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Nachricht vom 20.05.2010    

Abzocke im Namen des Verbraucherschutzes

Die Verbraucherzentralen werden immer wieder dazu missbraucht, um in deren Namen gutgläubige Bürger "abzuzocken". Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich vor diesen unseriösen Werbeanrufen. Vor allem die Herausgabe von Kontodaten sollte absolut tabu sein.

Region. Immer öfter wird der Name Verbraucherzentrale oder Verbraucherschutz von unseriösen Organisationen missbraucht, um sich unberechtigt Kontodaten zu erschleichen. Diese Erfahrung macht die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Beratungsstelle Betzdorf, in den letzten Wochen täglich. Aktuell als Verbraucherberatung Kaiserslautern, aber auch als Verbraucherzentrale Berlin oder Verbraucherschutzzentrale melden sich Mitarbeiter von Call-Centern am Telefon und bieten als Schutz vor unerwünschten Anrufen kostenpflichtige Einträge in Werbesperrlisten an. Mit diesem Eintrag ist man angeblich besser vor unlauterer Telefonwerbung geschützt. Die Einträge kosten zwischen 50 und knapp 90 Euro. Der Betrag wird meist kurz nach dem Telefonat vom Konto abgebucht. Diese Firmen missbrauchen das Vertrauen, das Verbraucherzentralen in der Öffentlichkeit entgegen gebracht wird, um unseriöse Geschäfte zu machen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht unaufgefordert anruft, um Produkte oder sonstige Leistungen anzubieten.
In anderen Fällen rufen Call-Center-Mitarbeiter bis zu 15 Mal täglich vor allem bei älteren Menschen an. Sie geben vor, die Betroffenen hätten früher an Gewinnspielen teilgenommen und es sei noch Geld auf einem Konto vorhanden, das zurückgezahlt werden soll. Damit die Überweisung erfolgen könne, müsse man die Bankverbindung abgleichen. Durch geschicktes Fragen entlocken sie den Angerufenen persönliche Bankdaten. Auch vor dieser dreisten Betrugsmasche, mit der sich skrupellose Geschäftemacher Zugriff auf fremde Konten verschaffen wollen, warnt die Verbraucherzentrale. In keinem Fall sollten die Betroffenen am Telefon sensible Daten preis geben. Die Verbraucherzentralen haben den unerwünschten Telefonanrufen bundesweit mit verschiedenen Aktivitäten den Kampf angesagt. In einer Umfrage erfassen sie Beschwerden zu belästigender Telefonwerbung, um zu überprüfen, ob die geltenden gesetzlichen Regelungen geeignet sind, die unerwünschten Werbeanrufe einzudämmen.
Mit diesen Informationen können Verbraucherschützer und Bundesnetzagentur den auffälligsten unseriösen Anbietern das Handwerk legen und die Forderung nach gesetzlichen Verschärfungen unterstreichen. Betroffene können online unter www.vz-rlp.de/telefonwerbung an der Umfrage teilnehmen. Fragebögen liegen auch in der örtlichen Beratungsstellen Betzdorf, Dienstag 9 bis 12 Uhr, aus. Bis jetzt haben sich schon mehrere hundert Verbraucherinnen und Verbraucher daran beteiligt.
Individuellen Rechtsrat erhalten Betroffene montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr am Beratungstelefon der Verbraucherzentrale unter 09001/77 80 80 1 (1,50 Euro/min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise können abweichen). Mit den Telefonkosten sind die Kosten für die Beratung beglichen.


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