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Nachricht vom 27.08.2019 - 09:33 Uhr    

Alserberg-Brücke: Ausnahmen für Wissener Unternehmen geplant

Nachdem sich etliche Wissener Unternehmen in einem Protestbrief an den Landesbetrieb Mobilität (LBM) gewandt haben, weil sie anders als bislang geplant die Alserberg-Brücke während der Bauarbeiten an der Altstadt-Brücke nicht nutzen können, stellen Stadt und Verbandsgemeinde kurzfristig Ausnahmegenehmigungen in Aussicht. „Wir müssen Lösungen finden für unsere Unternehmen mit Firmensitz in Wissen, die massiv davon betroffen sind“, unterstreichen Stadtbürgermeister Berno Neuhoff und Verbandsgemeinde-Beigeordneter Ulrich Marciniak.

Das Verkehrszeichen 253 (rechts) sorgt für viel Ärger und Wirbel in Wissen: Der LBM Diez hat es angeordnet. Es trennt Betriebe auf dem Alserberg ab und zwingt Unternehmen am Logistik- und Gewerbestandort Wissen zu langen Umwegen. Die Verbandsgemeindeverwaltung will in begrenzten Fällen Ausnahmen auf schriftlichen Antrag genehmigen. (Foto: privat)

Wissen. Auch die Stadt Wissen sowie die Verbandsgemeindeverwaltung Wissen sind von der Regelung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Diez überrascht worden, dass überhaupt keine Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen von ortsansässigen Unternehmen über die so genannte Alserberg-Brücke (Kreisstraße K 66) in Wissen fahren dürfen. Stadtbürgermeister Berno Neuhoff und Ulrich Marciniak, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde (VG) Wissen, informieren hierzu per Pressemitteilung.

Brückennutzung für LKW war eingeplant
In allen Gesprächen – am 16. April am Runden Tisch, in der Verkehrskommission am 10. Juli und noch zuletzt am 12. August im Bauausschuss der Stadt Wissen – ging man davon aus, dass es für Unternehmen am Standort Lösungen geben wird. Immerhin ist Wissen nicht nur ein wichtiger Schulstandort mit Gymnasium, Realschule plus und Förderschule auf dem Alserberg und Altbel, Wohn- und Pendlerstandort mit Bahnhof, sondern auch ein wichtiger Standort für Gewerbe und Logistik. Die Stadt Wissen und die Verbandsgemeindeverwaltung Wissen, so die Pressemitteilung, hatten in der Verkehrskommission vor mehr als einem Monat angeregt, dass die Brücke zum Alserberg abwechselnd einseitig befahrbar bleibt und auch eine andere Ampelschaltung gewählt wird. Am Donnerstagabend (22. August), als die Ampeln geschaltet wurden, war klar, dass der LBM anders entschieden hat. „Hätte man das direkt klar gesagt, wären uns viel Ärger und Telefonate am Freitag erspart geblieben und man hätte früher seitens der Verbandsgemeindeverwaltung reagieren können", so Stadtbürgermeister Berno Neuhoff und VG-Beigeordneter Ulrich Marciniak in einer ersten Reaktion auf einen Brandbrief betroffener Wissener Unternehmer. Der AK-Kurier berichtete hierzu.

Stadt und VG wollen Firmen helfen
„Die verkehrsbehördliche Anordnung ist alleine Sache des Landesbetriebs Mobilität in Diez und wir haben uns als Stadt und Verbandsgemeinde Wissen an diese zu halten und können und werden sie nicht außer Kraft setzen können. Denn das Land alleine ist Träger der Baumaßnahme und für den Abriss der Siegbrücke und Umleitungsregelung verantwortlich“, erläutern die beiden Vertreter von Stadt und VG, Neuhoff und Marciniak. Und weiter: „Wir müssen aber Lösungen finden für unsere Unternehmen mit Firmensitz in Wissen, die massiv davon betroffen sind. Was schade ist, dass unsere Vorschläge von Anwohnern, Unternehmen und Schulen zwar gehört, aber offenbar nicht berücksichtigt wurden. Damit hatten wir nicht gerechnet. Jetzt werden wir handeln und im gesetzlichen Rahmen tun, was uns möglich ist. Wir werden kurzfristig eine Lösung suchen, die den Unternehmen am Standort hilft.“

