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Nachricht vom 24.11.2019    

"The Spirit of Falco": Erinnerungen an einen Superstar

Falco lebt? Nee, mit Sicherheit nicht! Bekanntermaßen starb er vor über 21 Jahren bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Und doch: Die Ähnlichkeit ist frappierend. Hans-Peter Gill lebt Falco, ist Falco, verbreitet "The Spirit of Falco". Vom Aussehen, vom Gesang, von der Gestik, von allem halt. Auch wenn es nur für gut zwei Stunden der Fall ist.

Hans-Peter Gill als Falco und seine Band begeisterten die Zuhörer bei ihrem Gastspiel am Samstagabend in Altenkirchen. (Foto: hak)

Altenkirchen. Wer kennt Falco schon genau? Gewiss niemand an diesem Samstagabend. Außer einem. Und der ist das perfekte Double des viel zu früh verstorbenen österreichischen Superstars. Hans-Peter Gill macht sich Falco zu eigen. In einer Show, die die Zeit zurückdreht in die 1980- und 1990er-Jahre, die Zeit eben, in der Johann "Hans" Hölzl in den Musik-Olymp aufsteigt, aber auch den einen oder anderen massiven Absturz erlebt. Gill ist im Altenkirchener Autohaus Hakvoort auf Initiative des Kultur-/Jugendkulturbüros Haus Felsenkeller pedantisch, das muss er auch sein. Da denkt er an jede Kleinigkeit, die ihn Falco ganz nahe bringt: Sonnenbrille, gegeltes Haar, Mimik. Dinge, die ihn seinem Idol zum Verwechseln ähnlich machen. Da sind die maßgeschneiderten Bühnenoutfits, die den Originalen in jedem Nadelstich entsprechen. Da sind die Gesten, die er in mühevoller Kleinarbeit vor dem Spiegel so lange einstudiert hat, bis sie kaum eine Nuance von denen Falcos abweichen. Und dann ist da noch die Stimme, die Gill seinem Vorbild sehr, sehr nahe kommen lässt. Und zu allem Glück steuert seine Herkunft einen nicht unerheblichen Teil zur beinahe perfekten Kopie der Legende bei. In puncto Akzent liegen sich München und Wien erheblich näher als Hamburg und Wien.

Kleinlich und ambitioniert
Gill ist kleinlich und ambitioniert. Beinahe 99 Prozent sind sein Ziel, Falco von Kopf bis Fuß zu sein. Und das gelingt für rund zwei Stunden so gut wie ohne Schwächen. Er trägt die Megaseller vor. "Der Kommissar", "Vienna calling", "Jeanny" und wie sie alle heißen. Und auch die, die nicht zu ganz großen Ohrwürmern geworden sind. So wird deutlich, wie genial die Stücke sind. Wie Falco beispielsweise mit "Rock me Amadeus" den Bogen von der Gegenwart in die Vergangenheit spannt und den Werdegang Mozarts beschreibt. Nach wie vor ist der Song das erste und bislang einzige deutschsprachige Lied, das sowohl in den US-amerikanischen Billboard Charts als auch in den britischen UK Top 40 jeweils die Spitzenplatzierung erreichen konnte. Oder wie Falco in "Titanic" die High Society und deren Moneten aufs Korn nimmt.

Doppelleben seit 33 Jahren

Seit nunmehr 33 Jahren befindet sich Gill (49), wie er selbst sagt, in einem Doppelleben. Tagsüber der normale Mensch aus der bayrischen Hauptstadt, abends vor Publikum eben Falco, den er 1986 bei einem Konzert in der Münchner Olympiahalle live erlebt hat. Seit diesem Tag ist er seinem Idol mit Haut und Haaren verfallen. Nix hilft Gill, diese "Krankheit" zu kurieren. Er kennt Falcos Mutter (sie stirbt im Jahr 2014), von der sich die Genehmigung einholt, die musikalische Erinnerung an deren Sohn nicht verblassen zu lassen. Besuche auf dem Wiener Zentralfriedhof an der letzten Ruhestätte der Ikone gehören zum jährlichen Pflichtprogramm.



Eine Rolle für ewig?
Ob Gill irgendwann mal die Rolle des Doubles wieder ganz los wird, wer weiß es schon. Er jedenfalls ist nach wie vor gefangen im Geiste Falcos, "The Spirit of Falco", wie die aktuelle Tour heißt, und das als einziger von der Privatstiftung des Österreichers offiziell autorisierter Interpret und Solokünstler Deutschlands. Dass er seine Verwandlung beherrscht, davon sind die Altenkirchener schon im Spiegelzelt 2018 begeistert gewesen. Was wäre Gill indes ohne seine Band? Wahrlich nur ein halber Falco. Uwe Felski (Bass), Nino Jung (Keyboard), Patrick Bernath (Schlagzeug) und Raphael Neikes (Gitarre) bilden die perfekte Ergänzung zu dem Mann, der so gern im Scheinwerferlicht steht. Und dieses Gesamtpaket inklusive der fantastischen Backgroundsängerin Jassi Segovic ist die Garantie, dass "Herr Hölzl", dessen Gefühle zu Lebzeiten eine wahnsinnige Bandbreite einnehmen konnten, für einen Auftritt lang beinahe wieder von Angesicht zu Angesicht zugegen ist. Falco lebt! (hak)


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