die Reihenfolge des Transportes fest. Bei der Rettung der „Verletzten“ musste die Feuerwehr zunächst die Information über die Sperrung der Bahnstrecke abwarten. Die Bahn entsandte den Notfallmanager Wolf Rosenthal zur Einsatzstelle. Die Notfallmanager haben eine längere Anfahrzeit. Im PKW waren vier Personen eingeschlossen, so dass ein Zugang nur mit dem Einsatz von technischem Gerät möglich war. Der „Fahrer“ des PKW, bei der Übung natürlich ein „Dummy“, war noch an der Einsatzstelle verstorben. Aus dem Triebwagen waren elf „Verletzte“ zu retten. Die Feuerwehr „verschaffte“ dem Rettungsdienst Zugänge und unterstützte dann beim Transport zum Behandlungsplatz, der durch den Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-San), der zur sogenannten medizinischen Task Force (MTF) gehört und den Einheiten des Katastrophenschutzes vorbereitet wurde.

Feuerwehr Einsatzleiter Michael Kreuels war mit dem Ablauf der Übung zufrieden. Bei dieser für die Feuerwehren unangekündigten Übung waren rund 50 Kräfte der Wehren sowie 30 Kräfte der verschiedenen Katastrophenschutzeinheiten vor Ort. Besonders schwierig war die Situation, so Kreuels, für die Atemschutzkräfte, die den Brandschutz sicherstellten. Mike Matuschewski, Leiter Rettungsdienst im Kreisverband des DRK, war mit der Umsetzung der Vorgaben aus dem Konzept „Massenanfall von Verletzten“ (ManV) zufrieden. Die seit 2018 eingeführten Kennzeichnungswesten für den „1. Notfallsanitäter“, der die Aufgabe des organisatorischen Leiters,bis zum Eintreffen der Verstärkungskräfte wahrnimmt, hat sich bewährt, so Matuschewski. Bei den herrschenden hochsommerlichen Temperaturen war eine ständige Ablösung der Einsatzkräfte erforderlich. Die Übungsbeobachter machten sich viele Notizen und zeigten sich mit dem Verlauf zufrieden. Die genaue Auswertung wird erst später vorliegen. (kkö)


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