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Nachricht vom 30.01.2020    

Hilfe für Müllkinder auf Cebu

Die Unesco-AG des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums Betzdorf-Kirchen bekam am Donnerstagmorgen, 30. Januar, Besuch. Der Gründer und Vorsitzende von Pro-Fil „Hilfe für Kinder in Not“, Matthias Merzhäuser war zu Gast.

Die Unesco-AG des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums Betzdorf-Kirchen bekam am Donnerstagmorgen, 30. Januar, Besuch. Der Gründer und Vorsitzende von Pro-Fil „Hilfe für Kinder in Not“, Matthias Merzhäuser war zu Gast. Fotos und Text: ma

Betzdorf-Kirchen. Der Verein der in Europa und weltweit arbeitet, hat als einen der Schwerpunkte ein Projekt auf Cebu, einer der über 7.200 Inseln und der zweitgrößten Stadt auf den Philippinen, wo er Müll- und Straßenkindern hilft. Bereits im letzten Jahr wurde das Projekt durch die Unesco-AG des Gymnasiums mit 2.000 Euro unterstützt.

Seit zwei Wochen ist Merzhäuser zurück aus Cebu und hatte erschütternde fotografische Eindrücke seiner Reise mitgebracht, die er den Sechstklässlern des Gymnasiums in einem Diavortrag zeigte. Da ist der starke Kontrast - einerseits die Schönheit der Natur und die tollen Hotels, andererseits die Armut der Menschen, die in Baracken und auf Müllhalden leben. Kinder, die keine Schule besuchen, Menschen, die kein Essen, kaum Kleidung und wenig Hoffnung haben.

Ein Diavortrag, der betroffen macht
Der Diavortrag über das armselige Leben der Kinder, die auf Mülldeponien und in Slums leben und dazu noch oftmals verwaist sind, sorgte bei den Schülerinnen und Schülern der sechsten Klassen des Gymnasiums für sichtliche Betroffenheit. Merzhäuser erzählte von Kindern, die täglich mit Kriminalität, Verwahrlosung, Prostitution, Drogen, Krankheiten und Korruption durch die Behörden konfrontiert werden, aber er zeigte auch die positiven und nachhaltigen erfolgversprechenden Hilfsansätze, um diese Menschen zu retten.

Sein Kontakt nach Cebu sei entstanden durch „Ärzte für die 3. Welt“. Das sind Mediziner, die ihren Jahresurlaub spenden, um dort kranke Kinder zu behandeln. Merzhäusers Verein hatte dafür gespendet, er selbst die Ärzte auf einer der Reisen begleitet. Die Fotos, die er von den Erkrankten zeigte, entsetzen die konzentriert lauschenden Kinder.

Ein schmerzender Anblick
Bei seinem zweiten Besuch war Merzhäuser täglich gemeinsam mit dem auf Cebu lebenden und ebenfalls ehrenamtlich tätigen Steyler-Missionar Dr. Heinz Kulüke, den alle nur Vater Heinz nennen, unterwegs und besuchte die vier großen Mülldeponien Cebus auf denen über 6.000 Menschen im Müll, auf dem Müll und vom Müll leben. Offiziell gibt es diese Menschen nicht. Sie werden von der Regierung ignoriert und bekommen keinerlei Unterstützung. Sie sammeln Verwertbares aus dem Müll und geben es beim Rohstoffhändler ab. Dafür bekommen sie rund 60 Pesos (1 Euro). Davon lebt eine ganze Familie, kann sich am Tag zwei Hände voll Reis kaufen.

Kleine Mädchen und Jungs, die nach Essen suchen, leere Joghurtbecher mit den kleinen Fingern ausstreichen und abschlecken; durch heißen Müll verbrannte Ärmchen, jämmerliches Weinen; es tut weh diese Bilder zu sehen. Zwischen dem Müll Ziegen, Katzen aber auch Ratten von denen die Kinder gebissen werden. Unglaublich auch das großen Bulldozer zum Verdichten des Mülls ohne Vorsicht walten zu lassen über das Gelände fahren. Es kommt zu schweren Unfällen und sehr oft werden die Kinder auch totgefahren.

Bildung für ein besseres Leben
„Langfristig geht Hilfe nur über Bildung“, so Merzhäuser. Deshalb habe man gemeinsam mit anderen Sponsoren schon über 50 Kindergärten gebaut in denen die Kinder tagsüber betreut werden. „Das ist unsere Philosophie, nur durch Bildung kommt man in ein besseres Leben“, weshalb auch die Schulbildung der Kinder unterstützt wird. Schon 50 bis 60 Euro pro Jahr genügen, um einem Kind ein Jahr lang den Schulbesuch in einer Grundschule einschließlich Transport, einer warmen Mahlzeit, Heften, Stiften, Schuluniform und auch medizinischer Grundversorgung zu ermöglichen. In der Mittelschule sind es 100 bis 120 Euro. Dank der Hilfe aus Deutschland können bis zu 2.000 Kinder jährlich in die Schule geschickt werden. Merzhäuser zeigte in diesem Rahmen Fotos, die dokumentieren wozu die Spende des Gymnasiums vom letzten Jahr genutzt wurde.

Nach dem Vortrag hatten die Kinder zahlreiche Fragen und ganz sicher auch ein Bewusstsein und eine Wertschätzung dafür bekommen, wie gut sie es haben.

Ein hoch erfreuter Matthias Merzhäuser konnte von den Lehrkräften des Gymnasiums, dem Unesco-Team Barbara Meyer, Anna Euteneuer und Christine Müller, sowie den Schülerinnen und Schülern der Unesco-AG eine Spende über 1000 Euro entgegennehmen, die durch vielfältige Aktionen zustande gekommen war und jetzt für die Müllkinder in Cebu eine Hilfe gegen die Armut ist. (ma)

Weitere Infos unter: www.Pro-Fil-Hilfe.org


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