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Nachricht vom 26.08.2007    

Pflanzenkläranlage offiziell eingeweiht

"Ein Tag der Freude für die Verbandsgemeinde Hamm und für die Ortsgemeinde Niederirsen" - mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Rainer Buttstedt am Samstag zahlreiche Gäste und Einwohner zur offiziellen Einweihung der neuen Pflanzenkläranlage im Ortsteil Ückertseifen. Die Einweihung war Anlass genug für die Einwohner, das "Jahrhundertprojekt" auch gleich mit einem Dorffest zu feiern.

Pflanzenkläranlage

Niederirsen-Ückertseifen. Nicht nur, dass die etwa 100 Einwohner Ückertseifens jetzt eine Pflanzenkläranlage haben, im Zuge der Verwirklichung dieses Projekts wurde auch gleich die Dorferneuerung angepackt. Im Zuge der Verlegung der Kanalisation wurden nämlich auch die Straßen rundum generalüberholt. Mit stoischer Ruhe, so Ortsbürgermeister Uwe Heyden, hätten die Bürger die Unannehmlichkeiten durch die umfangreichen Baumaßnahmen ertragen. Umso ausgelassener verstanden sie es dann am Samstag und am Sonntag, bei tollem Spätsommerwetter den erfolgreichen Abschluss des Jahrhundertprojekts zu feiern.
Zu dieser Feier waren zahlreiche Gäste in das schmucke Dorf gekommen. Bürgermeister Rainer Buttstedt begrüßte neben der Staatssekretärin Jacqueline Kraeger, die die Festansprache hielt, Landrat Michael Lieber, zahlreiche Vertreter des Verbandsgemeinderates Hamm, des Werksausschusses und etliche Ortsbürgermeister sowie die Vertreter der an den Bauarbeiten beteiligten Unternehmen.
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde direkt an der (geruchslosen) Pflanzenkläranlage durch die Bläsergruppe der IGS Hamm und die Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Hamm.
Buttstedt erinnerte in seiner Ansprache daran, dass in den vergangenen 20 Jahren im Abwasserbereich 85 Millionen, im Wasserbereich 15 Millionen Euro investiert worden seien. In diesem Zusammenhang bedankte sich der Bürgermeister auch beim Land: "Wir haben immer offene Ohren gefunden."
Dank gebühre aber auch dem Landrat und desssen Vorgänger Dr. Alfred Beth, die es ermöglicht hätten, dass im Zuge der Kanalisation auch gleich die Kreisstraße mit ausgebaut worden sei. Das ganze Projekt sei finanziell nicht einfach zu stämmen gewesen, sagte Buttstedt, aber "es war die richtige Entscheidung." Die Baukosten für die Kläranlage belaufen sich auf etwa 216000 Euro.
Der Projektleiter der Firma Areal, Achim Schmidt, stellte die Pflanzenkläranlage den Festbesuchern vor. Diese Anlage, so Schmidt, leiste einen wichtigen Beitrag zur Gewässergüte. Pflanzenkläranlagen würden seit den 80er Jahren vor allem in ländlichen Gebieten errichtet. Ihre Vorteile lägen vor allem in der großen "Pufferkapazität" bei Einleitungsspitzen morgens, mittags und abends. Das gereinigte Abwasser, so Schmidt, habe Brauchwasserqualität.
Der Nachteil von Pflanzenkläranlagen sei ihr Flächenbedarf, erläuterte Schmidt. Bisher seien solche Anlagen nur bis zu einer Einwohnerzal von etwa 1000 gebaut worden. In Ückertseifen ist die Anlage für 100 Einwohner konzipiert. Der tägliche Zulauf beträgt etwa 21 Kubikmeter. Es handelt sich hier um ein Mehrkammersystem, bei dem Geruchsbelästigungen so gut wie ausgeschlossen werden können, wovon sich die Besucher am Samstag selbst überzeugen konnten. Die Anlage besteht im Kern aus drei Stahlbehältern, in denen die absetzbaren Stoffe zurückgehalten werden. Dort schon beginnt der biologische Abbau. Nach drei Tagen gelangen die Abwässer in einen Pumpenschacht, darauf auf zwei Bodenfilter, die eine Fläche von 420 Quadratmeter bedecken. Diese Bodenfilter sind das Herzstück der Anlage, geschieht doch hier die biologische Reinigung der Abwässer. Die Filter bestehen aus einer zehn Zentimeter dicken Kiesschicht und dem eigentlichen Filterkörper aus Sand. Von dort gelangt das gereinigte Abwasser zum Rückführschacht. Von hier kann es zum Ablaufschacht oder zur nochmaligen Filterung geleitet werden.
