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Nachricht vom 20.08.2019    

Abriss der Wissener Altstadt-Brücke: Es geht los – Was man jetzt wissen sollte

Von Regina Morkramer

Jetzt ist es offiziell: Am Montag, dem 26. August, beginnt der Abriss der Altstadt-Brücke über die Sieg in Wissen. Das teilt der Landesbetrieb Mobilität (LBM) mit. Bereits ab Freitag, dem 23. August, wird die Brücke gesperrt, die Umleitungen werden ausgeschildert. 14 Monate sollen Abriss und Neubau dauern. Die Umleitung erfolgt über die Alserberg-Brücke. Wir haben noch einmal alle wichtigen Informationen für Anwohner, Pendler und Bürger zusammen getragen.

Jetzt geht es los mit dem Abriss der Wissener Altstadt-Brücke. (Foto: Archiv AK-Kurier)

Wissen. Nun ist es soweit: Nach langer Vorlaufzeit reißt das Land Rheinland-Pfalz die rund 80 Meter lange Siegbrücke in der Wissener Altstadt im Zuge der Landesstraße L 278 bis auf die Pfeiler ab, um sie komplett neu aufzubauen. Baubeginn ist laut Pressemitteilung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) vom 20. August am Montag, dem 26. August. Bereits ab Freitagnachmittag, dem 23. August, wird die Brücke gesperrt und die Umleitung über die so genannte Alserberg-Brücke ausgeschildert. Die Aktivierung der Verkehrssicherung, also die Sperrung der Brücke, wird laut LBM vorgezogen, da die L 278 im Bereich der Siegbrücke für die Ausrichtung des Altstadtfestes am 24. August in Anspruch genommen wird. Damit dient das Wochenende auch bereits dazu, dass sich die Verkehrsteilnehmer umorientieren können. Der LBM bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis und dankt allen Beteiligten „für die kooperative und ergebnisorientierte Zusammenarbeit bei den vorab erfolgten Abstimmungen.“ Wir haben alle wichtigen Informationen für Anwohner, Pendler und Bürger zusammen getragen:

Warum wird die Brücke abgerissen?
Die Brücke an der L 278 ist in die Jahre gekommen und kaputt, auf einem Notensystem von 1 bis 4 des Landesbetriebs Mobilität erhielt sie bei Untersuchungen zuletzt eine Bewertung von 3,5. Der Beton ist undicht, der Stahl korrodiert, die Brücken-Lager sind angegriffen. Um die Verkehrssicherheit und die langfristige Nutzung der Strecke gewährleisten zu können, besteht also dringender Handlungsbedarf. Gleichzeitig lohnt sich die Sanierung wirtschaftlich nicht – einzige sinnvolle Lösung ist somit der komplette Abriss bis auf die Brückenpfeiler und der Neubau. „Obwohl sich die Siegbrücke derzeit augenscheinlich in einem passablen Zustand befindet, ist die Erneuerung des circa 62 Jahre alten Bauwerks auf Grund baulicher Mängel und der erforderlichen Neuverlegung, der im Überbau verlegten Gasleitung, unumgänglich“, teilt der LBM dazu in seiner jüngsten Veröffentlichung nochmals mit. Und weiter: „Eine Ertüchtigung der Spannbetonkonstruktion in einen den heutigen Anforderungen genügenden Zustand ist nicht mehr möglich, wie ausführliche betontechnologische Untersuchungen des Hohlkastenüberbaus sowie der Pfeiler und Widerlager ergaben.“

Was kostet der Neubau?
Der Neubau ist im Vorfeld vom Land Rheinland-Pfalz mit drei Millionen Euro veranschlagt worden.

Wie lange dauern die Baumaßnahmen?
Das Land plant für die Arbeiten bislang rund 14 Monate ein. Bis Herbst 2020 soll der Verkehr dann wieder über die neue Altstadt-Brücke rollen können. Risikofaktoren wie ein sehr kalter Winter und heftiges Hochwasser können die Bauzeit verlängern.

Wie läuft der Abriss?
Begonnen wird mit dem Brückenabschnitt unmittelbar über der Sieg, die hier verrohrt auf aufgefüllt wird. Dann folgen die äußeren Teile der Brücke. Die bestehenden Pfeiler bleiben weitgehend erhalten, auf ihnen werden Betonriegel errichtet, die die Lastenverteilung verbessern.

