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Nachricht vom 17.01.2020    

Leerstand in Altenkirchen zeigt Wandel des Einzelhandels

Der Blick in viele Einkaufsstraßen deutscher Städte und Gemeinden macht deutlich: Die steigende Zahl leer stehender Geschäfte ist ein Indikator, dass sich ein Wandel vollzieht. Geht der Trend weiter in Richtung Shopping-Zentren vor den Toren der Kommunen oder übernimmt der Internet-Handel immer mehr Anteile am Umsatz? Noch kann sich Altenkirchen glücklich schätzen. Nicht viele Ladenlokale in der Innenstadt sind verwaist.

In der Altenkirchener Fußgängerzone stehen unter anderem diese beiden Ladenlokale leer. (Foto: hak)

Altenkirchen. Ein Spaziergang durch die Altenkirchener Innenstadt von Fußgängerzone (Wilhelmstraße) über Bahnhof-, Quengel- und Kölner Straße und der Straße "Zum Weyerdamm" belegt: Die Zahl der Leerstände hält sich in Grenzen. Mit knapp über 16 Prozent (16 von 84) scheint die Quote gegenüber anderen Mittelzentren noch vertretbar. Das sieht die erste Vorsitzende des Aktionskreises Altenkirchen, Katja Lang, ähnlich. "Der Ist-Zustand ist zufriedenstellend", lautet ihre Wertung, "es war schon schlechter." Sie ist über jede neue Nutzung eines verwaisten Ladenlokals froh. Als Beispiel nennt Lang die Eröffnung des Caritas-Second-Hand-Geschäfts.

Auf der anderen Seite beschäftigt sie "ein großer Brocken", die Schließung des Rewe-Centers auf dem Weyerdamm in wenigen Wochen. "Die Nahversorgung fällt damit weg. Ich werde oft von älteren Leuten angesprochen, die keine Lebensmittel mehr in der Innenstadt kaufen können", weiß Lang. Wahrscheinlich im Sommer wird eine weitere Fläche zu mieten sein. Das Büro der Landesbausparkasse (LBS) zieht von der Wilhelm- in die Frankfurter Straße um, wo gerade ein neuer Geschäfts- und Wohnkomplex gebaut wird.

Lang fordert Attraktivität
Lang kann nicht verstehen, dass Besitzer von Immobilien mit nicht genutzter Parterre nicht mehr Initiative zeigen, um "wieder etwas Attraktives anbieten zu können, denn wir müssen uns bemühen, um Geschäfte wieder ansiedeln zu können". Man müsse diese Räume ganz einfach herrichten, fordert sie, "halt immer dran bleiben". In der Stadt hapere es an exklusiven Geschäften. Lang will nicht müde werden, auch die Politik kontinuierlich mit diesem Thema zu konfrontieren. "Wir werden immer wieder den Stadtbürgermeister darauf aufmerksam machen", erläutert sie, "das wird unser Hauptthema bleiben." Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation setzt Lang auf die Aufnahme der Stadt in ein Städtebauförderprogramm, das einen Posten für einen City-Manager bieten kann und über das gleichfalls private Investitionen für die Sanierung von Gebäuden bezuschusst werden können.

Allheilmittel City-Manager?
Auch Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt weiß um die Vorteile für die Innenstadt, wenn Altenkirchen wieder auf fremde Mittel für eine erneute Steigerung der Lebens- und Einkaufsqualität setzen kann, nachdem rund 25 Jahre lang Geld aus Mainz für die Sanierung des Zentrums und des Bahnhofsbereichs geflossen ist. Das Okay für die Teilnahme, die auf zehn Jahre befristet sein wird und in denen zehn Millionen Euro investiert werden sollen (2,7 Millionen Euro entfallen auf die Stadt), wird noch ein wenig auf sich warten lassen. Wie Lang wünscht sich Gibhardt ebenfalls "neue Impulse von einem City-Manager - auch für neuen Wohnraum in der Innenstadt". Im Klaren ist er sich auf der anderen Seite darüber, dass der Einzelhandel nicht mehr das Gesicht der 1960- und 1970er-Jahre haben wird.

