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Nachricht vom 10.04.2010    

Flächendeckende Breitbandversorgung für AK-Land

Die Wirtschafts-Förderungs-Gesellschaft des Kreises hatte in Zusammenarbeit mit der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen alle Bürgermeister des Kreises Altenkirchen eingeladen, um das Modellprojekt aus dem Landkreis Kusel "Flächendeckende Breitbandversorgung" sowie neue Technologien im Breitbandsektor vorzustellen. Landrat ruft Gemeinden zur Kooperation auf.

Kreis Altenkirchen. "Die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen und der Aufbau von modernen Hochleistungsnetzen der nächsten Generation sind entscheidend für die Zukunft eines Standortes", sagte Landrat Michael Lieber bei einem von der Wirtschfafts-Förderungs-Gesellschaft des Kreises Altenkirchen in Kooperation mit der IHK organisierten Treffen der Bürgermeister im Landkreis zum Thema Breitband. Vorgesteltt wurde ein Modellprojekt aus dem Landkreis Kusel.
Ein Ergebnis des Info-Abends Breitband in der Kreisverwaltung war, dass zur Versorgung mit breitbandigen Internetzugängen die Kooperation mehrerer Gemeinden sinnvoller ist als Bestrebungen einzelner Orte. Der Landrat wird sich daher mit einem Schreiben unmittelbar an die Ortsgemeinden wenden, um das Interesse an einem Gemeinschaftsprojekt abzufragen.
Auch die IHK befürwortet eine Kooperation der Gemeinden unter der Federführung des Kreises und legte die Bedeutung von schnellem Internet für die Unternehmen der Region dar: "In der Wirtschaft ist das Internet schon längst nicht mehr wegzudenken. Annähernd 100 Prozent der Unternehmen nutzen das Internet regelmäßig. Unternehmen haben einen Anspruch auf einen schnellen Internetzugang", so Dr. Dold von der IHK Koblenz.
Auch Oliver Schrei von der Wirtschafts-Förderungs-Gesellschaft des Kreises unterstrich die Bedeutung des Internets: "Im Jahre 2001 nutzten erst 37 Prozent der Bevölkerung das Internet, während es heute fast doppelt so viele sind. Zudem werden für die private sowie für die unternehmerische Nutzung des Internets immer größere Datenmengen verschickt und empfangen. Dies bedeutet, dass immer größere Bandbreiten benötigt werden. Welche Gemeinde heute glaubt, mit einer 3 Mbit Leitung für die Zukunft gerüstet zu sein, liegt falsch."
Prognosen besagen, dass schon in den nächsten vier Jahren Bandbreiten um die 50 Mbit von Privathaushalten, aber vor allem von Unternehmen verlangt werden. Die Referenten waren sich einig, dass von Seiten der deutschen Telekom kein flächendeckendes Engagement in Sachen DSL-Ausbau im ländlichen Raum zu erwarten sei. Es müssten also alternative Versorgungskonzepte für die für Unternehmen lebens­notwendigen Datenautobahnen gefunden und Fördermöglichkeiten durch das Land ausgelotet werden.
Die WFG konnte den Kontakt zum Landkreis Kusel herstellen, wo eine flächendeckende Breitbandversorgung mit Fördermitteln durchführt werden konnte. So stellten Thomas Weyrich und Holger Flick vom Wirtschaftsservicebüro des Landkreises Kusel das erfolgreiche Projekt den anwesenden Bürgermeistern vor. Durch ein Solidaritätsprinzip und eine interkommunale Kooperation, wonach die Kosten der flächendeckenden Breitbandversorgung unter den Ortsgemeinden gleichmäßig verteilt wurden, konnte das Projekt mit einer 90-Prozent-Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz realisiert werden. Hierdurch ist der Landkreis Kusel annähernd vollständig mit Breitband versorgt.
"Diese Vorgehensweise könnte auch ein Weg für den Landkreis Altenkirchen sein, um eine flächendeckende Breitbandversorgung mit Fördermitteln erreichen zu können", so Landrat Lieber.
Robin Weiand von der RWE Rheinland Westfalen Netz AG sowie Michael Leidinger Vorstand der VSE Net stellten die Überlegungen der RWE als kommunaler Partner im Zusammenhang mit der Breitbandversorgung im ländlichen Raum dar. "Bis 2020 wird der Breitbandbedarf bei 100 Mbit liegen. Daher muss schon heute mit dem Aufbau der Infrastruktur begonnen werden", so Leidinger. So werde aktuell geprüft, wie Infrastruktursynergien genutzt werden können, das heißt ein leistungsstarkes Glasfasernetz im Zuge von Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen des Energienetzes "mitverlegt" werden könnte.
Die Firma OR Network hat sich auf die Breitbandversorgung im ländlichen Raum via Funk spezialisiert. "Was vor einigen Jahren noch unvorstellbar war, ist heute bereits Realität. Denn mittlererweile können über Funk bereits 30 Mbit erreicht werden und die Entwicklung schreitet weiter voran, sodass die Funktechnik für die Zukunft gerüstet ist", so Oliver Reitz, Geschäftsführer der OR Network.
Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte das Unternehmen Viprinet, wie Unternehmen kurzfristig und preiswert die Bandbreite deutlich steigern können. Hierzu bietet das Unternehmen aus Bingen einen kleinen Router an, der mehrere Breitbandanschlüsse bündelt und somit hohe Bandbreiten erreicht.
Die Veranstaltung zeigte, dass im Technikbereich ständig Fortschritte gemacht werden und der Bedarf nach immer höheren Bandbreiten nicht aufzuhalten ist. Um zukünftig als Standortfaktor wettbewerbsfähig zu sein, muss der Landkreis Altenkirchen gemeinschaftlich die Breitband-versorgung realisieren. Wie am Beispiel Landkreis Kusel deutlich wurde, ist dies im ländlichen Raum ohne Fördermittel und einem interkommunalen Kooperation- und Solidaritätsgedanken nur punktuell umzusetzen. Das gemeinschaftliche Vorgehen mehrerer Ortsgemeinden im Kreis Altenkirchen ist deutlich Erfolg versprechender. Ein Kooperationsprojekt der Ortsgemeinden ist auch aus fördertechnischer Sicht von Vorteil. Die Abfrage des Kreises bei den Gemeinden soll zeigen, ob ausreichend Interesse für eine Teilnahme an einem Gemeinschaftsprojekt vorhanden ist. Nur dann kann ein solches Großprojekt angegangen werden.



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