Werbung

Nachricht vom 26.08.2019    

Der Eichen-Prozessionsspinner – ein Problemfalter breitet sich aus

Von Förster Frank Krause

Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter. Er bevorzugt warm-trockenes Klima und breitet sich aufgrund der Klimaveränderungen immer stärker in Deutschland aus. Die Brennhaare der Raupen sind für Mensch und Tier gefährlich und lösen allergische Reaktionen aus.

Eichenprozessionsspinner Foto: Frank Krause

Verbreitung
Der Eichen-Prozessionsspinner ist ein Insekt des Offenlandes, kommt vor allem in warm-trockenen Regionen vor und bevorzugte Einzelbäume, Bestandsränder und lichte Eichenwälder. In Trockenjahren kann es zu Massenvermehrungen kommen und dann befällt er auch jüngere Bäume und große geschlossene Waldgebiete. In Deutschland sind in Folge der Massenvermehrungen mittlerweile alle Bundesländer betroffen.

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) kommt an allen Eichenarten vor.
Für den Menschen gefährlich sind die Haare ab dem 3. Larvenstadiums des Eichenprozessionsspinners, also im Mai und Juni. Die 0,2 Millimeter langen Brennhaare brechen leicht ab, sind mit Widerhaken versehen und enthalten das Eiweiß „Thaumetopoein“. Mit jedem Entwicklungsstadium steigt die Gesundheitsgefährdung. Eine Altraupe besitzt bis zu 700.000 Brennhaare. Die (fast unsichtbaren) Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest.

Eine Gefährdung besteht besonders beim direkten Kontakt mit den Raupen, die während der Fraßzeit der Raupen am größten ist. Eine ganzjährige Gefahrenquelle sind die Häutungsnester und die am Baum oder am Boden verbleibenden Verpuppungsgespinste. Die Brennhaare bleiben an Kleidung und Schuhen haften, die bei Berührung immer neue toxische Redaktionen auslösen. Das Toxin der Brennhaare ist über mehrere Jahre aktiv. Sogar Brennholz aus diesen Gebieten stellt einen Risikofaktor dar. Gesundheitliche Beschwerden durch den Eichenprozessionsspinner können daher während des gesamten Jahres entstehen.

Die Gespinstnester mit den Häutungsresten finden sich in der Regel unterhalb des Kronenansatzes und sind gut sichtbar. Sie stellen ebenfalls eine Gefahrenquelle dar und sollten von Fachfirmen entfernt werden.

Die eindringenden Brennhaare reizen die Oberhaut und die Schleimhäute und können Knötchen, Quaddeln und eine Hautentzündung verursachen. Die Hautreaktionen halten (unbehandelt) oft ein bis zwei Wochen an. Meist sind alle Hautbereiche betroffen, welche nicht bedeckt waren. Die Haut- und Schleimhauterscheinungen können mit Kortisolpräparaten behandelt werden. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika.

Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis bis hin zu Asthma führen. Hier wirken Kortisonsprays und Sprays mit bronchienerweiternden Mitteln erforderlich. Selten ist eine stationäre Behandlung notwendig. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen. (Quelle: LWF , Merkblatt 15, 2018)

Tipps für den Schutz
Generell dürfen Raupen und ihre Nester auf keinen Fall berührt werden. Schon bei Verdacht eines Gifthaarkontakts können folgende Maßnahmen helfen.
• Kleidung umgehend im Freien (!) wechseln, Schuhe nass reinigen
• Kleidung bei 60 Grad waschen
• Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebstreifen entfernen
• Gründliche Dusche mit Haarreinigung und Augenspülung mit Wasser
• Betroffene Gegenstände wie das Auto waschen und saugen
• Bei Hautreaktionen sollte der Hausarzt aufgesucht werden, bei Atemnot sofort den Rettungsdienst alarmieren Quelle: ECARF (Europäische Stiftung für Allergieforschung)

Eichenprozessionsspinner sind auch für Haustiere gefährlich
Zwar schützt das Fell gut vor den Haaren, aber Schnauze und Schleimhäute sind gefährdet. Vor allem Hunde sind durch ihr Herumschnüffeln in Gefahr. Das Gift der Raupe kann schwere allergische Reaktionen auslösen. Zunge und Lefzen können stark anschwellen und es kann zu Atemproblemen kommen. Zur ersten Hilfe sollte man die betroffenen Stellen mit klarem Wasser abspülen, kühlen und im Zweifel den Tierarzt aufsuchen.

Gefahr für die Bäume und den Wald
Bis vor 30 Jahren beschränkte sich der Raupenfraß des Eichenprozessionsspinners auf einzeln stehende Eichen in Parkanlagen, Alleen, auf Parkplätzen oder entlang von Waldrändern. Der Schaden war gering, da die Eichen durch den Johannistrieb ein hohes Regenerationsvermögen besitzen. Seit den 90er Jahren tritt der Schädling jedoch flächig in Massenvermehrung auf. Bei Kahlfraß können zukünftig auch Waldgebiete mit hohem Eichenanteil Schaden nehmen.

Wer Nester des Eichenprozessionsspinner entdeckt, sollte sie sie umgehend der zuständigen Ortsgemeinde oder im Wald den Forstämtern melden. (Quelle: sdw.de)


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Rengsdorf auf Facebook werden!