Moderates Level
"Momentan sehe ich die Zahl der Leerstände auf einem moderaten Level", charakterisiert Gibhardt die aktuelle Lage, die ihm jedoch parallel auch Kopfschmerzen bereitet: das Aus des Rewe-Centers Ende April. Intensiv arbeitet er an einer Lösung, um die Nahversorgung sicherzustellen, die einen kleinen Supermarkt im ehemaligen Nahkauf-Geschäft in der Frankfurter Straße zum Ziel hat und möglicherweise auf Genossenschaftsbasis betrieben werden könnte. In erster Linie, so stellt er sich vor, könnten regionale Produkte von Direktvermarktern verkauft werden: "Warum sollen da zum Beispiel Kartoffel aus aller Welt angeboten werden, wenn wir Produzenten vor der Türe haben?".

Nach inzwischen vielen Gesprächen deutet sich seiner Ansicht nach eine Lösung an, die die Zukunft des Rewe-Centers betrifft. Aktuell sei er vorsichtig optimistisch, denn sowohl Rewe als auch die Widerkehr-Unternehmensgruppe (Eigentümer der Immobilie) seien daran interessiert, den Standort Altenkirchen nicht fallen zu lassen, ihn weiterzuentwickeln. Gibhardt fasst allgemein zusammen: "Der Einzelhandel in Altenkirchen ist komplett in Bewegung." Wie sich das Bild in zwei bis drei Jahren darstellt, wissen Lang und Gibhardt natürlich nicht - nur so viel: "Alles wird ganz anders aussehen." (hak)


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Kommentare zu: Leerstand in Altenkirchen zeigt Wandel des Einzelhandels

