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Nachricht vom 04.01.2020    

DRK-Klinik-Zusammenschluss: Hachenburger schreibt offenen Brief

LESERMEINUNG | Der Klinikzusammenschluss Altenkirchen und Hachenburg lässt die Region nicht los. Unsere Redaktion erreichte heute ein offener Brief an die Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in dem viele Fragen aufgeworfen werden, unter anderem über den angeblich erforderlich werdenden Bau einer neuen Kläranlage für Mudenbach. Nachstehend der Brief im Wortlaut:

Archivfoto: WW-Kurier

Hachenburg. „Offener Brief an Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD)
„Ehrliche Politik gefordert“
Mit dem persönlichen Engagement, mit dem die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, die Neubaupläne des DRK für ein neues Krankenhaus unterstützt, hat sie allgemeine Fragen aufgeworfen. „Ist die gewünschte Ein-Haus-Lösung und die damit verbundene Schließung der bisherigen Krankenhaus-Standorte Altenkirchen und Hachenburg eine Idee des Deutschen Roten Kreuzes, oder der Wunsch der Landesregierung? Mit dieser von Ihnen unterstützten Entscheidung haben Sie für eine gewisse Unruhe in der betroffenen Bevölkerung gesorgt. Zumal die Verfahrensweise selbst und auch die Standortpläne fragwürdig zustande gekommen sind.

Warum wird in so entscheidenden Fragen nicht von Anfang an mit offenen Karten gespielt? Weder die Grundstücksbesitzer, noch die örtlichen Wünsche der betroffenen Bevölkerung fanden bei den Überlegungen Beachtung. Warum wird bereits jetzt über den Neubau einer notwendig gewordenen Kläranlage im Bereich der Gemeinde Mudenbach spekuliert? Diese Realisierung wird ebenfalls viel Geld kosten.

Kaum ist der neue Krankenhaus-Standort durch ein Begehren der Ministerin auf die Gemarkung Hattert festgelegt, das nur 1200 m vom vorherigen Standort in Hachenburg angedacht war, wird nun schon eine neue Fläche in dem Bereich Müschenbach in Aussicht gestellt. „Wem und was soll man eigentlich noch glauben?“

120 Millionen Euro sind allein für das neue Krankenhaus veranschlagt, von den Folgekosten spricht niemand. Auch ist noch ungeklärt, wohin die künftige Rettungswache des DRK stationiert wird. Wie sollen die Räumlichkeiten des bisherigen Krankenhauses Hachenburg weiter genutzt werden? Zunächst hieß es, dass beide Kliniken geschlossen werden sollen. Jetzt sickert durch, dass für das Krankenhaus Altenkirchen neben der Kinder-Psychiatrie eine bescheidene Ambulanz geöffnet bleiben soll und nur dem Standort Hachenburg die komplette Schließung droht. „War das von Anfang an so beschlossen?“

Für die bisher schon jetzt erkennbaren Investitionen, hätte man aus gesundheitspoltischer Sicht die beiden Klinken modernisieren, sinnvoll umstrukturieren und beide Häuser im Interesse der Bürger auf Jahrzehnte hin bezuschussen können. „Das Land Rheinland-Pfalz ist allein der Bevölkerung verpflichtet und nicht nur dem wirtschaftlichen Nutzen des privaten Betreibers DRK!“

Zum Thema „Ärztemangel: „Warum wird nur in der Universität Mainz eine Ausbildung für Mediziner angeboten?“ Unerklärlich bei dem allgemein bekannten Ärztemangel. „In Fachkreisen wird gemunkelt, dass die Politik viel lieber Nachwuchsärzte aus dem Ausland anwirbt, bevor sie auf deutschen Nachwuchs setzt?“ Dabei wird auch deutlich, dass deutsche Ärzte nicht selten verlockenden Angeboten aus dem Ausland nicht widerstehen können…

Sparen ja, aber nicht auf dem Rücken der Bevölkerung. Und schon gar nicht, wie in St. Augustin geschehen, dass eine der besten Kinderkliniken der Region aus Kostengründen dem Rotstift zum Opfer fallen soll." Lesermeinung von Reinhard Panthel


