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Nachricht vom 28.12.2019    

Krankenhaus Hachenburg: Bauern verteidigen ihr Land

GASTBEITRAG | „Grund und Boden der Westerwälder Landwirtschaft ist Existenzgrundlage. Ohne vorher mit den Landwirten zu sprechen verfügt die Politik über nutzbringendes Ackerland, das für den geplanten Klinik-Neubau benötigt wird!“ Das sind die Kritikpunkte, mit denen sich die betroffenen Landwirte öffentlich zur Wehr setzen und die Verfahrensweise der Politik beanstanden.

Die Landwirte wollen kein Land abgeben. Archivfoto: AK-Kurier

Hachenburg. Etwa 20 Hektar Fläche wird benötigt, um die Pläne des DRK für einen Krankenhausneubau zu verwirklichen. Die Suche nach dem Standort für ein gemeinsames Krankenhaus Altenkirchen/ Hachenburg ähnelte augenscheinlich eine Posse. Mit verschiedenen kostspieligen Gutachten untermauert wurden zwölf Standorte ausgesucht und einem politischen Zickzack-Kurs untergeordnet. Die Standortfrage und die Suche nach einem idealen Platz wurde nicht durch Sachargumente entschieden, sondern durch politische Einflussnahme und ein weiteres Gutachten (Standort Hattert), der gleich nach dem Bekanntwerden auch sofort wieder verworfen wurde. Ohne vorher mit den betroffenen Grundstückseigentümern zu verhandeln.

„Es hängen landwirtschaftliche Existenten von den Verkäufen gewinnbringender Acker- und Weideflächen ab!“, melden sich die betroffenen Landwirte lautstark zu Wort. Und das ist nicht das erste Mal, dass die Politik entscheidet, wo und welche Flächen genutzt werden und den Landwirten „abgenommen“ wurden.

Für das politisch gewollte neue Industriegebiet vor den Toren der Stadt Hachenburg, direkt an der B 413 gelegen, ist ebenfalls wertvolles Ackerland geopfert worden, obwohl auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße genügend Platz für Erweiterungen zur Verfügung gestanden hätte. Ein Beweis für Interessenten an neuem Industriegelände für das produzierende Gewerbe ließ jahrelang auf sich warten. Nur ein technischer Überwachungsverein und noch das Post-Verteil-Zentrum sind bisher dort entsprechend gebaut worden. Der Wunsch nach einer umfangreichen Ansiedlung von Gewerbetrieben zerplatzte wie eine Seifenblase. Für den Bau einer großflächigen Photovoltaik-Anlage war das geopferte Ackerland eigentlich zu schade… Zumal die Politik selbst verboten zuvor hatte, dass auf Ackerland solche Anlagen gebaut werden dürfen. „Dort böte sich auf bisher ungenutzter Fläche ebenfalls ein Standort für das neue Krankenhaus an“, argumentieren die Landwirte.



Die betroffenen Bauern ärgern und wundern sich über die Politik, die über die Köpfe der Landwirte hinweg landwirtschaftlich genutzte Flächen verplant, ohne vorher mit den Grundstückseigentümern zu sprechen. Reinhard Panthel

Die in Gastbeiträgen geäußerten Ansichten spiegeln die Meinung des Autors (oder: der Autorin) wider und entsprechen nicht notwendigerweise denen der Kuriere-Redaktion.

Dies waren die letzten Artikel zu dem Thema
Entscheidung: Neues Krankenhaus in Hattert oder Müschenbach

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Reaktionen zum Krankenhaus-Standort: „Nach vorne schauen“



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Kommentare zu: Krankenhaus Hachenburg: Bauern verteidigen ihr Land

6 Kommentare
Hier widerspiegelt sich die Politik und Verwaltung von Deutschland, noch nichts richtig geregelt aber schon alles beschlossen.
Wahrscheinlich schon horrende Planungskosten produziert für nichts.
Wenn man schon die Namen der Akteure liest weiß man schon, dass es sich um Fachkräfte handelt.
#6 von Stähler Dirk , am 31.12.2019 um 15:34 Uhr
Nichts scheint so schwierig, wie zwei (defizitäre) Krankenhäuser zu schließen, um ein (wirtschaftlich) neues Krankenhaus zu eröffnen? Die größte Markteintrittsbarriere: Bürgerprotest. Häufig werden kurz vor dem Schließungsbeschluss noch hohe Summen investiert, weil die verantwortlichen Politiker die unpopuläre Entscheidung scheuten. Hier ist es umgekehrt und die Politik bekommt erneut Prügel. Ist das fair?
#5 von Egon Schumann, am 31.12.2019 um 02:03 Uhr
Nach dem Nürburgringdesaster macht die SPD erneut den Geldbeutel auf.
Statt einen vorhandenen Standort auszubauen soll nach dem Motto, wenn wir schon
Geld ausgeben dann aber auch richtig - entgegen einer "nachhaltigen Politik" erneut
Fläche unwiderbringlich verbraucht und zubetoniert werden. Wie teuer wird dies alles werden - Ich denke nur an das Milliardengrab Aachener Klinikum... Altenkirchen wird
hingegen zum Notstandsgebiet - eine tolle Politik die wohl nur für wenige eingeweihte nachvollziehbar ist.. Zeit für eine Unterschriftenkampagne gegen diesen Wahnsinn
Bürgerbegehren auf Kreisebene

wer

#4 von Georg Zimmermann, am 30.12.2019 um 09:46 Uhr
Wie oft ist jetzt 1. April.Planen auf fremden Boden? Man sollte erst wach werden,dann aufstehen. 2020 ist alles besser.
#3 von Manfred Stein, am 29.12.2019 um 12:08 Uhr
Ich denke mal, wenn der Preis stimmt - und der Unmut der Landwirte wird den Preis bestimmt zu deren Zufriedenheit anpassen - dann sind alle am Ende wieder zufrieden. Wenn die Klinik aber aufgrund unüberwindbarer Streitigkeiten an anderer Stelle gebaut werden sollte, dann möchte ich die Gesichter mal sehen.
#2 von K. Rödder, am 29.12.2019 um 00:36 Uhr
Das gesamte Thema Krankenhaus entwickelt sich langsam zu einer Posse. Erst die Querelen wo es gebaut werden soll und dann hat man es noch nicht einmal für erachtenswert gehalten sich bevor man einem Standort zustimmt die Eigentumsfrage zu klären. Defizitäre Haushaltsführung bisher, planlos was die Standortfrage angeht und genauso planlos was die Eigentumsfrage anbelangt. Die Grundstückseigentümer hätten vielleicht vorher mal in den Planungsprozess mit eingebunden werden sollen anstatt das Fell des Bären zu verteilen bevor er erlegt wurde. Lächerlich.
#1 von Thorsten Mücke , am 28.12.2019 um 16:19 Uhr

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