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Nachricht vom 24.08.2007    

Unternehmensnachfolge früh regeln

Unter dem Motto "Nach mir die Sintflut?" hat die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) zusammen mit dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau eine landesweite Informationskampagne zum Thema Unternehmensnachfolge gestartet. Die Kampagne reichtet sich an die etwa 20000 Betriebe, bei denen in den kommenden fünf Jahren eine Betriebsübergabe bevorsteht.

Diskussion in Hachenburg

Hachenburg/Region. "Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist, ein öffentliches Forum zu schaffen, damit jetzige Firmenchefs und potentielle Nachfolger zusammenfinden", sagte Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz bei der Veranstaltung im Autohaus Bell in Hachenburg-Nister. Es gehe darum, mehr als 220000 Arbeitsplätze im Land und die Position als erfolgreicher Wirtschaftsstandort mit gesundem Wachstum zu sichern. "Inhaber erfolgreicher Unternehmen müssen die Betriebsübergabe frühzeitig zur Chefsache machen", betonte Hering.
Der Sprecher der Geschäftsführung der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), Hans-Joachim Metternich, sagte: "Wir wollen die Probleme benennen, zugleich aber Mut machen, sich das erforderliche Wissen und die richtige Unterstützung - auch in Form von Fördermitteln - für die Unternehmensnachfolge zu holen." Als Partner unterstützen die rheinland-pfälzischen Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Mittelrheinische Treuhand in Koblenz die Initiative.
Die Initiatoren bieten Informationen, Beratung und Unterstützung für Btriebsinhaber und für Interessenten an einer Betriebsübernahme. "Mit der Kampagne zeigen wir vor allem kleinen und mittleren Unternehmen, dass sie nicht alleine sind. Die Kammern, Banken, Beratungsunternehmen und nicht zuletzt die ISB als zentrales Förderinstitut des landes unterstützen bei Betriebsübernahmen ebenso wie beim Start in die Selbstständigkeit", erläuterte Metternich.
Dass die Regelung der Unternehmensnachfolge ein hochsensibler Vorgang und eine existentielle Entscheidung für ein Unternehmen ist, weiß auch der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. Rainer Krein aus seiner Praxis als Geschäftsführer der Mittelrheinischen Treuhand. "Wir begleiten viele Unternehmen bei der Gestaltung und Optimierung von Betriebsabläufen und deren Ergebnissen. Der Generationenwechsel ist eine wichtige Weichenstellung im Unternehmen und daher sind wir gerne bereit, unser Know-how für diese Kampagne einzubringen", so Krein.
Bei der Veranstaltung in Hachenburg saßen außerdem die Industrie- und Handelskammer Koblenz (IHK) und die Handwerkskammer Koblenz (HwK) mit im Boot. Für Bernhold Zorn, Vizepräsident der IHK Koblenz, ist die Unternehmensnachfolge eine wichtige Form der Existenzgründung. Gründungswillige werden in den Starterzentren gezielt auf Betriebsübernahmen aufmerksam gemacht. Instrumente sind die Unternehmensbörse der IHK Koblenz und die nexxt-change-Börse mit bundesweiten Angeboten. Die Bemühungen zeigen Erfolg: "Betriebe des Handels und des Gastgewerbes stehen ganz oben auf der Übernahme-Hitliste", schildert Zorn. Die Zahl der Übernahmen betrug im Jahr 2006 im Gebiet der IHK Koblenz mehr als 1200. Das entspricht einem Anteil von 35 Prozent aller Übernahmen in Rheinland-Pfalz.
Der Geschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, Manfred Rube, verwies unter anderem darauf, dass auch die Handwerkskammer ihre Betriebe und die Unternehmer bei der Betriebsübergabe begleitet. Es komme darauf an, das Vorhaben zur Betriebsübergabe rechtzeitig in Angriff zu nehmen, da oft komplexe betriebswirtschaftliche und juristische Fragen zu klären seien. Aber es komme immer noch vor, dass Betriebsinhaber sich zu spät dafür entschieden, ihren Betrieb an die nächste Generation oder einen externen Interessenten zu übergeben. Rube: "Das kann sich negativ auswirken, wenn zum Beispiel durch Krankheit oder andere Umstände bereits Kunden verloren gegangen sind und damit die Geschäftstätigkeit rückläufig ist." Im Übrigen verwies er auf die von der Kammer unterhaltene Betriebsbörse, in die Betriebe aufgenommen werden, die zur Übernahme anstehen.
Die Westerwald Bank begleitet potentielle Unternehmensnachfolger aktiv mit ihren Experten im Bereich "öffentliche Finanzierungshilfen". Aus diesem Grund war es für Bankvorstand Wilhelm Höser keine Frage, die Informationskampagne zu unterstützen: "Die Unternehmensnachfolge ist eine komplexe Entscheidungssituation im Leben eines Unternehmers und des potentielen Nachfolgers." Die Westerwald Bank helfe sowohl ausscheidenden Unternehmern als auch potentiellen Nachfolgern in den verschiedenen Phasen des Übergangs.
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Über erfolgreiche Unternehmensübergaben in der Region sprachen (von links) Wilhelm Höser (Westerwald Bank), Thomas Bellersheim (Bellersheim GmbH), Bodo W. Richter (Richter Kunststofftechnik), Peter Klöckner (Birkenhof-Brennerei) sowie Jochen Klöckner (J.&H. Klöckner GmbH) und Gerhard Hohmann (SWR). Foto: Piel Media


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