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Nachricht vom 24.11.2019    

AGUS Wanderausstellung und Programm berührte Teilnehmende

Die Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen präsentierte kürzlich die Wanderausstellung der AGUS e.V. (Angehörige um Suizid), „Suizid - keine Trauer wie jede andere – Gegen die Mauer des Schweigens". Das Begleitprogramm wurde gemeinsam mit dem Hospizverein Altenkirchen e. V. und dem Evangelischen Kirchenkreis gestaltet, die auch vom Katholischen Bildungswerk, den AWO-Betreuungsvereinen im Landkreis Altenkirchen sowie durch Sponsoren unterstützt wurden.

Die Organisatoren der Ausstellung wollen das Schweigen brechen. Foto: Privat

Altenkirchen. Alle Beteiligten wollten für das Thema „Trauer nach Suizid“ sensibilisieren, etwas gegen die Mauer des Schweigens tun.
Die Wanderausstellung bot reichhaltige Informationen und Berichte von Betroffenen.

Nach der Eröffnung wurden am zweiten Tag der Ausstellungszeit im Film „Nichts ist mehr, wie es war“ die Aussagen von Angehörigen nach dem Suizid eines Angehörigen vorgestellt. Betroffene unter den Gästen fühlten sich verstanden und konnten die Schilderungen bestätigen.

Lebendig, eindrücklich und nachvollziehbar war der Vortrag von Uwe Hauck in der Kreisverwaltung Altenkirchen. Erst als eine Verkettung von unterschiedlichen Umständen und das intuitiv beherzte Handeln seiner Frau seine Selbsttötung verhindert hatte, konnte er beginnen, sich seiner Depression zu stellen. Schritte auf dem Weg zum neuen Leben beschreibt er als Autor und durch Vorträge. Einen Aktivisten nannte Dr. Holger Ließfeld ihn bei der Begrüßung. Hauck ermutigte die Gäste, über Probleme zu reden und die Familie teilhaben zu lassen, die Wahrheit auszusprechen und aufzuklären. Das gegenseitige urteilsfreie Zuhören sei das Wichtigste.

Autorin Juliane Vieregge aus Tübingen sprach in der Wäller Buchhandlung anschaulich über ihr nach 10 Jahren Arbeit herausgegebenes Buch „Lass uns über den Tod reden“. Achtzehn Erfahrungsberichte von bekannten Persönlichkeiten spiegeln, wie individuell jede Verlusterfahrung und Trauer gelebt wird.

Von besonderer Erfahrung und Qualität war der Liederabend mit Bea Nyga in der Landjugendakademie. „Wohnzimmer Konzert“ nannte sie es schmunzelnd und vermittelte temperamentvoll sowie auch einfühlsam, dass die Verbundenheit auch über die Musik gelebtes Leben würdigt, Schmerzen und Trauer ausdrückt und uns mit Lebensmut beschenkt. Zusätzlich ließen Texte und Mitmachlieder alle Gäste am Liederabend bereichernd mitwirken.




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Ein weiterer Filmabend „Im Winter ein Jahr“ fand in der Landjugendakademie statt und beschrieb emotional mitreißend die Erschütterungen, die der plötzliche Tod eines Familienmitglieds auslösen kann. Ein eindrucksvoller, berührender Film mit Karoline Herfurth und Josef Bierbichler in den Hauptrollen. Brillant wurde spürbar, wie auch auf ungewollten Umwegen ein neuer Weg geebnet werden kann für einen neuen Anfang.

Mit einem stillen Gedenken an Suizid betroffene Personen wurde die Ausstellung im Andachtsraum der Landjugendakademie mit Helga Seelbach abgerundet. Anschließend gab es Gelegenheit, mit der Opferschutzbeauftragten im Polizeipräsidium Koblenz, Michaela Gasber, der Kriminalhauptkommissarin Anja Rübenach von der Polizeiinspektion Altenkirchen, Christa Albrecht AGUS ,Selbsthilfegruppe Koblenz und Christine Lauber aus Limburg ins Gespräch zu kommen. Es entstand eine rege Diskussion und es wurden viele Fragen der Teilnehmer beantwortet.

Dennoch bleibt die Erkenntnis und Tatsache, dass das Sterben, der Tod und das Abschiednehmen immer noch Tabuthemen sind. Die betroffenen Angehörigen sind auf Unterstützungsangebote angewiesen. Vor allem werden die Anteilnahme und das urteilsfreie Zuhören meist dankbar angenommen.


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