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Nachricht vom 21.03.2010    

Landrat Michael Lieber führt den DRK-Kreisverband

Der DRK-Kreisverband Altenkirchen hat seit Samstag Nachmittag einen neuen Vorsitzenden. In der Elkenrother Sporthalle wählte die Kreisversammlung Landrat Michael Lieber zum Nachfolger von Dr. Alfred Beth, der das DRK im AK-Land fast 30 Jahre lang geführt hatte. Beth wurde im Beisein des Präsidenten des Landesverbandes, Rainer Kaul, von den Mitgliedern mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Kreis Altenkirchen/Elkenroth. Der Präsident des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Rainer Kaul, brachte es auf den Punkt: "Das ist eine tolle Leistung." Damit meinte Kaul nicht nur die "außergewöhnlich lange Amtszeit" von Dr. Alfred Beth als DRK-Kreisvorsitzender, sondern auch dessen ehrenamtliches Engagement über eine solch lange Zeit. Kaul dankte Beth bei der DRK-Kreisversammlung am Samstag, 20. März, in Elkenroth für dessen vorbildlichen Einsatz im Namen der 240.000 DRK-Mitglieder im Land. Kaul sagte, das Ehrenamt sei und bleibe die Basis für das DRK, das mache seine Stärke aus. Dazu gehöre auch, dass sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bereit erklärten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Dies habe Beth in vorbildlicher Weise vorgelebt. Nicht zuletzt deshalb habe der Kreisverband Altenkirchen eine eindrucksvolle Bilanz vorzuweisen und sei einer einer der Aktivposten im ganzen Land.
Aber Kaul verschwieg auch nicht, dass angesichts der wachsenden Aufgabenbereiche der Organisation in gewissen Bereichen mit ehrenamtlicher Tätigkeit die Arbeit nicht mehr zu schaffen sei. Er nannte als Beispiel das Thema Gesamtschulen, wo man die Chance habe, mit außerschulischen Angeboten einzusteigen.
Auch was das Krankenhauswesen und die Senioreneinrichtungen betreffre, müsse das DRK Flagge zeigen. Deshalb seien auch im Kreis Altenkirchen erhebliche Mittel investiert worden.
Hart werde es das DRK und hier vor allem den Rettungsdienst treffen, sollte der Zivildienst von neun auf sechs Monate verkürzt werden, sagte Kaul. Alleine in Rheinland-Pfalz wären 750 Zivis davon betroffen. Wenn man von der Ausbildungszeit von drei Monaten ausgehe und Urlaubszeiten etc. dazurechne, werde bei einer Verkürzung die Beschäftigung von Zivildienstleistungen nicht mehr wirtschaftlich, rechnete Kaul vor.
Auch auf die Notarztproblematik ging Kaul ein. Der Präsident stellte klar, dass das DRK nicht die zuständige Instanz für die Notärzte sei. Das Problem sei, dass es vor allem in ländlichen Gebieten zu wenige Ärzte gebe. Das habe dazu geführt, dass es in vielen solcher Regionen nur noch einen zentralen Notarztstandort gebe. Kaul zeigte sich zuversichtlich, dass für den Kreis Altenkirchen in Gesprächen mit den Krankenkassen eine befriedigende Lösung gefunden wird und die Sicherheit der Bürger gewährleistet werden kann. Dazu werde auch seitens des Landesverbandes alles getan.
Gewürdigt wurde die Arbeit Beths auch von seinem - und jetzt Liebers - Stellvertreter Dr. Peter Enders. Beth habe seine Person nie in den Mittelpunkt stellen wollen. Enders zählte einige der Leistungen in der Amtszeit des scheidenden Vorsitzenden, der seit Ende 1980 das Kreis-DRK geführt hatte, auf. Dazu gehört die Erweiterung der Rettungswache in Wissen im Jahr 1983 ebenso wie der Ausbau der sozialen Dienste, die Erweiterung der Kreisgeschäftsstelle (1988/89), die Gründung der Schnellen Einsatzgruppe (SEG, 1992), die Einrichtung von Rettungswachen in Horhausen und Kirchen, die Renovierung der Rettungswache Wissen, die 50-Jahr-Feier 1998, die Einweihung der Rettungswache Daaden (2001), die Anschaffung des Kindernotarztwagens (2002), der Ausbau und die Renovierung der Rettungswache in Altenkirchen (2006/07) und der Ausbau der sozialen Dienste und die Begründung des DRK-Betreuungsvereins, dessen Vorsitzender Beth ist und bleibt.
In der Amtszeit Beths sei der DRK-Kreisverband stetig gewachsen, was auch für das Jugend-Rotkreuz (JRK) gelte. Seit 1980 sei die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter von 95 auf jetzt 254 gestiegen, die Bilanzsumme von 1,2 Millionen auf 4,7 Millionen und der Umsatz von 1,7 Millionen auf 7,9 Millionen Euro angewachsen. 1980 habe es noch weniger als 5000 Fördermitglieder gegeben, 2008 seien es schon 10.499 gewesen. Diese Zahlen bewiesen den unermüdlichen Tatendrang Beths, sein konsequentes Vorantreiben von Projekten und seine Beharrlichkeit, einmal Begonnenes auch zu Ende zu führen.
Der Vorsitzende des DRK-Ortsverbandes, Konrad Schwan, der das Engagement Beths lange Zeit hautnah miterlebt hat, sagte, es sei anerkenns- und bewundenwert, wie sich der scheidende Vorsitzende in die ehrenamtliche Tätigkeit hineingekniet habe. Dies bestätigte auch Elkenroths Ortsbürgermeister Peter Schwan als Gastgeber. Schwan sagte, die Arbeit des DRK sei geprägt von Menschlichkeit und dem Einsatz für den Frieden. Es gewähre Hilfe für jeden, ohne Ansehen der Person.
In seiner Abschiedsrede dankte Beth, der zuvor unter anderem auch den Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel sowie die Landtagsabgeordneten Dr. Matthias Krell, Dr. Josef Rosenbauer und Thorsten Wehner begrüßt hatte, vor allem seinen Mitarbeitern für die Unterstützung seiner Arbeit. Bei dieser Arbeit gehe es immer darum, eine "schwarze Null" zu schreiben. Das sei in den vergangenen fünf Jahren im Kreisverband auch gut gelungen. Die Tätigkeit des DRK sei nicht unbedingt auf Gewinn ausgerichtet. Das unterscheide die Organisation von Privatunternehmen. Das führe natürlich auch dazu, dass man auf einigen Feldern (wie der Jugendarbeit und sozialen Serviceleistungen) nicht kostendeckend arbeite, da das Leitbild sei, Menschen zu helfen. Die Arbeit des DRK sei aber nicht denkbar ohne die ehrenamtliche Tätigkeit und die zahlreichen Unterstützer. Beth: "Das ehrenamtliche Engagement ist unverzichtbarer Teil unseres Selbstverständnisses und Herzstück des DRK." Das Leitbild des DRK orientiere sich am Menschen und nicht am Gewinn. Auf der anderen Seite sei unverkennbar, dass für immer mehr anfallende klassische soziale Aufgaben auch mehr Hauptamtliche notwendig seien. Beth nannte hier die Entwicklung des Rettungsdienstes, aber auch den Fahrdienst für Behinderte als Beispiele. Beths Credo: "Soviel Hauptamt wie nötig, soviel Ehrenamt wie möglich."
Zum Thema Notärzte sagte Beth, die Diskussion schade auch dem DRK. Auch Beth wies auf die personellen Probleme der Krankenhäuser hin und sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. Gebenenfalls müsse man andere Strukturen finden: "Es müssen endlich Taten folgen. Diese Hängepartie ist nicht länger verantwortbar." Abschließend sagte Beth, er habe sein Amt sehr gerne ausgeübt, auch wenn es nicht nur "Sonnentage" gegeben habe. Der scheidende Vorsitzende dankte allen, die ihn auf seinem Weg unterstützend begleitet hatten.
Umrahmt wurde die Kreisversammlung durch zwei temperamentvolle Auftritte der Senioren-Gymnastikgruppe Brachbach. (rs)

