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Nachricht vom 30.11.2019    

Vor der Fusion: Allerletzte Sitzung des VG-Rates Flammersfeld

Die Einen haben es bereits hinter sich, die Anderen noch nicht: Die allerletzte Sitzung des Verbandsgemeinderates Flammersfeld endete mit einer lockeren Feier, die des Pendants in Altenkirchen ist für den 12. Dezember terminiert. Zum 1. Januar 2020 tritt die Fusion der beiden Gebietskörperschaften in Kraft, unmittelbar im Anschluss werden die neu besetzten Gremien jeweils ihr Arbeit aufnehmen.

Fuchs, du hast nicht die Gans gestohlen, sondern warst einmal Bürgermeister der Verbandsgemeinde Flammersfeld mit ihren 26 Ortsgemeinden. Das verdeutlicht das Geschenk, für das Artur Melles (Oberlahr) verantwortlich zeichnete (von links): Rolf-Schmidt-Markoski, Ottmar und Birgit Fuchs. (Foto: hak)

Oberlahr. Sag beim Abschied leise Servus: Peter Kreuders großer Goodbye-Schlager gehört längst zu den immens oft zitierten geflügelten Wörtern. Still und leise im Hinterstübchen jedoch ging im Oberlahrer Westerwald-Treff eine Ära nicht zu Ende. Locker und flockig kam die Feier im Anschluss an die letzte Sitzung des Verbandsgemeinderates Flammersfeld mit zahlreichen Gästen daher, die einen Meilenstein in der regionalen Geschichte darstellte. Es wird keine weitere Zusammenkunft dieses Gremiums mehr geben. Denn zum 1. Januar 2020 fusionieren die beiden Verbandsgemeinden (VG) Altenkirchen und Flammersfeld zur neuen Groß-VG Altenkirchen-Flammersfeld. Alle Gremien nehmen in neuer Besetzung jeweils ihre Arbeit unter Bürgermeister Fred Jüngerich auf, der die Geschicke zunächst bis zum 31. Dezember 2027 lenken wird.

Ein Blick zurück
Nachdem das Gremium seine finalen Beschlüsse wie die Ermächtigung zur Vergabe der Dachdeckerarbeiten am Umkleidegebäude im Stadion Bruch (Kosten rund 35.000 Euro) oder die Auftragsvergabe für die Anschaffung eines Einsatzleitwagens für den Löschzug Pleckhausen (Kosten rund 167.000 Euro) alle einstimmig auf den Weg gebracht hatte, ließ Erster Beigeordneter Rolf Schmidt-Markoski kurz den Werdegang der Bürgermeisterei/des Amtes/der Verbandsgemeinde Flammersfeld seit der Gründung im Jahr 1816 mit 33 Ortsgemeinden und rund 3200 Einwohnern Revue passieren (heute sind es 12.660 in 26 Ortsgemeinden). Nach kleineren territorialen Änderungen hat die im Jahr 1968 gegründete VG seit 49 Jahren den heutigen Zuschnitt. "Mehrfach bin ich mit der Frage konfrontiert worden, warum ich nicht für den Erhalt der VG gekämpft habe", berichtete Schmidt-Markoski und fügte direkt seine Antwort an: "Ich bin fest davon überzeugt, dass langfristig gesehen der Zusammenschluss unserer VG mit einer anderen zu einem größeren, leistungsfähigen Gebilde der richtige Weg ist. Natürlich geben wir mit der Fusion ein Stück eigene Identität und Eigenständigkeit auf, und es ist kein Grund für ,Freudensprünge'. Es ist aber auch kein Grund, um den Kopf in den Sand zu stecken, denn wir gewinnen aber auch auf der anderen Seite durch positive Ergänzungen in vielen Bereichen und durch Synergieeffekte. Die VG Flammersfeld geht mit der Fusion nicht unter, sondern wird ein lebendiger und prosperierender Teil der neuen und großen VG."

Ottmar Fuchs verabschiedet
Schmidt-Markoski war es auch, der anstelle des erkrankten Bürgermeisters Ottmar Fuchs sehr intensiv in den Zusammenlegungsprozess eingebunden war und immer noch ist, auch, weil der VG-Rat im Sommer dem Wunsch von Fuchs, am 31. Dezember den einstweiligen Ruhestand antreten zu wollen, einstimmig entsprochen hatte. Zuvor hatte er sich im März 2018 einer schweren Herzoperation unterziehen müssen. "Ich finde, dass es Ihnen in der relativen, durch Ihre Krankheit bedingten kurzen Amtszeit gelungen ist, das Feld gut zu bestellen und unsere VG weiterzuentwickeln", beschrieb Schmidt-Markoski das Wirken von Fuchs, der am 1. Januar 2015 die Position des Chefs übernommen hatte. "Jeder Bürgermeister prägt auf eigene Weise seine VG, so hat sich Ottmar Fuchs sehr für die Stärkung des Ehrenamts, für unsere Feuerwehren und den Ausbau der Infrastruktur, insbesondere der Breitbandversorgung, eingesetzt", bilanzierte Schmidt-Markoski und machte vor der baldigen Verschmelzung deutlich: "Nach Ottmar Fuchs wird es keinen weiteren Bürgermeister der VG Flammersfeld mehr geben!"

