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Nachricht vom 25.11.2019    

DigitalPakt Schule: Eine halbe Million fließen in die Grundschulen

Der "DigitalPakt Schule" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung macht es möglich. In den fünf Jahren bis 2024 fließen 551.000 Euro in die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, die mit diesem Geld das Zeitalter der modernen Technik in ihren Grundschulen vorantreiben kann.

Auch die Pestalozzi-Grundschule in Altenkirchen hat schon einige Hausaufgaben auf dem Weg zu mehr Digitalisierung gemacht. (Foto: hak)

Altenkirchen. Es ist ein mühsames Unterfangen, Schulen besser in die digitale Welt zu integrieren. Da fehlt es an leistungsstarken Anschlüssen an die weltweite Datenautobahn, da mangelt es an Hard- und/oder Software, um Mädchen und Jungen über PCs, Tablets und Co. neue Möglichkeiten der Bildung anzubieten. Vor diesem Hintergrund kommen die 551.000 Euro gerade recht, die aus dem "DigitalPakt Schule" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2024 an die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld (beide fusionieren zum 1. Januar 2020) überwiesen werden.

Guter Standard vorhanden
Bei der Weiterentwicklung der digitalen Ausstattung können die Erich-Kästner-, die Pestalozzi- (beide Altenkirchen) und die Bürgermeister-Raiffeisen-Grundschule (Weyerbusch), für die die Verbandsgemeinde Altenkirchen verantwortlich ist, schon auf einem guten Standard aufbauen. "Alle verfügen über einen DSL-Anschluss mit einer Geschwindigkeit von 16 mbit, alle über ein Netzwerk", erläutert Mathias Rabsch als IT-Verantwortlicher im Rathaus. Dafür habe die Verbandsgemeinde in den zurückliegenden Jahren in Eigenleistung gesorgt. Bis auf einen Klassenraum sind bereits alle mit jeweils einem Whiteboard ausgestattet. "Das noch fehlende an der Pestalozzi-Grundschule in Altenkirchen wird bis Ende des Jahres geliefert sein", ergänzt Rabsch und weiß, dass die zuerst in Betrieb genommenen auf den November 2012 zurückgehen, eine Ewigkeit in puncto Entwicklung im digitalen Bereich. Neben Computerräumen (mit stationären PCs) gehören 16 Tablets pro Schule bereits zur Grundausstattung. Hin und wieder stehen sogar in Klassenräumen weitere Desktop-Computer. Hilfreich, so Rabsch, sei auch die Teilnahme an der Aktion "Medienkompetenz macht Schule" gewesen. Mit dem finanziellen Zubrot von 7000 Euro pro Schule konnten Tablets gekauft und deren Betrieb gewährleistet werden.

Projekt des Kreises
Rabsch freut sich aber nicht nur auf das Geld vom Bund, er blickt ebenfalls mit einer gewissen Vorfreude auf ein Projekt des Kreises Altenkirchen, das superschnelles Internet für 38 Schulstandorte im AK-Land bringen wird. Der erste Bauabschnitt in der Verbandsgemeinde Kirchen ist bereits abgeschlossen. "Nach und nach folgen die anderen Verbandsgemeinden", sagt Rabsch. Knapp 15 Millionen Euro sollen investiert werden, die Hälfte übernimmt der Bund, 40 Prozent steuert das Land bei. Ziel ist je ein Glasfaseranschluss, der die Grundlage für den rasanten Zutritt und die fixe Bewegung im Internet darstellt. Die neue Leitung wird bis an die Schule gelegt, für die Verbindung mit dem hausinternen Netz sorgt der Träger und kann die Kosten aus dem Bundestopf decken, weil es als eine infrastrukturelle Maßnahme gilt. Ideal wäre für Rabsch diese Formel: "Ein Gigabit für bezahlbares Geld."

Schulen legen Konzepte vor
Bevor nun einfach auf "Teufel komm raus" digitale Errungenschaften gekauft werden, muss jede Schule zunächst ein Konzept vorlegen, wie sie die neuen technischen Möglichkeiten einzusetzen gedenkt. Für Rabsch steht zunächst aber die deutliche Verbesserung des WLAN-Angebots als vordringlichste Aufgabe in allen Schulen an. "Weg mit einer häuslichen und hin zu einer professionellen Technik", lautet sein Motto. Auch leitungsfähigere Server und weitere aktuelle Whiteboards haben Eingang in die Wunschlisteliste gefunden. Beide Aspekte können über den Digitalpakt abgerechnet werden. Gedeckelt auf 20 Prozent der Fördersumme, die das BMBF zur Verfügung stellt, sind Anschaffungen wie Tablets, PCs oder Software. "Schön wäre es, wenn wir zwei bis drei komplett ausgestattete Tabletkoffer pro Schule hätten", sagt Rabsch, in jedem einzelnen weiß er 20 dieser handlichen Geräte.

Überblick noch nicht komplett
Noch keinen kompletten Überblick hat Rabsch, der auch nach der "Ehe" der beiden Gebietskörperschaften in seiner jetzigen Funktion tätig sein wird, von der Situation in der Verbandsgemeinde Flammersfeld. Seines Wissens nach verfügt die Raiffeisen-Grundschule in Flammersfeld über kein Whiteboard und nur über rudimentäres WLAN in den Fluren. In der Glück auf!-Grundschule in Horhausen, die derzeit um einen Anbau wächst, soll es seiner Aussage nach mehrere Whiteboards geben. Im Zuge der Vergrößerung solle ein komplettes Netzwerk entstehen, während er sich noch über die Lage an der Grundschule "Lahrer Herrlichkeit" in Oberlahr informieren muss.

Auch die Kitas an der Reihe?
Und dann blieben noch die Kindertagesstätten als Bildungseinrichtugen. Inwieweit sie eines Tages digital aufgerüstet werden müssen, vermag Rabsch nicht zu sagen. Für die 12 kommunalen in der Verbandsgemeinde Altenkirchen gilt: Alle verfügen jeweils über einen DSL-Anschluss. "Bis zum Jahresende sollen alle Gruppen je ein Laptop ihr Eigen nennen, um dem umfänglichen Schriftkram Herr werden zu können", blickt er voraus. Darüber hinaus gelte es, das WLAN zu verbessern. Alle Einrichtungen sind nach und nach mit Farbkopierern ausgestattet worden, die zentral von der Verbandsgemeinde bezahlt wurden, die Kosten also nicht über die Budgets der einzelnen Kitas liefen.

5 Milliarden Euro im Topf
Mit dem Digitalpakt (offiziell DigitalPakt Schule) haben die Bundesregierung und der Bundestag im Jahr 2018 die Absicht bekundet, die Digitalisierung in den allgemeinbildenden Schule mit 5 Milliarden Euro zu fördern. Am 15. März 2019 stimmte der Bundesrat nach dem Bundestag der Änderung des Grundgesetzartikels Artikel 104c zu, womit der Digitalpakt endgültig beschlossen war. Am 17. Mai 2019 trat die "Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule 2019 bis 2024" schließlich nach Unterzeichnung aller Länder und der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Bis Mitte August 2019 hatten erst 9 von 16 Bundesländern die notwendigen Förderrichtlinien veröffentlicht. (hak)


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