Wahlen zum Kreisvorstand
Die folgenden Mitglieder des Kreisvorstandes wurden einstimmig oder mit nur wenigen Gegenstimmen oder Enthaltungen gewählt:
1. Vorsitzender: Michael Lieber
Stellvertreter: Dr. Peter Enders
Schatzmeister Dr. Andreas Reingen
Kreisverbandsarzt: Harald Pietsch
Justitiar: Heinz Helmut Schneider
Sozialdienstleiter: Alexander Gindi
Beisitzer: Willi Meuler, Udo Schmidt und Bernhard Pohlmann.

Ehrungen:
50 Jahre Mitglied im DRK sind Harry Niedenführ (Hamm, nicht anwesend) und Marlene Eutebach (Betzdorf). Sie erhielten die Ehrennadel in Gold des Generalsekretariats.
Die Ehrennadel in Gold des Landesverbandes für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft erhielten: Ulrich Roth (Brachbach), Bärbel Wildt (Friesenhagen, nicht anwesend), Stefan Jünger (Katzwinkel), Bernd Braun (Birken-Honigsessen, nicht anwesend), Hans Günter Pees (Horhausen, nicht anwesend), Leo Schneider (Katzwinkel), Herbert Kappenstein (Friesenhagen, nicht anwesend), Stefan Schmidt (Katzwinkel).
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Sie verabschiedeten Dr. Alfred Beth (rechts) aus seinem Amt: Stellvertretender Vorsitzender Dr. Peter Enders (links) und Landesverbandspräsident Rainer Kaul. Fotos: Reinhard Schmidt


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