5 Kommentare
Wir wissen doch alle warum keine Geschäfte in die Fußgängerzone kommen. Ganz einfach, wegen den hohen mieten und da kann auch kein City Manager helfen. zum Thema Parkplätze muss ich loswerden, dass die heute Menschheit zu bequem ist paar Schritte zu laufen. In Großstädten muss man auch laufen.Aber es stimmt es gibt zu wenig Parkmöglichkeiten hier. Ich hätte mir ein Parkhaus in der mühlengasse (gegenüber vom G9) gewünscht. zum Thema Wochenmarkt ist klar, dass die die hohen Standgebühren viele abschreckt zu kommen (gilt für jedes Fest was in AK gemacht wird). Zum Thema REWE center sag ich nur, dass da unser Stadtrat nichts für kann, sondern der eigentümer von dem Gebäude.Vorwürfe bitte an die Hauptzentrale der REWE in köln machen.In allen anderen Sachen wie Kino usw. geb ich euch allen Recht, da hat der Stadtrat geschlafen. In Hachenburg hat halt der Vorgänger von bürgermeister Leukel gut gearbeitet. Ohne ihn würde das Hachenburg von heute auch nicht geben. Da zieht auch der stadtrat mit. sie haben das halt gut durchdacht, geplant und umgesetzt.
#5 von Robert Hähr, am 21.01.2020 um 10:29 Uhr
Dazu gehören Bürger, die auch in AK einkaufen und nicht am WE nach Bonn, Köln, Koblenz fahren oder bei Amazone bestellen. Ansonsten fehlt AK die Infrastruktur in die Ballungsräume ob B8 Richtung Köln oder L305 Richtung A3, nichts bewegt sich. Und die Baumassnahme Weyerbusch zeigt wie dilettantisch geplant wird, statt an Hasselbach links vorbei, wird die Kurve nur anders verlegt. Ansonsten ist in Hachenburg in der Innenstadt auch nicht viel los und dort konzentriert es sich um den Hit.
Das Kino hätte AK haben können aber da haben die Verantwortlichen damals falsch entschieden, für noch ein Kinozenter fehlt die Masse.
Wenigstens hat man im Industriegebiet den Wald für Interessenten gerodet, verglichen mit Gebieten Urbach, Ukerat, aber wenig attraktiv.
Schön, dass sich SRS dem Hotelkomplex angenommen hat.
#4 von Joerg Dielmann, am 21.01.2020 um 08:26 Uhr
Irgendwas läuft in AK grundlegend schief, man gehe nur mal nach 13 Uhr durch die Fußgängerzone, da sieht man fast keine Menschenseele mehr. Selbst der Markt an jedem Donnerstag, wird immer kleiner und kleiner, nur noch eine Frage der Zeit, bis gar keiner mehr kommt. Ihr Platz weg, Kodi weg, Zeeman weg und jetzt auch noch der große Toom weg, von all den kleinen Einzelhändlern gar nicht zu reden. Kino gibt es auch schon lange nicht mehr, Altenkirchen wird mehr und mehr zur Geisterstadt. Fährt man ein paar Kilometer weiter nach Hachenburg, dann kann man sehen, wo die Leute alle geblieben sind, den dort ist richtig was los. Was kein Wunder ist, denn die Einkaufsmöglichkeiten dort sind großartig, eine bunte Vielfalt an Geschäften, wo man alles bekommt. Zudem ein tolles Kinocenter, ein Burger King und so einiges mehr. Es geht also!
#3 von Andre Saynisch , am 19.01.2020 um 18:42 Uhr
Die Innenstadt wird doch von den Ordnungsämtern selbst leergefegt. Nicht mal Anwohner oder Arbeitnehmer, welche in der Innenstadt arbeiten müssen erhalten eine Parkausweis. Viele Arbeitnehmer parken schon weit außerhalb und nehmen einen weiten Fußmarsch zur Innenstadt in Kauf. Ganze Geschäfte geben auf da ja das Ordnungsamt sofort da steht und "Falschparker" notiert. Aber.....mitten am Marktplatz, da wo vor der Stadtsanierung noch ein Parkautomat stand, steht nun eine Batterie-Ladestation. Toll. Die wird auch regelmäßig von einem Fahrzeug 1 x die Woche, am Markttag, genutzt. Noch weniger werden die Handy-Ladestationen genutzt. Hauptsache....keine Parktickets mehr. Hauptsache keine Parkplätze mehr. Hauptsache...eine weitere Einnahmequelle für die Stadt, Falschparker zur Kasse zu Bitten!!!! Egal ob anwohner krank sind, egal ob Anwohner alt sind......ein Ticket vom Ordnungsamt ist euch lieben Parkern sicher. Und dann.....öfter mal die Mitteilungsblätter durchblättern. Die Staadt sucht noch Ordnungshüter.......bald hat jede Straße seinen eigenen Ordnungsbeamten- Weiter so....und dann noch Fragen, warum die Innenstadt nur noch voll ist mit Versicherungen, Massageshops, Friseure und alle Geschäfte, in denen man etwas einkaufen könnte, machen zu !!! Bitte Bitte....noch mehr Ordnungshüter, Dann wird doe Stadt bald ganz leer sein.

#2 von Burkhard Düber, am 18.01.2020 um 13:35 Uhr
Solang Mann die Stadt nicht attraktiv macht für die Investoren, wird im Zukunft die Stadt Altenkirchen nur ein Schlafstadt. Wir brauchen ein Shoppingcenter, diese könnte schon starten in die aktuell Rewe Gebäude, geteilt und vermietet. Ein Kino braucht Mann auch, sowie Unterhaltung für die Jungen, denn Sie verschwinden immer mehr, nach dem suche auf ein fröhliches Zukunft. Altenkirchen bittet nur Mc Donalds, sonst nichts. Veranstaltung aller Art. Also und viel viel mehr.
#1 von Isaque Osorio, am 17.01.2020 um 18:11 Uhr

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