Ausnahmegenehmigungen werden erteilt
Diese Unternehmen können schriftlich Ausnahmegenehmigungen beantragen beim Ordnungsamt der Verbandsgemeindeverwaltung Wissen. Diese müssen genau begründet sein und die besondere Betroffenheit darlegen, die notwendigen Fahrzeuge definieren mit Kennzeichen und Größe. Man werde sich kurzfristig mit LBM und Kreis zusammensetzen und Kriterien definieren, nach welchen Regeln Ausnahmen zugelassen werden können. Die Straßenverkehrsordnung lässt diese in besonders dringenden und sehr begrenzten Fällen zu. „Daran sind strenge Anforderungen zu stellen und wir werden das klar regeln müssen. Nicht jeder LKW einer Spedition kann diese erhalten und auch nicht jeder Handels- oder Handwerksbetrieb. Aber Unternehmen, die hier Arbeitsplätze haben und die hier ihre Steuern zahlen, denen möchten wir helfen. Wir sind dabei auf die Mitarbeit der Unternehmen in Wissen angewiesen und uns ist klar, dass dies nicht in jedem Fall möglich ist. Wir werden das kritisch prüfen müssen und können keine ‚Persil-Scheine‘ ausstellen“, so Marciniak abschließend.

Genehmigungen müssen kontrolliert werden
Wer beispielsweise als Betrieb Anlieferungen von außen hat, müsse seine Kunden darauf einstellen. Stadt und VG könnten nur innerörtlich für Wissen etwas regeln. Auch hat der Schülerverkehr morgens und mittags Vorrang, in dieser Zeit können keine LKWs fahren. Insoweit müssten Ausnahmen von vornherein zeitlich beschränkt werden. Dafür bittet man bereits vorab um Verständnis. Verbandsgemeinde und Stadt Wissen erwarten, wenn die Ausnahmegenehmigungen erteilt sind, dass dies durch die Polizei genau kontrolliert wird. Schon heute führen oft LKW die Strecke, obwohl es verboten ist. (PM)



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Kommentare zu: Alserberg-Brücke: Ausnahmen für Wissener Unternehmen geplant

9 Kommentare

"(...)„Wir müssen Lösungen finden für unsere Unternehmen mit Firmensitz in Wissen, die massiv davon betroffen sind(...)"....hoffentlich gehen bis zur "Lösungsfindung" keine Arbeitsplätze verloren!!!
#9 von Günther Humpert, am 27.08.2019 um 07:20 Uhr
Heute, in der Zeit zwischen 12:30 und 13:30 Uhr, habe ich auf der "roten Brücke" nur 14 LKW gezählt. (Die vielen Busse habe ich nicht gezählt.)
Immer noch viele auswärtige und ausländische.

Und in der Zeit zwischen 16:30 und 17:00 Uhr konnte ich 12 LKW zählen.
Dabei kam es zu einer bemerkenswerten Verkehrssituation:
Ein langer LKW des Unternehmens Rödder stand, von unten kommend, in der Kurve auf der Brücke.
Von oben kommend fuhr ein beladener LKW von Moritz Tiefbau, unter Benutzung des Gehweges, an dem anderen LKW vorbei. Wenn er gewartet hätte, hätte er nur wenige Sekunden später die Engstelle mit allen Reifen auf der Straße passieren können.
#8 von Markus Holschbach, am 26.08.2019 um 17:47 Uhr
Noch am gestrigen Sonntag kam mir an der Brücke ein 40 Tonnen-LKW (Tanklastzug) entgegen, der beim Links-Abbiegen von der Holschbacher Straße (Elektrizitätswerk) auf die Brücke beinahe mit meinem Fahrzeug kollidiert wäre.
#7 von Guido Kemper, am 26.08.2019 um 11:09 Uhr
Schraubt ruhig Schilder dran. Hält sich eh keiner dran. Wie mit allen schildern im Kreis. Geschwindigkeit etc. Wenn das nicht kontrolliert und geahndet wird nutzt das nichts. Aber das ist im Kreis ja untere Priorität. Ich sehe jetzt schon das Chaos.

#6 von Peter Haase, am 26.08.2019 um 10:17 Uhr
Aus Interesse habe ich mich heute morgen für eine halbe Stunde auf die "rote Brücke" gestellt und den Verkehr beobachtet.
Dabei ist mir aufgefallen, dass neben den LKW der heimischen Unternehmen auch viele fremde LKW (vergleichsweise viele aus dem europäischen Ausland) die Brücke befuhren.
Zu kritischen Verkehrssituationen war es dabei aber nicht gekommen, weil viele LKW-Fahrer vor dem Kurvenbereich auf der Brücke gehalten haben und erst den entgegenkommenden Verkehr haben passieren lassen.
Das Maximum waren in einer Ampelphase vier lange und schwere (merkt man an den Schwingungen der Brücke) LKW, die von oben kommend die Brücke passierten.

