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Nachricht vom 12.11.2019    

Fachoberschule Gestaltung besucht die Kulturstadt Weimar

Da man sich im Unterricht intensiv mit dem Bauhaus beschäftigt hatte, konnte im Jahr des 100-jährigen Bauhaus-Geburtstages kein anderes Ziel für die zweitägige Studienfahrt der FOS 12 der August-Sander-Schule Altenkirchen infrage kommen. Auf dem Programm stand an erster Stelle der „große Bauhaus-Spaziergang“, der ausgehend von der berühmten Bauhaus-Universität mit dem ebenso berühmten Gropius-Zimmer zum „Haus am Horn“ führte.

Das Gruppenfoto zeigt den Treppenaufgang in der Bauhaus-Universität mit der Bronzeplastik „Eva" von Auguste Rodin im Vordergrund. Foto: Privat

Altenkirchen. Das „Haus am Horn“ wurde für eine erste Ausstellung der Bauhaus-Schule aus den kubischen Bauelementen von Georg Muche als Prototyp realisiert. In ihm präsentierten die Meister (Lehrer des Bauhauses), wie sie sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts zeitgemäßes Bauen und Wohnen vorstellten. Die Schüler konnten im Haus die Räume erleben und einen Eindruck von der einstigen Möblierung gewinnen.

Anfang des 20. Jahrhunderts bot das „Haus am Horn“ eine ideale Werbefläche für neue Materialien (Beton, Glas, Stahl) und Technologien. Es war ein Gemeinschaftswerk aller Bauhaus-Werkstätten. Da die Fachoberschüler in der 11. Klasse in den unterschiedlichsten Betrieben ihre Praktika absolviert hatten (Tischler, Raumausstatter, Maler, Mediengestalter, etc), war es für sie höchst interessant, hier angewandte Bauhaus-Gestaltung im Original aus der Nähe zu betrachten.

Noch vor der offiziellen Eröffnung der „Triennale der Moderne“ in Weimar konnte die Gruppe aus Altenkirchen an einer Vernissage teilnehmen. Titel: „Erfurt/Haifa. Architekturen der Moderne im Dialog“. Die August-Sander-Schüler lernten bei dieser Gelegenheit Naftali Fürst (87) aus Haifa kennen, einen Buchenwald-Überlebenden, der mit seiner Frau in Haifa lebt.



Abends stand mit dem „Jungen Theater Weimar“ eine Impro-Show auf dem Studienfahrt-Programm, das am zweiten Tag mit weiteren Highlights gespickt war: ein Rundgang durch das (alte) „Neue Museum“, der die Entwicklung der Designgeschichte erlebbar machte, gefolgt von einem Besuch des (tatsächlich neuen) Bauhaus-Museums, wo die Schüler unzählige Produktdesigns wiedererkannten, mit denen sie sich im Unterricht beschäftigt hatten. Den Leitspruch des Bauhauses „Form folgt Funktion“, konnte man dort in vielen Ausstellungsstücken erkennen.

Selbstverständlich durfte ein Besuch in Weimar auch die Anna-Amalia-Bibliothek nicht auslassen und zum Abschluss lenkte ein Rundgang durch die Altstadt unter der Führung eines Kunsthistorikers den Blick auf unterschiedliche Baustile.
Am Ende ihres Aufenthalts in Weimar waren sich alle einig: Außerschulische Lernorte wie die geschichtsträchtige Kulturstadt Weimar sind ungeheuer inspirierend. Ein Schüler, der sein Betriebspraktikum in einem Restaurationsatelier absolviert hatte, meinte sogar: „Hier würde ich gerne studieren“. (PM)


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