Wie soll der Verkehr umgeleitet werden?
Als Umleitungsstrecke steht die Alserberg-Brücke („rote Brücke“) zur Verfügung. Allein durch die räumliche Nähe macht das Sinn – problematisch wird die Umleitung aber durch das hohe Verkehrsaufkommen. Über die Altstadt-Brücke rollen bisher täglich nahezu 9.000 Fahrzeuge. Auch wenn davon durch Meidung der Strecke oder andere, großräumigere Umleitungen ein Teil wegfällt, entsteht für die Alserberg-Brücke eine hohe Zusatzbelastung. Sie soll für beide Fahrtrichtungen immer nur einspurig befahrbar sein.

● Ampeln regeln den Verkehr
Zwei Ampelsysteme werden errichtet, um den Verkehr über die Bahnparallele B 62, die Straße Am Güterbahnhof (K 66), die Alserberg-Brücke und die untere Holschbacher Straße, dann weiter über Morsbacher oder Birkener Straße zu führen. Diese Ampeln stehen an der Einmündung der K 66 auf die B 62 an der Bahnunterführung und oberhalb der Brücke an der Kreuzung Holschbacher Straße/Stadionstraße.

● Hermannstraße schafft Entlastung
Unterstützend zur Alserberg-Brücke und anschließender Holschbacher Straße wird der Verkehr verstärkt über die Hermannstraße auf den Alserberg führen. Um den Verkehrsfluss zu unterstützen, soll hier von 7 bis 14 Uhr – bergaufwärts gesehen – auf der linken Seite nicht mehr geparkt werden dürfen. Auch ein beidseitiges Parkverbot wird bei Bedarf in Betracht gezogen.

Warum gibt es keine Ersatzbrücke?
Durch den Brückenabriss und -neubau fehlt Wissen eine von zwei Querungen über die Sieg. Trotzdem kann für die Bauzeit keine Ersatzbrücke errichtet werden, die die Verkehrssituation entspannen würde. Verschiedene Vorschläge wie eine Pontonbrücke oder zumindest eine Fußgängerbrücke wurden vom LBM geprüft und verworfen. Zur Begründung wird der Naturschutz angeführt, denn eine Ersatzbrücke hätte laut LBM auf jeden Fall „massive Eingriffe in die Sieg inklusive Aue sowie in private Grundstücke zur Folge. Die Sieg inklusive der Siegaue unterliegen als FFH-Gebiet einem besonderen landespflegerischen Schutz.“ Eine Ponton-Brücke ist nicht möglich, da der Flusslauf bei drohendem Hochwasser nicht verriegelt darf.

Was können Betroffene tun, um die Situation zu entspannen?
Als besonders belastend in der Umleitungssituation wird von der Stadt und vom Land der Schulverkehr erachtet, der komplett über die Alserberg-Brücke führt. Nicht nur Busse fahren über die Brücke, sondern auch viele so genannte „Elterntaxis“ – also Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Gymnasium und zur Realschule auf dem Alserberg bringen und abholen. So ist davon auszugehen, dass sich der Verkehr besonders morgens und mittags auf und rund um die rote Brücke staut. Um hier Entlastung zu schaffen, bittet Wissens Stadtbürgermeister Berno Neuhoff die Eltern um Kooperation. Mindestens für die Zeit der Baumaßnahmen und der damit verbundenen Umleitungen sollen Schüler nach Möglichkeit den Bus nutzen, statt mit dem privaten PKW zur Schule gebracht und abgeholt zu werden. Neuhoff hofft, dass das Land und der Landkreis sich an einem verbilligten Schülerticket beteiligen. Auch der Fußweg über die Stadionbrücke, vor allem älteren Wissenern als Salamanderbrücke bekannt, bietet sich an, der Weg durch die Unterführung an der B 62, über die Stadionbrücke und weiter bergauf zu den Schulen ist sicher.

