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Nachricht vom 19.12.2019    

Tafelarbeit als ökumenische Gemeinschaftsaufgabe

„Sie bescheren nicht nur zur Advents- und Weihnachtszeit, sondern über das ganze Jahr hinweg und das freiwillig, ehrenamtlich und mit großer Empathie. Das kann man, eben nicht nur im Hinblick auf Weihnachten, auch als gelebte Ökumene und Nächstenliebe sehen“, äußerte anerkennend der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel vor Helferinnen und Helfern der Tafel Wissen.

Erwin Rüddel unterhielt sich bei der Wissener Tafel auch mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, deren Engagement er lobend betonte und ihnen dafür persönlich dankte.
(Foto: Reinhard Vanderfuhr / Büro Rüddel)

Wissen. Die Tafel Wissen besteht seit nunmehr genau zehn Jahren als ökumenische Einrichtung in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde. „Getragen wird unsere Tafel durch den ehrenamtlichen Einsatz von derzeit gut 70 Gemeindemitgliedern der Katholischen Pfarrgemeinde Kreuzerhöhung, der Evangelischen Kirchengemeinde sowie Freiwilligen hier aus Wissen und der Umgebung. Unsere älteste Helferin ist 85 Jahre“, informierte vom evangelischen Tafelteam Kurt Höblich.

Die beiden Kirchengemeinden sehen in der Tafel eine Verwirklichung ihrer Verantwortung vor Ort und nehmen sie als eine gemeindeeigene, gemeinsame diakonisch-karitative Aufgabe war. Dabei arbeiten sie mit öffentlichen Einrichtungen, privaten Sponsoren und Sozialverbänden zusammen – und dies immer mit dem Wunsch, dass die Tafel Wissen überflüssig werden möge.

„Die Tafel Wissen versteht sich als Angebot für Bedürftige und Menschen in Not, die derzeit 70 bis 80 Bedarfshaushalte ausmachen. Sie bietet Gemeinschaft und lädt Menschen zu sich ein“, erfuhr der christdemokratische Bundestagsabgeordnete. Die Bedürftigkeit der Tafel-Klientel stellt die Stadt fest, die auch den entsprechenden Ausweis ausstellt, der zur Nutzung des Tafel-Angebots berechtigt. Die Tafel Wissen findet wöchentlich freitags im evangelischen Gemeindehaus, Auf der Rahm, statt.

Mitarbeiter waren zum Teil selbst Tafelgäste
Während sich die fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter auch Ehemalige, die selbst Tafelgäste waren, um 10 Uhr einfinden, beginnt der eigentliche Tafel-Betrieb gegen 12 Uhr mit einer Andacht, der folgt die Ausgabe von Lebensmitteln an die Bezugsberechtigten. „Von denen ist jeder bei uns willkommen,
gleichgültig welcher Religion, Nationalität und Hautfarbe. Wir halten es mit der Prämisse: Am Tisch des Herrn sind alle willkommen!“, ließ vom katholischen Tafelteam Christine Rausch wissen.

Mit einem wöchentlich warmen Mittagstisch bietet die Tafel Wissen etwas Besonderes. Dafür verantwortlich ist das Küchenteam um Koch Andreas Baldus. „Der Mittagstisch ist ein Teil unseres Konzeptes Menschen einzuladen und Gemeinschaft zu bieten. Wir kochen immer so viel, wie der Herd hergibt. Zudem verstehen wir uns nicht nur als Lebensmittelausgabe, sondern auch als wöchentlicher Begegnungspunkt. Manche kommen bereits seit 10 Jahren“, sagte vom Tafelteam Jürgen Laumann. Auf diese Weise sind unter den Tafelgästen gute Bekanntschaften und Freundschaften entstanden. Auch das sind Gründe weshalb sich die Tafelgäste gerne einfinden.

Voraussetzung dafür, dass die Tafelarbeit ankommt, sind Spender und Unterstützer.
„Hier können wir uns, Gott sei Dank, wohlgesonnener Lebensmittellieferanten erfreuen, die uns beispielsweise mit Backwaren oder Salat und Gemüse versorgen. So halten wir stets ein reichhaltiges Angebot vor“, verlautete aus dem Tafelteam. Dabei ist die Lebensmittelabgabe von vorneherein geregelt, indem jeder Gast beim Betreten des Gemeindehauses eine Nummer ziehen muss, die dann bei der Lebensmittelabgabe aufgerufen wird.

Fahrer überprüft die Qualität der angebotenen Waren
In Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf der ökumenischen Tafel in Wissen stehen sechs verschiedene Teams. Das Logistikteam sorgt für das Abholen und Einräumen der Lebensmittel. Jeder Fahrer erhält einen Abholausweis zur Vorlage bei den Geschäften und überprüft die Qualität der angebotenen Waren. Zudem kümmern sich die Fahrer um Reinigung und Instandhaltung der Fahrzeuge und weisen auf Reparaturen und Kontrolluntersuchungen hin.

Das Qualitäts-Team sortiert und überprüft die Qualität der gespendeten Lebensmittel. Dazu hieß es: „Wir geben ausschließlich einwandfreie Lebensmittel ab.“ Das Koch-Team bereitet aus gespendeten Waren ein Mittagessen für die Tafelgäste und Mitarbeiter. Das Ausgabe-Team kontrolliert die Berechtigung zur Teilnahme an der Tafel und verteilt die gespendeten Waren an die Tafelgäste. Das Aufräum-Team ist verantwortlich für die Herrichtung der Räumlichkeiten vor und nach der Tafel. Während des Aufenthalts der Gäste bietet die Tafel Wissen zudem eine Kinderbetreuung an.

Dies alles funktionierte nicht, ohne die freiwillig ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich allwöchentlich in den Dienst der guten Sache stellen. „Wir suchen immer wieder freiwillige helfende Hände, denn ohne die ist das alles hier nicht zu leisten“, so Kurt Höblich. Dessen Dank gilt einmal mehr den Menschen, die durch ihre regelmäßigen Spenden die Tafelarbeit erst ermöglichen. Gemeint sind Spenden von Waren, die an bedürftige ausgegeben werden und Geldspenden, die den Betrieb und Unterhalt von Haus, Technik, Kühlhaus, Fahrzeugen und vielem anderen erst möglich machen.

„Großen Dank und Anerkennung möchte ich den vielen engagierten, freiwillig und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aussprechen, die durch ihre Arbeit bei der Wissener Tafel den Bedürftigen Hilfe und Wohltaten zuteilwerden lassen. Das nicht nur zum weihnachtlichen Festkreis, sondern über das ganze Jahr hinweg“, bekräftigte Erwin Rüddel.(PM)


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