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Nachricht vom 04.11.2019    

Kirchenkreis Altenkirchen: 30 Partnerschaft zum Oberen Havelland

Zum 30. Mal jährt sich am 9. November der „Mauerfall“. Mit der Maueröffnung im Herbst 1989 veränderte sich auch die Partnerschaftsbeziehungen zwischen dem Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen und seinen brandenburgischen Partnern aus der Region Gransee.

Mindestens einmal im Jahr kommt es zum persönlichen Austausch zwi-schen den Partnern. Foto: (Archiv Kirchenkreis Altenkirchen)

Kreis Altenkirchen. Große Freude daher im Kirchenkreis Altenkirchen, dass der Superintendent des Partnerkirchenkreises, Pfarrer Uwe Simon, bei der Kreissynode des Kirchenkreises am 9. November in Daaden dabei sein kann und in seinem Grußwort des besonderen Datums gedenkt. Am Sonntag, 10. November, predigt Pfarrer Simon zudem im Gottesdienst in Oberwambach. Der Gottesdienst, der um 10 Uhr beginnt, steht unter dem biblischen Wort „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“.

Schon in den Zeiten des „kalten Krieges“ und der in der DDR-Ära wurden die Partnerschaften zwischen Christen aus Brandenburg und dem Kreis Altenkirchen gepflegt. Insbesondere auch auf Gemeindeebene. Trotz des großen Aufwands und der teils großen Strapazen, die damit verbunden waren. Selbst briefliche Kontakte waren aus heutiger Perspektive nicht einfach, Besuche eine besondere Herausforderung.

Von der Grenzöffnung 1989 und der Wiedereinigung der beiden deutschen Staaten blieben die Partnerschaften nicht unberührt. Rein „optisch“ gab es sogar gravierende Veränderungen. Gestartet war die kreiskirchliche Partnerschaft einst mit dem Kirchenkreis „Gransee“. Im Zuge der Gebiets- und Kirchenreformen in Brandenburg veränderten sich die Namen der Partner mehrfach. Und auch dessen Größe nahm zu. So wurde in den neunziger Jahren zunächst aus dem Kirchenkreis Gransee der neue Kirchenkreis „Templin-Gransee“. Im Herbst 2010 wurde dieser wiederum erweitert, weil auch der Kirchenkreis Oranienburg dazukam. Eine erneute Namenserweiterung wäre ziemlich platzfüllend geworden „Templin-Gransee-Oranienburg“. Deshalb heißt der Partnerkreis nun „Oberes Havelland“.

In den Kirchengemeinden werden die Partnerschaft heute mit den Partnern aus dem „Oberes Havelland“ sehr unterschiedlich gelebt. Da es in den ursprünglichen Gemeinden zu Gebietsveränderungen und Personalwechsel kam und die Akteure aus den früheren Aktivitäten älter geworden sind oder verstarben, sind einige Gemeindebeziehungen aufgegeben worden oder kochen auf „Sparflamme“. Andere werden noch intensiv gelebt: mit Austausch und gegenseitigen Besuchen.

So ist die Kirchengemeinde Schöneberg – erweitert um die Menschen aus Mehren – noch immer im regen Austausch mit den Partnern in Großwoltersdorf.
Aus der unter dem ehemaligen Kirchener Gemeindepfarrer Johannes Unkrig entstandenen Partnerschaft zu den Gemeinden Grüneberg und Teschendorf wurde ebenfalls ein „Dauerläufer“. Die Beziehungen wurde von dessen Amtsnachfolger und späterem Superintendenten Eckhard Dierig seit 1983 ausgebaut und regelmäßige Besuche in Brandenburg waren selbstverständlich. Die gewachsenen Beziehungen – zwischen Gemeindemitgliedern und den Pfarrern – tragen bis heute. Erst jüngst – bei der Wiedereinweihung der Kirchener Orgel am letzten Oktoberwochenende – war ganz selbstverständlich eine Delegation aus Grüneberg und Teschendorf mit dem ehemaligen Gemeindepfarrer Gerhard Gabriel bei den Festtagen dabei. Pfarrer i.R. Gerhard Gabriel erinnerte bei diesem Treffen an den „Mauerfall“ vor 30 Jahren und was dies für die Menschen in der ehemaligen DDR bedeutet hat. Groß die Freude, dass man die guten Beziehungen bis in die heutige Zeit lebendig halten konnte: für Ende Oktober 2020 haben die Kirchener nun ihren Besuch bei den Freunden und Partnern schon fest terminiert.

Während seit kurzem in den Bereichen „Kirchenmusik“ und „Jugendarbeit“ keine aktuellen Begegnungen laufen, haben sich dafür die Beziehungen zwischen der Pfarrerschaft der beiden Kirchenkreise intensiviert. Stets sind bei den mehrtägigen Konventsrüsten der Havelländer Pfarrerschaft auch Pfarrer aus dem Kirchenkreis Altenkirchen dabei. In diesem Jahr traf man sich dazu im Kloster Schwanenberg. In 2021 wollen die kirchlichen Mitarbeitenden aus dem „Oberes Havelland“ einen mehrtägigen Konvent in Altenkirchen veranstalten und sich dabei selbstverständlich mit den hiesigen Akteuren treffen und austauschen.

Zuletzt in diesem Frühjahr waren die Mitglieder der beiden kirchenleitenden Gremien, des Kreissynodalvorstandes des Kirchenkreises Altenkirchen und des Kreiskirchentages für mehrere Tage gemeinsam in und rund um Templin beisammen. Die unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten und auch die strukturellen Situationen setzen in den beiden Kirchenkreisen zwar andere Schwerpunkte, aber an vielen Stellen stehen die Kirchenleitenden vor den gleichen Herausforderungen. „Der Kirchenkreis Oberes Havelland ist uns auf Grund seiner Struktur immer um einige Entwicklungsschritte voraus“, betonte Superintendentin Andrea Aufderheide beim Besuch. “Wir sind dankbar, dass wir aus diesem Erfahrungsschatz schöpfen dürfen!“

Dankbar wiederum sind die brandenburgischen Kirchenaktive für die stetigen Anregungen, aber noch immer für die Unterstützung aus dem Westerwald in den Nachwendezeiten. Dies wurde mehrfach bei dem Treffen, das kontinuierlich fortgesetzt werden soll verdeutlicht. (PM)



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