Wie geht es danach weiter?
Die neue Brücke steht und der Verkehr kann wieder ungehindert durch Wissen rollen? Leider nicht ganz. Auf den Brückenneubau folgt in absehbarer Zeit und räumlicher Nähe die Erneuerung der Kreisstraße K 66 (Holschbacher Straße) ab der Alserberg-Brücke bis zur Pirzenthaler Straße. Wieder ist dann besonders der Schulverkehr betroffen, so dass hier bereits jetzt eine langfristige Lösung, wie etwa mit subventionierten Schülertickets für den Bus, gefunden werden muss.


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Kommentare zu: Abriss der Wissener Altstadt-Brücke: Es geht los – Was man jetzt wissen sollte

6 Kommentare
Info :
Es wird Zeitnah Kontrollen geben wie die Autofahrer die Hermannstraße als Beipass für den Brückenneubau nutzen.Da dort nur 30/kmh gelten werden alsbald wohl die ersten dort auffällig werden.Desweiteren ist die Lenzstraße für alle Autofahrer Tabu,es sei denn sie wohnen dort.Die Lenzstraße ist nur jeweils einseitig befahrbar und daher nicht für den Öffentlichen Verkehr erlaubt.Besondere Beschilderungen werden die Tage folgen.Speziell in dieser Straße werden verschärfte Kontrollen durchgeführt und eventuelle Anzeigen folgen!
Ein Appell an alle Auto und Motorradfahrer : Probiert halt mal ein miteinander anstatt Egoistische Alleingänge,denn das wird Euch garantiert Geld und zusätzlichen Ärger sparen !
Sowohl der Herr Bürgermeister Berno Neuhoff als auch die Polizei und die Ordnungsbehörde sind über das Geschehen in der Lenzstraße informiert!
#6 von Horst Buhr, am 23.08.2019 um 10:40 Uhr
..ich musste früher auch vom Bahnhof zur Berufsschule laufen;.Hin und Zurück...mein Gott was für ein Gejammere....da habe ich noch gar nicht gewußt, dass die Ortschaft Wissen einen Bürgermeister hat.
#5 von Rainer Walkenbach, am 23.08.2019 um 07:25 Uhr
Der Idee des Herrn Hoberg kann ich mich nur anschließen. Anstatt "Fridays for Future² heißt es dann "Everyday for Future". Nur dies wird bestimmt anfänglich zu diversen körperlichen Beschwerden der Schüler führen ..( Fuß- und Rückenschmerzen, Bewegungsallergie, Sauerstoffallergie .. ). Aber es wird wohl keiner den Mut haben, anzuordnen, dass die Busse nur bis Stadtmitte fahren. Schade.
#4 von Ewald Kallscheid, am 22.08.2019 um 07:21 Uhr
Dann müssen wir aber wieder in die anfang der 80´Jahre zurück wo man noch zu Fuss (oder Fahrrad) sich bewgen müsste. Ob das geht.??? (" Fridays for Future ") lässt grüssen.
#3 von Marcus Kappen, am 21.08.2019 um 21:40 Uhr
Ich hatte die Tage ein persönliches Gespräch mit dem Stadtbürgermeister Herrn Berno Neuhoff.Dieser nahm sich gütigsterweise ein paar Minuten Zeit mein Anliegen anzuhören.Bei dem Problem ging es um die Lenzstraße die als Anliegerstraße deklariert ist.Diese Straße ist nur einseitig befahrbar und sehr eng.Er versprach mir mich diesbezüglich anzurufen,was leider jedoch nicht geschah.Die Lenzstraße mündet unterhalb in die Hermannstraße und wurde bei allen Treffen und Gesprächen schlichtweg ausgeklammert!Wenn die Hermannstraße als Beipass für die Umgehung des Brückenneubaus herhalten soll,was eh nicht so in der geplanten Form funktionieren wird,was ist dann mit den Anliegern der sehr schmalen Lenzstraße??? Man hört und sieht nichts von den Verantwortlichen Herrschaften.Wird uns absichtlich nicht geholfen?
#2 von Horst Buhr, am 21.08.2019 um 16:41 Uhr
Bitte die Bewegung "Fridays for Future" ernst nehmen und den Busverkehr zu den Schulen ab Stadtmitte einstellen. Der neue Trent, wir laufen für unsere Zukunft.
#1 von Andreas Hoberg, am 21.08.2019 um 10:32 Uhr

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