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Kommentare zu: DRK-Klinik-Zusammenschluss: Hachenburger schreibt offenen Brief

7 Kommentare
Der "offene Brief" von Herrn Panthel arbeitet mit etlichen Spekulationen. Wie sind denn die örtlichen Wünsche der Bevölkerung? Die sind genauso unterschiedlich wie die Orte wo sie herkommen. Die Hachenburger bevorzugen als Standort eben Hachenburg, die Altenkirchener Altenkirchen und Umgebung, selbst Bad Marienberg wird angeführt (hier gab es übrigens auch einmal ein Krankenhaus, genauso wie in Daaden und Betzdorf). Wer soll denn jetzt berücksichtigt werden? Und was ist eine "bescheidene" Ambulanz? Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt wahrlich noch nicht beurteilen. Das Krankenhaus in Hachenburg komplett zu schließen ist eigentlich logisch, wenn doch 3 km weiter der neue Standort entsteht. Da macht es keinen Sinn im "alten Haus" eine Abteilung vorzuhalten. M. E. macht es Sinn neu zu bauen und nicht ständig in Renovierung und Modernisierung Geld zu stecken. Leider ist es extrem schwierig im Gesundheits- und Krankenhauswesen die richtige Lösung zu finden, da selbst für "Insider" die Lage immer unüberschaubarer wird. Der traditionelle Wohlfahrtsgedanke steht der Wirtschaftlichkeit gegenüber. Eine permanente Finanzierung durch den Staat hätte höhere Steuern zur Folge (siehe skandinavische Länder.
#7 von Peter Holl, am 06.01.2020 um 21:12 Uhr
Fakt ist, dass DRK als Betreibergesellschaft mehrerer Einrichtungen ist ein Wirtschaftsunternehmen trotz anerkannter Gemeinnützigkeit, als Institution welche am Wirtschaftsleben teilnimmt, darf man erwarten sich bereits vor Inanspruchnahme von Förderungen des Landes und Bundes sich konzeptionell so aufgestellt zu haben das es nicht zu Spekulationen zum Standort kommt, dass Grundstück bereits anvisiert ist, jeder Existenzgründer erhält erst einen Zuschuss wenn das Konzept zur Förderung auch passt, davon abgesehen die jahrelange defizitäre Lage wird mit einem Haus nicht zwangsläufig besser, erst war es eine Ein-Haus-Lösung jetzt bleibt das Krankenhaus AK mit Fachbereichen bestehen und HB wird nur geschlossen, das Misstrauen wächst und im Endeffekt gehen mit dem Misstrauen der Bevölkerung auch Patienten. Es geschieht alles mit Biegen und Brechen beim DRK scheint es im dem mir empfundenen Sinne und das Land schaut zu. Der restliche Westerwald fällt hinten runter da es nur noch um AK und HB geht das ganze Konzept ist unstimmig. Eine Frage der Zeit bis eine Bürgerinitiative gegründet wird.
#6 von Thorsten Mücke, am 06.01.2020 um 21:11 Uhr
Ich wünschte es lasse sich sagen , wo des Pudels Kern in dieser Entscheidung genau liegt. Meine persönliche Überzeugung ist es, dass wir Gesundheitsversorgung im nördlichen Westerwald neu denken und umsetzen müssen, um stationäre und ambulante Versorgung für die Menschen Zukunftsfest und leistungsfähig zu gestalten. Frau Bätzing-Lichtenthäler hat akut, mit Anpassung des Sicherstellungszuschlag, dafür gesorgt das beide (defizitäre) Kliniken weiter finanziert sind und nicht in die Insolvenz abrutschen. Was dies bedeutet konnte man in 2019 am Bespiel KH Dernbach beobachten. Sehr gut gemacht Frau Bätzing-Lichtenthäler! Der Vorteil, die stationäre Grundversorgung in Ak und Hbg ist weiter sichergestellt und wir haben mehr Zeit gewonnen zum nachdenken, um bei der weiteren Krankenhausneuplanung mehr Akkuratesse walten zu lassen. Herr Wahl, welche konkrete Anregungen gibt es, wo es mit der Krankenhaus- u. Behandlung Finanzierung hingehen soll? Herr Panthel, was hat Krankenhausplanung mit Klärwerkplanung zu tun? Das habe ich nicht verstanden.
#5 von Egon Schumann, am 05.01.2020 um 18:01 Uhr
Zunaechst moechte ich die weisen und
vorausblickenden Landwirte loben,
die auch angesichts des fortschreiten-
den Klimawandels keine kostbaren land-
wirtschaftlichen Produktionsflaechen
opfern wollen!

