Werbung

Nachricht vom 11.02.2020    

SRS-Sportpark: „Den Sportlern soll es nicht langweilig werden“

Es ist viel Handarbeit erforderlich. Als Werkzeug dienen Leiter und Akku-Schrauber. Alle sechs bis acht Wochen hat die weiß-blaue Boulder-Wand im SRS-Sportpark auf der Altenkirchener Glockenspitze ein neues Aussehen. Heißt: Knapp 500 farbige Griffe sind abgeschraubt, von Magnesium und Schweiß befreit und in anderer Konstellation an der Kletterfläche wieder befestigt worden.

Nur Handarbeit ist angesagt, wenn an der Boulder-Wand im SRS-Sportpark alte gegen neue Routen getauscht werden müssen. (Foto: hak)

Altenkirchen. Der Lärm ist schon extrem. Deswegen tragen Jan Wendel und seine Mitstreiter Ohrstöpsel, wenn sie im wahrsten Sinne des Wortes dem Handwerk frönen. Per Akku-Schrauber und sehr oft auf Leitern stehend rücken sie der rund 4,50 Meter hohen und 25 Meter langen Boulder-Wand zu Leibe. Klettergriffe lösen, Magnesium und Schweiß abwischen und neue Routen installieren lautet die Aufgabe, die sich im SRS-Sportpark auf der Glockenspitze in Altenkirchen regelmäßig wiederholt. Das hat einen tieferen Sinn: "Den Sportlern soll es ja nicht langweilig werden", sagt Wendel, unter dessen Obhut das Geschehen steht. Die Änderung der Aufstiegshilfen garantiert, dass bei den Nutzern keine Langeweile aufkommt und neue Herausforderungen, den "Berg" erfolgreich zu besteigen, gewährleistet sind. Gearbeitet wird in Sektionen, vier Abschnitte komplettieren das große Ganze, so dass sich nach rund acht Wochen komplett neue Pfade auf dem Weg ans obere Ende ergeben. Wendel achtet genauestens darauf, dass es sowohl für Anfänger als auch für Könner genügend Möglichkeiten mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen gibt.

Klettern auf Absprunghöhe
Bouldern, das Klettern ohne Seil und auf Absprunghöhe (die Matte am Fuß der Wand hat eine Stärke von rund 30 Zentimetern), hat sich inzwischen einen festen Platz im Angebot von SRS, der christlichen Non-Profit-Sportorganisation, gesichert. "Es war sozusagen ein Sprung ins kalte Wasser", blickt Wendel ins Jahr 2017 zurück, als die Wand in der Badmintonhalle, der heutigen "7x7 Move Box", aufgebaut wurde. Rund 50.000 Euro kostete sie. 14.000 Euro betrug der Zuschuss aus dem Leader-Programm, den Rest akquirierte der Betreiber über Sponsoren - eine Investition, die sich laut Wendels Meinung durchaus bezahlt gemacht hat. Der Parcours habe sich in der Kletterszene etabliert, "er ist in einem Umkreis von rund 40 Kilometern bis Bonn, Köln und Siegen nach wie vor der größte."

Kindergeburtstage werden gefeiert
Die Kraftakte in teils luftiger Höhe hält Wendel für einen Sport, den jeder zwischen 4 und 99 Jahren betreiben kann. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass sehr viele Kinder ihre Geburtstage im Angesicht der unterschiedlich bunt gefärbten Griffe feiern. Speziell für Kids gibt es montags nachmittags Übungsstunden, die von zwei Trainerinnen geleitet werden. "Einige Jungen und Mädchen sind schon über zwei Jahre dabei", freut er sich. Auch Schulklassen und Abordnungen von heimischen Firmen machten von dem Angebot, den neuen Sport kennenzulernen, Gebrauch. Inzwischen etabliert hat sich der Boulder-Cup, der bereits zum dritten Mal ausgetragen wurde. "Jedermann, der Spaß am Klettern hat, konnte teilnehmen", berichtet Wendel. Dafür wurden extra 35 neue Teilstrecken (die Route mit acht bis zwölf Griffen) geschraubt. Sieger und Platzierte wurden in unterschiedlichen Altersklassen nach einem Punktesystem ermittelt, wobei jeder Starter seine Zahl der Versuche, um einen Weg nach oben erfolgreich zu bewältigen, ohne Überwachung in eine Karte eintragen musste. Alle Teilnehmer durften sich zudem über Sachpreise freuen, die nicht das Abschneiden gekoppelt waren. Für SRS obligatorisch war ein christlicher Input, "weil wir Glaube und Sport vereinen".

Eine Frage der Finanzen
"Ideen ohne Ende", um das Angebot weiterzuentwickeln, hat Wendel schon, "aber die Finanzierung ist so eine Sache." Gut vorstellen kann er sich eine Erweiterung um eine Extra-Wand für Kinder oder um eine Boulder-Höhle, "in der man kopfüber sich bewegen kann und von obendrauf auch noch auf das ganze Geschehen blicken kann". Realer als diese Zukunftsmusik ist eine Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule. Sowohl im März als auch im April wird es jeweils einen Schnupperabend mit halbstündiger Theorie und zweistündiger Praxis geben, für die die ersten Anmeldungen schon vorliegen. Und dann bleiben die Olympischen Sommerspiele in Tokio, bei denen erstmals Klettern mit drei Disziplinen vertreten ist. Ob die Sportart im Nachgang einen Boom erfährt, sei zunächst einmal dahingestellt. Der SRS-Sportpark ist mit seiner Boulder-Wand für den Fall der Fälle jedenfalls bestens vorbereitet. (hak)

Informationen zum Bouldern unter Tel. 02681/941176 oder per Mail an info@srssportpark.de


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!