Staatssekretärin Jacqueline Kraege war, wen wundert´s, zum ersten Male in Niederirsen und damit auch in Ückertseifen. Mit diesem Projekt habe die Verbandsgemeinde einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz in der Verbandsgemeinde gemacht. Immerhin seien im Bereich der Verbandsgemeinde nun 99,9 Prozent der Haushalte angeschlossen, ein Spitzenwert auf Landesebene. Den guten Zustand der Gewässer "sind wir auch unseren Kinder schuldig", sagte Kraege.
Im Land Rheinland-Pfalz habe man in den vergangenen Jahrzehnten einen beachtlichen Weg auf dem Gebiet des Gewässerschutzes zurückgelegt. Auch in der VG Hamm seien große Anstrengungen unternommen worden, die Gewässergüte zu verbessern.
Was es für die Zukunft noch zu tun gebe, sei vor allem die Wartung, die Optimierung und die Sanierung der bestehenden Substanz, sagte Kraege. Dazu werde das Land im kommenden Jahr eine "Handlungsempfehlung für Kläranlagen im ländlichen Raum" vorlegen. Dies sei gedacht als Hilfestellung für künftige Tätigkeiten, die Aufzählung von Optimierungsmöglichkeiten und enthalte auch Tipps zur Steigerung der Energieeffizienz sowie Anregungen zum naturnahen Umgang mit Niederschlagswasser. Dieser naturnahe Umgang mit Niederschlagswasser sei in Ückertseifen schon berücksichtigt worden, lobte Kraege. Hier seien die Grundsätze der Nachhaltigkeit beispielhaft berücksichtigt. Durch die gemeinsame Ausschreibung von Kanal- und Straßenbau habe man außerdem höchstmögliche Effizienz bewiesen. Dies sei wahrlich ein Grund zum Feiern, sagte die Staatssekretärin.
Landrat Michael Lieber sagte, sauberes Wasser sei ein Stück hoher Lebensqualität. Durch ihre Beiträge hätten die Bürger mitgeholfen, das Projekt zu realisieren. Es sei wichtig und richtig gewesen, dass in der Vergangenheit hohe Investitionen getätigt worden seien. Man werde im Landkreis Altenkirchen weiter an der Infrastruktur arbeiten, kündigte Lieber an, denn es gebe noch einiges zu tun. Heute aber könne man mit Fug und Recht sagen: "Hier ist etwas Großartiges geleistet worden."
Ortsbürgermeister Uwe Heyden freute sich, dass in beiden Ortsteilen nun zukunftsfähige Kläranlagen bestehen, die sich zudem harmonisch in die Umgebung einfügten. Man habe von Anfang an darauf geachtet, dass durch diese Maßnahmen die Wohnqualität im Ort nicht berührt wurde. Für die Ortsgemeinde Niederirsen sei die Kläranlage in Ückertseifen "ein echtes Jahrhundertbauwerk", zumal gleichzeitig alle Gemeindestraßen erneuert wurden. Heyden: "Das war ein echter Kraftakt." (Reinhard Schmidt)
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Sie sind froh über das gelungene Projekt Planzenklärwerk Ückertseifen (von links): Bürgermeister Rainer Buttstedt, Staatssekretärin Jacqueline Kraege, Werkleiter Hans-Joachim Greb, Landrat Michael Lieber, stellvertretender Abwassermeister Marco Rabbisch, Ortsbürgermeister Uwe Heyden und Projektleiter Achim Schmidt vom Ingenieurbüro Areal. Fotos: Reinhard Schmidt


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