Die von Herrn Reinhard Panthel ange-
sprochene Problematik und den daraus
folgernden Argumente, stimme ich voll-
kommen zu.
Es bestehen zu viele offene Fragen und
Ungereimtheiten!

Eine Entscheidung fuer einen Klinikneu-
bau unter den vagen Voraussetzungen und
unter diesem ungeheuren Zeitdruck ist
zurzeit nicht zu empfehlen.

Zum Glueck macht Landrat Dr. Peter Enders
seine Zustimmung nur von einem soliden
und lueckenlosen Finanzierungsplan ab-
haengig.

Ausserdem hat die Gesundheitsministerin
diesbezueglich Baustellen in ganz Rhein-
land-Pfalz, die meines Erachtens nur in
einer "Konzertierten Aktion" mit Kranken-
hausgesellschaft, Krankenhaustraeger,
Krankenkassen und Gewerkschaft zu einem
zukunftsfaehigen Ergebnis fuehren koennen.

😉



#4 von Helmut Schimkat, Wickhausen, am 05.01.2020 um 18:00 Uhr
Der Leserbrief von Herrn Panthel trifft den Pudels Kern.
Dem kann ich nur zustimmen.Die angegeben oder veranschlagten Kosten für ein neues Krankenhaus von ca. 120 Millionen wird bestimmt noch bei weitem überschritten. Ich kenne kaum ein Projekt wo die Kosten eingehalten wurden.Bei einer enfachen Rechnung wären das für jedes Ktankenhaus 60 Millionen. Selbst bei einer Unterstützung der beiden Krankenhäuser mit jährlich 2 Millionen (für Investitionen, Ausbildung, bessere Bezahlung der Kräfte, Ärzteausbildung, Ärzteanwerbung etc.)wären die nächsten 30 Jahre gesichert.Obwohl 2 Millionen noch zuviel sind.Dann wäre der Bevölkerung und der Aufgabe der Politik als Grundsicherung genüge getan. In 30 Jahren sieht die gesamte Welte der ärztlichen Versorgung anders aus.
Wir müssen davon weg das mit der Gesundheit der Menschen Geld verdienen werden muss.
#3 von Bruno Wahl, am 05.01.2020 um 12:38 Uhr
Zum Krankenhaus hatte ich einen Leserbrief in der Ausgabe von heute. Hier der Abdruck:
Bauern wollen ihr Land nicht für Klinik-Neubau hergeben
Die Nachricht, dass das DRK-Krankenhaus in Hattert gebaut werden soll, erreichte die Bürger bereits vor der 5. Jahreszeit. Dass nunmehr dort gar kein Bauland zur Verfügung steht, ist dann doch ein Stück für die Bütt. Ministerin, Landräte und Gutachter wussten also nicht um was sie gestritten haben? Jetzt warte ich, als Karnevalist, nur noch auf die Pointe aus Altenkirchen, die ist dann sicher einen dreifachen Tusch oder gar eine Rakete wert!
Matthias Grahl, Rennerod

#2 von Matthias Grahl, am 04.01.2020 um 23:58 Uhr
Schon vor geraumer Zeit, als noch kein Beschluss zum Standort gefallen war, hatte ich angeregt, den Neubau nach Bad Marienberg zu focusieren. Die Begründung: Marienberg wird vom Außenstehenden nicht als "Bad" wahrgenommen. Ein DRK-Kur- und Heilkrankenhaus würde der Stadt als Badestadt gerecht und würde das gesamte Umland auch touristisch aufwerten.
#1 von Matthias Grahl, am 04.01.2020 um 23:57 Uhr

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