Anregen möchte ich die Installation einer Video-Aufzeichnungsanlage in dem Verkehrsbereich.
Dies sollte genutzt werden, um zu sehen, ob bei der auswärtigen Beschilderung der Baustelle nachgebessert werden sollte.
#5 von Markus Holschbach, am 26.08.2019 um 09:25 Uhr
Schön wäre es auch, wenn man die offiziellen Ausweichrouten auf einer Karte der Gemeinde Wissen (nebst "eventueller Ausweich-Ausweichrouten") mit den wichtigsten Details veröffentlichen würde. Das macht den Leuten die Sache einfacher.

Und ja: das Chaos ist vorhersehbar. Viele Lastwagen, die von Morsbach her kommen, werden erst an der gesperrten Brücke auf die Schilder reagieren und dann versuchen in Richtung Elkhausen und Katzwinkel zu fahren, um nach Betzdorf zu kommen. Oder sie ignorieren das Verbot hinsichtlich der "roten Brücke".

Und von den anderen, "alternativ denkbaren" Routen, wie z.B. Morsbach-Altenkirchen haben wir noch gar nicht geredet.

Anfang September werde wir schlauer sein.
#4 von Volker Nemsch, am 26.08.2019 um 07:18 Uhr
Das ganze Projekt ist aus meiner Sicht als Unternehmer dilettantisch! Seit Monaten, ja sogar Jahren ist bekannt, dass diese Brücke neu gemacht werden muss. Erst jetzt wird so getan, als hätte man sich dazu Gedanken gemacht. Der Vertreter des LBM hat den Vögel abgeschossen. Alle Fragen die ihm gestellt wurden tat er mit den Worten ab "ja das hätte Geld gekostet" oder "das wäre dann teurer geworden". Kurz - das Land hat sich darum absolut nicht gekümmert und es wurde auch nicht versucht eine angenehmere Lösung zu finden.
Aber ich muss auch die Verwaltung fragen - warum hat diese nicht frühzeitig mit Nachdruck versucht hier etwas zu bewegen?
Ganz erstaunte Gesichter sah man, als die Frage nach Notfallplänen kam. Was passiert zur Stoßzeit wenn ein Notarzt oder die Feuerwehr auf dem Alzerberg/Altbell oder anliegende Gebiete benötigt wird. Eine Rettungsgasse ist hier kaum möglich.
Makaber finde ich, dass dies auch noch mit einem Altstadtfest mit der Verabschiedung der alten Brücke gefeiert wird! Diese Energie wäre vorher für Lösungen angebrachter gewesen.
#3 von Thomas Steiger SPD Stadtrat Wissen, am 26.08.2019 um 07:18 Uhr
Das ist ja mal ein Quantensprung in der Wissener Verwaltung. Zuerst ging es ihr um FFH-Gebiete, sensible Fluss-landschaften, Schulstandorte, usw. Jetzt geht es ums Eingemachte! Der Stadtbürgermeister hätte bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrates einen eigenen Beratungspunkt auf die Tagesordnung nehmen müssen!!!. Er hat es aber nicht, weil er ja 3 Monate vorher noch in einer Mitteilung an die Verkehrskommission verkündete: „Aus Sicht der Verwaltung wird eine Ampelregelung im Bereich Holschbacher Straße / Güterbahnhof sowie Güterbahnhof / Bahnparallele/B62 als notwendig erachtet.“
Ich kann die Besorgnisse der Wissener Unternehmen nachvollziehen. Ich finde auch Sondergenehmigungen gut, aber nur wenn sie vom Ordnungsamt geprüft und eine Einbahnstraßenreglung auf der Brücke und wirksame Kontrollen erfolgen, sonst nicht. Diese Entscheidung hätte andere Folgen. Eine Einbahnstraßenreglung wird die Staus verlängern. Das Schild 253 könnte bleiben, nur mit dem Zusatz: „Außer Fahrzeugen mit Sondergenehmigung“. Trotzdem werden nicht berechtigte LKW die „rote Brücke“ befahren. Nicht tolerieren werde ich Nachtfahrgenehmigungen. Wenn der Stadtrat besser informiert und eingebunden worden wäre, hätte er mehr Druck auf den LBM erzeugen können, als eine Verwaltung und ein Stadtbürgermeister allein. Wir werden in den nächsten Wochen noch viel nachbessern. Ich unterstütze gerne und ich ziehe gerne meine landesweiten Vernetzungen.
Dietmar Schumacher SPD-Mitglied in Stadtrat Wissen

#2 von Dietmar Schumacher, am 25.08.2019 um 21:57 Uhr
Dann fragt man sich, was in diesen Gesprächen besprochen wurde. Auf jedenfall wurden seitens der Stadt und oder der VG nicht die richtigen Fragen gestellt. Und wenn man was anregt muss man es auch kontrollieren, oder das Ergebnis ist einem egal🤨🤔
#1 von Klaus Ebach , am 25.08.2019 um 20:32 Uhr

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