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Nachricht vom 14.11.2019    

Förderprogramm: Altenkirchen wünscht sich weiteres „Upgrade“

Die Sanierung in Altenkirchen ist gerade erst einmal ein gutes Jahr Geschichte, da beschäftigen sich die lokalen Gremien bereits mit zwei weiteren Großprojekten. Zum einen möchte sich die Stadt um die Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm bewerben, zum anderen nimmt die Sanierung der Straßen im Baugebiet "Auf dem Steinchen" konkretere Formen an.

Für das Baugebiet "Auf dem Steinchen" wurden erste Überlegungen für die Sanierung der Stadtstraßen vorgestellt. (Foto: hak)

Altenkirchen. In rund 25 Jahren hat sich die Stadt Altenkirchen dank der Sanierung gewaltig verändert und schlichtweg zum Positiven hin entwickelt. Dass es immer noch Möglichkeiten gibt, das Erscheinungsbild deutlich zu verbessern, machten in der Marathonsitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Mittwochabend (13. November) Friedrich Hachenberg und Dennis Behrami vom Büro für Städtebau und Umweltplanung "Stadt-Land-plus" aus Boppard-Buchholz deutlich. Sie legten dem Gremium eine 60-seitige Ausarbeitung vor, die als Grundlage für die Bewerbung zur Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm dienen kann und die einstimmig beschlossen wurde (der Stadtrat wird final das Thema behandeln).

Viele Dinge angesprochen
Detailliert zeigten Hachenberg und Behrami die Punkte in einem von ihnen definierten Bereich auf, die durchaus für ein Upgrade in Frage kommen. Dazu zählten beispielsweise die Modernisierungen diverser Straßen (Beispiele Schützenstraße, Dammweg, Koblenzer- und Kölner Straße) sowie des Schlossplatzes. Genannt wurden zudem die Schaffung von Fußgängerüberwegen (Quengelstraße), die einer Promenade zum Quengelsbach, die Überarbeitung des Jugendtreffs im Weyerdamm (Stadtpark) und eine Verbindung über die Bahnstrecke Altenkirchen-Westerburg hinweg ins Wiesental (Wied-Aue). "Darüber hinaus sollte die Stadt ihre Lage an fünf Bächen deutlicher herausarbeiten", nannte Hachenberg einen aus seiner Sicht immens wichtigen Ansatzpunkt. Grundsätzlich forderte er eine erhebliche Steigerung der Begrünung.

Kosten bei rund 10 Millionen Euro
Natürlich gingen Hachenberg und Behrami auch auf den Investitionsbedarf ein. So belaufen sich die geschätzten Kosten auf knapp über 10 Millionen Euro. Fördermittel könnten in Höhe von 5,3 Millionen Euro fließen, an weiteren Einnahmen wurden 2,2 Millionen Euro angesetzt, so dass auf die Stadt ein Betrag von 2,6 Millionen Euro zukommen könnte. "Sie müssen eine Stadtentwicklung ganzheitlich und zukunftsorientiert denken", sagte Hachenberg. Hat der Stadtrat sein abschließendes Okay gegeben, folgt die offizielle Bewerbung um die Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm. "Das wird im März oder April des kommenden Jahres geschehen", sagte Burkhard Heibel als Leiter der Abteilung Infrastruktur, Bauen und Umwelt im Rathaus. Sein Stellvertreter Ulrich Konter ergänzte: "Eine Entscheidung wird bis Ende des kommenden Jahres vorliegen." Dann jedoch beginnt das Prozedere zunächst einmal von vorne. Denn eine Neuauflage einer Bestandsaufnahme, wie sie "Stadt-.Land-plus" vorlegte, muss ausgeschrieben werden, ehe sie der kostengünstigste Anbieter umsetzen darf.

Diskussion über Radwege
Auch der Ausbau (Sanierung) der städtischen Straßen im Baugebiet "Auf dem Steinchen" ist ein Projekt, das nicht gerade billig daherkommen wird. Andreas Pohle von Planeo Ingenieure (Hachenburg) stellte in einer ersten Entwurfsplanung seine Vision vom künftigen Aussehen vor. Vorausgegangen war eine immens kleinteilige Arbeit, denn anhand von mehr als 10.000 aufgenommenen Punkten konnte Pohle ein sehr exaktes Bild mit Hauseingängen und Grundstückszufahrten präsentieren. Für ihn galt es zudem, die unterschiedlichen Breiten der Straßen zwischen 10 und 3 Metern zu berücksichtigen, um ein einheitliches Gewand zu erreichen. So werden Fahrbahnen unterschiedlich breit, sollen Gehwege und Parkbuchten sich ohne Höhenabtrennung anschließen, während Pflanzbereiche 15 Zentimeter herausgehoben werden. Aber, und die Frage, von Walter Wentzien (FWG) aufgeworfen, wurde nicht abschließend geklärt, sondern als Auftrag an Planeo einstimmig zurückgeben: Wie können Radwege in die zwei am meisten befahrenen Straßen "Auf dem Steinchen" und Lohmühlenweg integriert werden? Wie der neue Look einmal aussehen könnten, dafür hatte Vivien Schneider, Auszubildende bei Planeo, mit ihrer Animation gesorgt.



Stolpersteine sind möglich
Einstimmig sprach sich der Ausschuss für das Verlegen von Stolpersteinen im öffentlichen Raum aus. Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt nannte es ein"interessantes Konzept" des Künstlers Günter Demnig. Über 80.000 Erinnerungstafeln gedenken inzwischen der Menschen (nicht nur Juden), die in der Zeit des NS-Regimes meist dem Holocaust zum Opfer fielen. Die Steine, die auf der Oberseite kleine Metallplatten mit den Namen der Getöteten tragen, verlegt Demnig vor deren letzten (freiwilligen) Wohnungen im Straßen- oder Gehwegpflaster. Das 1992 gestartete Projekt ist in 1265 deutschen Kommunen und in 24 Staaten Europas mittlerweile zum größte dezentralen Mahnmal der Welt geworden. Der Förderverein Bismarckturm hatte die Genehmigung für das Verlegen von Stolpersteinen beantragt. Wie schließlich die Kosten gedeckt werden, muss noch geklärt werden.

Drei Namen für das Online-Voting stehen bereit, wenn es um die Namensgebung für die neue Straße im Baugebiet im Altenkirchener Stadtteil Honneroth geht. Aus einer Vielzahl von Vorschlägen kristallisierten sich diese drei Möglichkeiten heraus: Gebrüder-Grimm-Straße, Berthold-Brecht-Straße und Hölderlein-Weg. Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am 17. Dezember den Namen beschließen, der die meisten Stimmen erhalten hat. In Honneroth sind viele Straßen nach Dichtern und Denkern benannt. Schließlich fasste die Zusammenkunft noch einen einstimmigen Beschluss, als nächstes mögliches Bauland den Bereich "Auf dem Eichelchen"(6,6 Hektar, gut teilbar ist fast zwei gleichgroße Areale) in Altenkirchen-Leuzbach ins Auge zu fassen. Auf der Strecke blieben "Honneroth III" (in Verlängerung des Feuerwehrhauses und parallel zur L 267/Kumpstraße) und "Steinchen" (zwischen Umgehungsstraße und akuteller Bebauung der Straße "Auf dem Steinchen"). (hak)


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