Kommentare zu: SRS-Sportpark: „Den Sportlern soll es nicht langweilig werden“

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Einkaufsmöglichkeiten: Interaktive Karte zeigt Hofläden

Regionale Produzenten, landwirtschaftliche Betriebe, Imker, Winzer und Jäger sichern nicht nur in Krisenzeiten die Versorgung mit hochwertigen, heimischen Lebensmitteln. Das LEADER-Projekt „Regionale Produkte und Direktvermarktung“ hat sich die Unterstützung dieser Produzenten in den drei Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis zum Ziel gesetzt und informiert Verbraucher über die vielfältigen Angebote vor Ort.


Corona-Pandemie im Kreis Altenkirchen: Jetzt 66 Infizierte

Die Kreisverwaltung in Altenkirchen informiert am Sonntagmittag, 5, April, über den aktuellen Stand im Hinblick auf die Ausbreitung der Corona-Pandemie im Kreisgebiet. Demnach sind nun 66 Menschen infiziert. Im Krankenhaus in Kirchen werden auch zwei Patienten aus Italien behandelt.


Region, Artikel vom 05.04.2020

Einfamilienhaus in Etzbach stand in Flammen

Einfamilienhaus in Etzbach stand in Flammen

In Etzbach hat am Sonntag, 5. April ein Einfamilienhaus gebrannt. Die beiden Bewohner konnten sich retten, verletzt wurde niemand. Das Haus ist unbewohnbar, der Schaden wird auf rund 250.000 Euro geschätzt.


Wann beginnt die Schule wieder? Entscheidung nach Ostern

Nach Ostern wird erst die Entscheidung fallen, wann der Schulbetrieb in Rheinland-Pfalz wieder aufgenommen wird. Darüber hat das Bildungsministerium am Freitagabend informiert. Zwei Szenarien stehen zur Option.


Wissener Haarstudio: Ein Friseursalon während der Corona-Krise

Auch das Haarstudio von Bettina Klein in Wissen musste wegen der Corona-Pandemie seine Türen schließen. Eine große Herausforderung, dennoch blickt die Friseurmeisterin optimistisch nach vorne.




Aktuelle Artikel aus Sport


Unterstützung für in Existenznot geratene Vereine möglich

Region. „Darüber hinaus wird das Land ein eigenes Hilfsprogramm für Sportvereine, die in ihrer Existenz bedroht sind, auflegen, ...

Die MANNschaft beim Marburger Lahntallauf

Hachenburg. Dazu kommt auch, dass fünf unterschiedliche Strecken angeboten werden (10 Kilometer, Halbmarathon, 30 Kilometer, ...

Locker bleiben im Home Office - Tipps für Fitnessübungen

Region. Dass wir uns zurzeit fast nur zu Hause aufhalten, bietet allerdings auch ein paar Vorteile: zum Beispiel kann man ...

Neuzugänge verstärken Bundesligateam des Wissener SV

Wissen. Auf der Ausländerposition wurde Handlungsbedarf notwendig, da Simon Claussen aus beruflichen Gründen keine festen ...

DJK Gebhardshain/Steinebach: Saisonauftakt mit guten Platzierungen

Gebhardshain/Adenau. Eine gute Gelegenheit, für die anstehenden offenen Wettkämpfe Spielpraxis zu sammeln. Und so machten ...

Fußballverband Rheinland setzt Spielbetrieb bis 20. April aus

Kreisgebiet. Daher hat der Fußballverband Rheinland in Abstimmung mit dem Deutschen Fußball-Bund und dem Fußball-Regional-Verband ...

Weitere Artikel


Futsal-Hallentitel 2020 der B-Junioren geht an JSG Westerburg

Hachenburg. In der letzten Spielminute kamen die Schützlinge von Trainer Christof Ober in einem an Höhenpunkten reichen Spiel ...

Neujahrsempfang der SPD im Zeichen Raiffeisens

Oberirsen. Die Gemeinde Oberirsen, die 1969 aus den Ortsgemeinden Rimbach, Marenbach und Oberirsen entstand, setzte bereits ...

Tabea Rößner zu Besuch bei den Grünen in Altenkirchen

Altenkirchen. Tabea Rößner: „Der Schaden für unsere Demokratie, den die unheilige Allianz aus FDP, CDU und AfD bei der Wahl ...

Kreisfeuerwehrverband vergibt Förderschild an Group Schumacher

Eichelhardt. Die Group Schumacher stellt nicht nur mehrere Angestellte für den Einsatzdienst in der Feuerwehr frei, sondern ...

Realschule Wissen schreibt Berufsorientierung groß

Wissen. „Toll Yannik, du bist ja ein richtig großes Nähtalent!“ Wenn Schülerinnen und Schüler begeistert an der Nähmaschine ...

Schülermultiplikatoren an der „Bertha“ ausgebildet

Betzdorf. Neben Nikotin, Alkohol und illegalen Suchtmitteln, waren Smartphone und Computerspiele zentrale Themen. Wie schnell ...

Werbung