Die neue VG wird gelingen
Fuchs (61) seinerseits gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass "die neue VG gelingen wird". Er sprach von einer tollen Zeit in diesem Amt, "ich habe mich bei Euch sehr, sehr wohl gefühlt". Er streifte kurz die "etlichen zukunftsweisenden Projekte" wie das Feuerwehrkonzept oder die Breitbandversorgung, die unter seiner "Regentschaft" beschlossen worden waren, die aber "ohne die Mannschaft, das Orchester im Rathaus", nicht hätten realisiert werden können. Worte des Dankes richtete er ebenfalls an seine Familie, die er als großes Rückgrat bezeichnete, seine Frau Birgit habe ihm oft den Rücken freigehalten. Überzeugt ist Fuchs, der im Rückblick auf seine Erkrankung meinte, dass sich auch ein anderer Weg hätte ergeben können, dass "die Teams aus Altenkirchen und Flammersfeld zusammenwachsen werden und den vernünftigen Bürgermeister Jüngerich unterstützen. Er hat es verdient."

Wir haben uns hübsch gemacht
Nicht nur in Flammersfeld gehe die Wehmut um, "auch in Altenkirchen", knüpfte Jüngerich in seiner Funktion als Bürgermeister und auch als Sprecher der Kreisgruppe des Gemeinde- und Städtebundes den Faden zum anderen künftigen "Ehepartner". Er drehte die Zeit zurück und erinnerte sich an das erste Fusionsgespräch, als er als Büroleiter und der damalige Bürgermeister Heijo Höfer in Flammersfeld vorstellig geworden waren. "Dat hier giwt im Leben nichts", lautete Jüngerichs erstes Fazit, dass er auch seinem Kollegen Eugen Schmidt mitgeteilt habe. Als die Flammersfelder Bemühungen, mit Dierdorf, Puderbach oder Asbach anzubandeln ("Keiner wollte so richtig"), nicht von Erfolg gekrönt waren, "haben wir uns hübsch gemacht". Inzwischen "sind wir auf einem guten Weg", beschied Jüngerich den Fortgang des Fusionsprozesses, "in vielen Bereichen haben sehr viele sehr vieles richtig gemacht, sonst wären wir nicht an dieser Stelle". Er lobte Fuchs, den er aus dessen Zeit im Altenkirchener Rathaus (1975 bis 2014) zum Beispiel als Personalratsvorsitzenden bestens kennt, als Mann, der immer zu seiner Meinung gestanden habe und nie umgefallen sei.

Verdiente Ratsmitglieder geehrt
Durch das Programm führten Martina Beer und Rolf Schmidt-Markoski. Grußworte sprachen Alois Weißenfels (Peterslahr) für die Ortsbürgermeister der VG und Frank Diefenthal als Personalratsvorsitzender der Verbandsgemeindeverwaltung Flammersfeld. Wolfgang Scharenberg sorgte für die musikalische Begleitung. Die Ehren-Urkunde des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz in Würdigung der Verdienste um das Gemeinwohl (Mitgliedschaft im VG-Rat) erhielten jeweils: Manfred Maurer (Berzhausen/40 Jahre und auch Beigeordneter), Matthias Runkel (Güllesheim/30 Jahre, konnte nicht teilnehmen), Wolfgang Herrig (Horhausen/25 Jahre, konnte nicht teilnehmen), Hella Becker (Flammersfeld/25 Jahre), Rolf-Schmidt-Markoski (Horhausen/25 Jahre), Armin Supenkämper (Seelbach/24 Jahre) und Klaus Wiesemann (Schürdt/20 Jahre). Aus dem VG-Rat wurden verabschiedet, weil sie nicht mehr im neuen der Groß-VG vertreten sind: Armin Supenkämper (Seelbach), Richard Schmitt (Willroth), Wilfried Wilsberg (Burglahr), Wolfgang Herrig (Horhausen), Alois Weißenfels (Peterslahr), Dieter Tiefenau (Niedersteinebach), Wolfgang Conzendorf (Seifen), Klaus Kölschbach (Rott), Manfred Maurer (Berzhausen), Matthias Runkel (Güllesheim), Klaus Wiesemann (Schürdt), Ursula Kamp-Nikolaus (Horhausen), Christoph Orthen (Horhausen), Michael Becker (Pleckhausen), Ralf Lichtenthäler (Reiferscheid) und Ingrid Bergmann (Flammersfeld). (hak)


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