Kommentare zu: Der Eichen-Prozessionsspinner – ein Problemfalter breitet sich aus

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Wenn sperrige Kartons nicht in die Abfalltonne passen

Kartons werden im Landkreis Altenkirchen häufig neben die Altpapiertonne gestellt, ohne zuvor zerkleinert zu werden. Das kann jedoch zu Problemen bei der Entsorgung führen und ist insbesondere eine Mehrbelastung für die Müllwerker.


Weiterhin vier Personen im Kreis positiv auf Corona getestet

Im Vergleich zu Sonntag (5. Juli) zeigt sich die Lage im Kreis Altenkirchen am Montag (6. Juli) unverändert: Es gibt aktuell vier positiv auf das Corona-Virus getestete Personen in der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain.


Gerüchte um Schließung – Germania in Wissen arbeitet „an Lösungen“

Ist es schon wieder vorbei mit der Germania in Wissen? Gerüchten zufolge stehen Hotel und Restaurant vor der Schließung. Auf Anfrage des AK-Kuriers bestätigt Geschäftsführerin Michaela Halbe diese nicht, sondern erklärt, man sei wie die gesamte Branche durch die Coronakrise gezwungen, „den Betrieb auf Sparflamme“ zu setzen.


Umbenennung vor 50 Jahren: Als Katzwinkel noch Nochen hieß

Heute heißt die kleine Gemeinde im nördlichen Rheinland Pfalz Katzwinkel (Sieg). Dies war jedoch nicht immer so, denn in früheren Zeiten muss das Kleinod Nochen einmal eine „Metropole“ im damaligen Sinne für die hiesige Gegend gewesen sein. Dies erklärt wohl auch, dass Nochen der Gemeinde früher den Namen gab. Aufzeichnungen belegen zur Ersterwähnung im Jahr 1557 die Ansiedlung von bereits drei Herrschaftshöfen. Am 1. Juli vor 50 Jahren wurde die Gemeinde Nochen dann umbenannt in Gemeinde Katzwinkel (Sieg).


Vier Corona-Neuinfektionen im Kreis Altenkirchen nachgewiesen

Das Kreisgesundheitsamt in Altenkirchen informiert am Sonntagmittag, 5. Juli, 13 Uhr, über vier neue Covid-19-Infektionen: Dabei handelt es sich um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus zwei Familien aus der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain.




Aktuelle Artikel aus Region


Agentur für Arbeit: „Komfortabler Service für arbeitslose Kunden“

Neuwied. Da die Agentur für Arbeit Neuwied seit 18. März geschlossen ist, haben sich rund 3.000 Menschen telefonisch oder ...

Weiterhin vier Personen im Kreis positiv auf Corona getestet

Altenkirchen/Kreisgebiet. Dabei handelt es sich um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus zwei Familien, die sich bei ...

Die IGS Hamm/Sieg entlässt Schülerinnen und Schüler

Hamm. Für einige Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9, 10 und 12 bedeutete das auch, sich von der Schulgemeinschaft ...

Digitalisierung lässt sogar im Schwimmbad Hamm grüßen

Hamm. Das Bürgerhaus Etzbach war erstmals Tagungsstätte des Verbandsgemeinderats Hamm (Sieg). Hier ist genügend Platz, um ...

Wenn sperrige Kartons nicht in die Abfalltonne passen

Altenkirchen. Der Online-Handel erfreut sich nicht nur in „Coronazeiten“ wachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen erledigen ...

Kein Schmerzensgeld für Verletzungen bei unbekanntem Kistenwerfer

Koblenz. Zum Sachverhalt:
Der Kläger befand sich anlässlich eines Firmenlaufs auf einer Bierbank unterhalb eines Denkmals ...

Weitere Artikel


Wissen feierte erstes Altstadtfest

Wissen. Die Idee zum Altstadtfest ist noch gar nicht so alt. Im Frühsommer dachte sich der CDU-Stadtverband, man müsse den ...

40. Geburtstag des Musikvereins Luckenbach

Luckenbach. Eröffnet wird das Musikfest am Freitag, dem 30. August, um 19 Uhr mit einem Konzert des Musikvereins, in das ...

Neue BBS-Seelsorgerin: Eine Schultüte und gute Wünsche für Anne Peters-Rahn

Betzdorf. Im Kreis von aktiven und ehemaligen Pfarrerkollegen, Mitgliedern der Schulgemeinschaft der Berufsbildenden Schule ...

Die Grenzen des Westerwaldes erwandern mit dem Westerwald-Verein

Montabaur. Am 31. August um 10 Uhr beginnt die Wanderung in Obernhof an der Lahn. Ebenfalls um 10 Uhr startet am 1. September ...

Moderne Technik ermöglicht eine Smart City

Koblenz. Die EVM testet seit Anfang des Jahres ein neues Funknetzwerk mit dem Namen LoRaWAN. Der Begriff steht für Long Range ...

„Familie trifft Römer“ beim Limesfest in Hillscheid

Hillscheid. Am 1. September öffnet das Limesfest wieder von 11 Uhr bis 18 Uhr seine Pforten. Der Platz rund um den Limesturm ...

Werbung