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Nachricht vom 28.02.2020    

Fusionsvereinbarung unterschrieben: Neitersen und Obernau verschmelzen bald

Die Fusionsvereinbarung ist unterschrieben. Nun fehlt lediglich noch das Landesgesetz, das die freiwillige "Hochzeit" der beiden Ortsgemeinden Neitersen und Obernau in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld am 1. Januar 2021 endgültig besiegelt.

Es ist vollbracht: Die Fusionsvereinbarung, die den Zusammenschluss von Neitersen und Obernau regelt, wurde unterschrieben. (Foto: hak)

Obernau. Aus 68 mach 67: Die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld schrumpft am 1. Januar 2021 um eine Ortsgemeinde. Möglich macht es der freiwillige Zusammenschluss von Neitersen und Obernau, der in der Unterzeichnung der Fusionsvereinbarung am Freitagabend (28. Februar) im "Ristorante La Fonte" in Obernau eine weitere wichtige Hürde genommen hat. Nun muss die "Hochzeit" noch per Landesgesetz auf amtliche Füße gestellt werden. Der Entwurf liegt bereits vor, er soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Durch die Verschmelzung entsteht eine große Gemeinde mit über 1000 Einwohnern, die in dann sechs Ortsteile gegliedert ist: Neitersen, Neiterschen, Niederölfen, Kahlhardt, Fladersbach und eben Obernau. Dass die "Ehe" überhaupt nunmehr (und so schnell) zustande kam (ein erster Versuch scheiterte vor vielen Jahren), hat einen einfachen Grund. Die ehemalige Grenze, die Neitersen der VG Altenkirchen und Obernau der VG Flammersfeld zuordnete, existiert seit dem 1. Januar 2020 als Folge der "Trauung" der beiden großen Gebietskörperschaften nicht mehr. Und damit gingen auch Voraussetzungen, die sich bei einer früheren Vereinigung nur ganz schwer hätten überbrücken lassen wie beispielsweise die unterschiedlichen Höhen der VG-Umlagen, in Schall und Rauch auf.

Ein mutiger Schritt
"Ich gratuliere zu diesem mutigen Schritt, der nicht selbstverständlich ist", sagte Altenkirchens Bürgermeister Fred Jüngerich. Immer gelte es abzuwägen, ob eine Fusion zweier Gemeinden sinnvoll sei. Diese zwischen Neitersen und Obernau mache Sinn, "es hat Spaß gemacht, euch auf diesem Weg zu begleiten", richtete er seinen Dank auch an die Beigeordneten und die Mitglieder der beiden Ortsgemeinderäte. Neitersens Ortsbürgermeister Horst Klein blickte auf das erste Treffen im Jahr 2018 zurück und merkte an, dass es ein langer, aber sinnvoller Weg gewesen sei. Die neue Gemeinde habe gute Chancen, sich weiterzuentwickeln. "Bis die Verschmelzung wirklich vollzogen ist, soll bei allen Entscheidungen die Fusion bedacht werden", schaute er auf die Ratsarbeit der kommenden zehn Monate voraus. Sein Pendant aus Obernau, Helmut Müller, lobte insbesondere Sonja Hackbeil (Büroleiterin im Altenkirchener Rathaus), Eugen Schmidt (ehemaliger Büroleiter im Flammersfelder Rathaus), Manfred Maurer (ehemals Beigeordneter der VG Flammersfeld) und Jüngerich für deren Engagement bei den Vorbereitungen für die Verknüpfung. Müller vergaß auch nicht, explizit das in Mainz erzielte "sehr gute Ergebnis" zu erwähnen.




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Harmonischer Prozess
Rückblickend betrachtet sprach Klein von einem bislang harmonischen Prozess, der für die Obernauer aber gewiss "etwas schmerzhaft" gewesen sei. Beide Ortsgemeinderäte hätten als weiteren Meilenstein dem Vorhaben jeweils einstimmig ihren Segen gegeben (eine Enthaltung in Neitersen). Nun kann Ende September oder Anfang Oktober eine Wahl anberaumt werden, bei der der neue Ortsbürgermeister und der neue, auf 16 Mitglieder erweiterte Ortsgemeinderat sowie der Ortsvorsteher für Obernau bestimmt werden. Dienstantritt für alle ist der 1. Januar 2021, das Administrative wird in der konstituierenden Sitzung des Gremiums im Laufe des ersten Monats des neuen Jahres erledigt.

Schönes "Hochzeitsgeschenk"
Das Land lässt sich nicht lumpen, weil beide "Ehepartner" freiwillig die Fusion wollen. Das "Hochzeitsgeschenk" aus Mainz (offizieller Sprachgebrauch: Entschuldungshilfe) beläuft sich auf 200.000 Euro. Zusätzlich sollen in den kommenden Jahren für Projekte höhere Zuschüsse aus dem Investitionsprogramm fließen. Obernau wird zudem als Schwerpunktgemeinde anerkannt, ohne die vorgeschriebenen Stationen zu durchlaufen. Festgehalten werden muss indes, dass beide Ortsgemeinden mit sehr unterschiedlicher finanzieller Ausstattung den "Bund fürs Leben" schließen. Neitersen ist dank vieler im Ort ansässigen Betriebe eine von der Steuerkraft gesehen starke Einheit, Obernau eine schwache. Beide sind von der Lage zueinander enger verwoben, obwohl der Blick entlang der B 256 das Gegenteil zu vermitteln scheint. Das macht die von der Bundesstraße in Obernau abzweigende Sonnenstraße deutlich. Mit Fahrtrichtung Giershausen stehen einige Häuser auf der rechten Seite auf Neiterser Gemarkung, einige auf der linken gehören zu Obernau. Und die Neiterser Ortsmitte ist von diesem Standort doch sehr viel weiter als nur einen einzigen Steinwurf entfernt. (hak)


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