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Nachricht vom 08.11.2019    

Krankenhaus-Neubau: Land lässt Gutachten extern bewerten

Noch ist nicht entschieden, an welchem Standort das neue Krankenhaus nach der Zusammenlegung des DRK-Verbundkrankenhauses Altenkirchen-Hachenburg gebaut wird. Eine Studie des Bremer Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung (BAB) favorisierte Flächen vor den Toren Hachenburgs. Dagegen macht sich Widerstand breit. Auch das Land will weiter prüfen.

Das DRK-Krankenhaus Altenkirchen und das DRK-Krankenhaus Hachenburg sollen an einem Standort zusammen geführt werden. (Foto: DRK/Archiv AK-Kurier)

„Die Vergangenheit hat gezeigt, dass hinsichtlich des Krankenhausstandortes Altenkirchen / Hachenburg die Standortfrage ganz entscheidend ist. Das vom Krankenhausträger beauftragte Gutachten mit mehreren favorisierten Standorten ist eine gute Basis für diese Entscheidung. Das bedeutet aber nicht, dass es ungeprüft seitens des Landes zur Grundlage gemacht werden kann. Das Land wird daher das vorliegende Gutachten extern bewerten lassen", sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler am Freitag anlässlich der Aufsichtsratssitzung der DRK Süd-West GmbH. Insbesondere werde die Landesregierung prüfen lassen, ob die Annahmen und die Gewichtung der Kriterien nachvollziehbar sind.

Die Ministerin betonte: „Ich erwarte vom Träger zudem, dass er sich mit dem Gesundheitsministerium abstimmt, bevor eine Festlegung in der Standortfrage erfolgt. Eine Landesförderung kann es nur für ein Krankenhaus an einem gut erreichbaren und zukunftsfähigen Standort geben. Besonders wichtig für die Zukunftsfähigkeit ist, dass der Standort vor Ort akzeptiert und angenommen wird. Die Reaktionen auf das Gutachten haben gezeigt, dass der favorisierte Standort in Hachenburg in großen Teilen der Bevölkerung vor Ort keine Akzeptanz findet. Das muss berücksichtigt werden."

Die Ministerin machte deutlich, dass die Förderung eines Krankenhausneubaus zu Lasten anderer Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz nicht der richtige Weg sein kann. Bei der Gewichtung der Kriterien des Gutachtens könne deshalb das Kriterium der Marktanteile aus Sicht des Landes keine ausschlaggebende Rolle spielen. „Ich stehe zu diesen Fragen im Dialog mit den Beteiligten, wobei sich alle einig sind, dass die Standortfrage zeitnah geklärt werden muss und nicht zum Scheitern des Vorhabens führen darf. Die weiteren Schritte werden nach der heutigen Aufsichtsratssitzung mit dem Krankenhausträger abgestimmt", erklärte Bätzing-Lichtenthäler.

Für DRK ist Finanzierung entscheidend
Für den DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz und den Aufsichtsrat der
DRK Trägergesellschaft Süd-West steht die Standortfrage erst an zweiter Stelle. Wichtiger sei die Finanzierung des Baus. „So intensiv die Diskussion um den möglichen Standort auch geführt wird – erst muss die Finanzierung stehen“, betonte Rainer Kaul, Präsident des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz und Aufsichtsratsvorsitzender im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung der DRK Süd-West GmbH. „Da für die Finanzierung eine Förderung in notwendiger erheblicher Höhe der geplanten Errichtungskosten von rund 100 Millionen Euro (für rund 300 Betten) erforderlich ist, haben wir die Geschäftsführung beauftragt, nun zügig mit dem Ministerium die Förderhöhe und den Versorgungsauftrag abzuklären“, so Rainer Kaul.

Zwischen allen Beteiligten im Aufsichtsrat herrscht Einigkeit darüber, dass der Neubau sowohl für Patienten als auch für die gegenwärtigen und künftigen Mitarbeiter attraktiver sein wird, als die beiden bisherigen Standorte jeweils für sich gesehen. Der Aufsichtsrat schließt sich dennoch der Empfehlung des BAB Instituts für den Standort bei Hachenburg an. „Gutachten und Empfehlung des BAB Instituts sind für den Aufsichtsrat nachvollziehbar. Deshalb haben wir die Geschäftsführung ebenfalls beauftragt, alle notwendigen Schritte für eine Entscheidung und zügige Umsetzung in die Wege zu leiten“, fasst Rainer Kaul in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender die Ergebnisse der Aufsichtsrats-Sitzung zusammen. „Wir erwarten ein verkehrs- und leitungsmäßig vollständig erschlossenes Grundstück einschließlich eines Bahnhaltepunktes“, formuliert Geschäftsführer Bernd Decker die Anforderungen deutlich. „Dieses soll für den Neubau kostenfrei zur Verfügung stehen.“(PM)



Kommentare zu: Krankenhaus-Neubau: Land lässt Gutachten extern bewerten

5 Kommentare
Bayern München gegen Dortmund ist vorbei;
Hering gegen Bätzing-Lichtenthäler Anfang Dezember steht an!
#5 von Rainer Walkenbach, am 11.11.2019 um 13:36 Uhr
Ich finde es gut das sich Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler für den Standort Ingelbach entschieden hat.Das zeigt Kante und Verantwortung den Menschen gegenüber. Traurig finde ich das es für einige Personen wichtger ist die finanziellen Dinge in den Vordergrund zu stellen und die menschlichen Bedürfnisse der Gesundheit abzuwerten. Man sollte sich fragen ob es nicht an der Zeit ist die Gesundheitsvorsorge und die medizinische Versorgung als Grundversorgung und damit als lebensnotwendig darzustellen. Dann geht es auch nicht mehr um die finanziellen Profite oder Gewinne sondern allein um die gesundheitliche Versorgung. Dann wird die medizinische Versorgung zwar ein Zuschussgeschäft aber hier geht es doch um Menschengut und nicht um satte gewinne Einzelner oder von Gesellschaften. In 10,20 oder 30 Jahren sieht es wieder anders aus. Dann wird die Gesundheitsversorgung wieder als Pflicht der Kommunen, Kreise oder Länder gesehen und damit auch bezuschusst oder finanziert. Das wäre der richtige Weg.
#4 von Bruno Wahl, am 10.11.2019 um 12:23 Uhr
Ich denke das Entscheidungsproblem ist politisch. Frau Bätzing-Lichtenthäler wohnt im Landkreis Altenkirchen und muss sich bestimmt schlimme Vorhaltungen aus der lokalen Politik anhören. Das Dilemma besteht darin, das Krankenhausplanung Länder Sache ist und in die Resort Verantwortung von Frau Bätzing-Lichtenthäler fällt. Wie löst man solche Hürden auf?
#3 von Egon Schumann, am 09.11.2019 um 19:51 Uhr
EINHAUS- ODER ZWEIHAUSLÖSUNG?
Bereits vor Jahren wurde die
Spezialisierung der beiden Krankenhaus-Standorte einer Einhauslösung vorgezogen.

Die seinerzeitigen Argumente und Handlungsempfehlungen zur Spezialisierung waren stichhaltig und nachvollziehbar.
Leider fehlte es an einer sauberen Umsetzung!
Am Standort Hachenburg wurden diese Handlungsempfehlungen kurzerhand durch gegenläufige Maßnahmen konterkariert.
Warum auch immer diese Maßnahmen dann von Altenkirchner Seite hingenommen wurden, darüber will ich hier nicht spekulieren.

Obwohl die seinerzeitigen Spezialisierungsargumente m.E. nach wie vor ihre Berechtigung haben, wird darüber nicht mehr diskutiert!
Das politische Manöver, nur noch über den Standort eines neuen Hauses zu streiten, scheint leider aufzugehen und lenkt den Blick in eine teure Sackgasse!
#2 von
Manfred Schmitt, am 09.11.2019 um 14:32 Uhr
Was für ein Zirkus! Es erweckt den Eindruck, dass die Verantwortlichen Angst vor einer Entscheidung haben. Lediglich der Herr Geschäftsführer DRK lehnt sich entspannt zurück und will sein Krankenhaus nach Möglichkeit zum Nulltarif und mit Bahnanschluss. Ketzerisch werfe ich ein, ob man dann, bei einem Neubau, nicht auch eine Ausschreibung bzgl. des Trägers macht. Zum Leidwesen des Steuerzahlers darf man getrost davon ausgehen, dass die 100 Mio. nicht reichen werden. Ich rechne mit locker 30 Millionen mehr...
#1 von Frank Albrecht, am 08.11.2019 um 18:50 Uhr

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