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Nachricht vom 05.03.2020    

Erasmus-Treffen in Betzdorf: Schüler erleben Länder mit allen Sinnen

Andere Länder mit den Sinnen erleben: Darum geht es bei einem internationalen Treffen, für das das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Betzdorf Gastgeber ist. Um Rahmen des Erasmus-plus- beziehungsweise Comenius-Projektes stehen die Sinne Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten mit im Mittelpunkt. Am Montag (2. Februar) wurden die Gastschülerinnen und -schüler in der Aula begrüßt, unter anderem von Landrat Dr. Peter Enders, der herausstellte: „Es ist sinnvoll, dass sich junge Menschen begegnen und miteinander arbeiten können.“

Vor den Fahnen der beteiligten Länder stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Offiziellen dem Fotografen. Foto: (tt)

Betzdorf. Länder und Kulturen kann man über die Sinne erleben, erfahren und kennen lernen. Genau das werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Schulen der beteiligten Länder auch bei dieser Begegnung machen. Für die Jugendlichen aus einem Land bleibt es jedoch auf zwei Sinne beschränkt, dem Hören und dem Sehen – und das auch nur per Videoschaltung. Leider, so wurde bei der Begrüßung bedauert, können die Schülerinnen und Schüler aus Italien nicht mit von der Partie sein, nicht vor Ort in Betzdorf und bei den Exkusionen nach Mainz, Wiesbandenn und Köln an der Begegnung teilnehmen. Den Hintergrund schilderte Lehrer Jens Wöllner, der am Gymnasium in Betzdorf Ansprechpartner für das europäische Schulprojekt ist. Aufgrund des Coronavirus seien die italienischen Schülerinnen und Schüler nicht angereist. Deren Schule liege im Norden Italiens, dem betroffenen Gebiet, so Wöllner.

Moderne Technik sollte aber helfen, dass die italienischen Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer doch partizipieren können. So war beispielsweise nachmittags eine Videoschaltung vorgesehen, informierte Wöllner, der auch bei Eröffnung sprach. Hierfür waren neben der Europafahne auch die Fahnen der beteiligten Länder an der Bühne in der Aula angebracht. Deutschland, Spanien, Portugal, Ungarn und Italien arbeiten hier zusammen. Ungarn ist mit drei Personen, Portugal und Spanien mit je sieben dabei. Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium bringt sich mit 26 Schülerinnen und Schülern aus der zehnten bis zwölften Jahrgangsstufe ein. Dazu kommen jeweils noch die Lehrerinnen und Lehrer.

Schüleraustausch hat menschenverbindenden Charakter
Auch wenn Italien diesmal nicht anwesend ist und Portugal erst am Montagabend dazu kommen sollte, so hatte Joachim Langhauser, stellvertretender Schulleiter, Recht, als er als einen Kern „die Internationalität des Austausches“ im Rahmen des Erasmus-Programmes herausschälte. Dessen Motto „Europa erleben und gestalten“ sprach er auch vor dem Hintergrund an, dass für das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium als UNESCO-Projektschule – im Übrigen seit 20 Jahren – ein Schüleraustausch wichtig sei. Dieser habe einen menschenverbindenden Charakter, was von großer Bedeutung sei. Dass Italien aufgrund des Coronavirus' nicht in Betzdorf dabei sein könne, das fanden auch Colin Haubrich und Joy Stettner-Rost schade. Das Schülerduo moderierte im Zwei-Kanal-Ton durch das Programm der Begrüßung, zu der auch Joachim Brenner, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain, und der Kirchener Bürgermeister Maik Köhler erschienen waren. Köhler entrichtete ein Grußwort, auch hieß die Gäste auch im Namen von Brenner willkommen.

In englischer Sprache entrichtete auch Landrat Dr. Peter Enders sein Grußwort, in dem auch er die Bedeutung des Schülerautausches unterstrich. „Es ist immer eine große Freude, Menschen aus vielen Ländern Europas bei uns zu haben“, sagte er. Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf habe dies eine „beachtliche Tradition“. Für den Landrat zeigt dies, „wie tief unsere Partnerschaften und die Zusammenarbeit im Rahmen der Programme Erasmus und Comenius verankert ist“. Er erinnerte daran, dass er selbst jüngst mit einer Delegation bei „unseren polnischen Freunden in Krapkowice“ war. Europa wirke oft im Stillen: „Viele Errungenschaften der Europäischen Union sind für uns quasi selbstverständliche, obwohl sie vor 70 Jahren noch vielfach undenkbar waren“, sagte Enders. Stichworte, die er anführte, waren freies Reisen, eine gefestigte Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und die Würde eines jeden Menschen, aber auch die Freizügigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder ein Studium in einem anderen Land. Das seien alles die kleinen und die ganz großen Dinge, „die wir der europäischen Einigung verdanken, und die erlebbar machen, was Europa ist“. Es sei einst der Traum vieler Generationen gewesen, dass die Menschen in Europa in Frieden und Freiheit zusammen leben dürfen, dass Demokratie und Menschenrechte respektiert werden. „Wir dürfen nie vergessen: Unser freies und demokratisches Europa ist keine Selbstverständlichkeit“, mahnte der Landrat.

Stärkung der europäischen Identität
Umso wichtiger sind für ihn persönlichen Begegnungen, interkulturelle Erfahrungen und gelebtes Miteinander über Ländergrenzen hinweg, denn: „Das stärkt unsere europäische Identität.“ In seiner Ansprach stellte er heraus, dass „es da nur sinnvoll ist, dass sich junge Menschen begegnen und miteinander arbeiten können“. Dies sei in diesen Tagen umso wichtiger, da es in immer mehr Ländern Tendenzen zur Abschottung und zu Nationalismen gebe, betonte der Landrat. Als Kommune und Schule mit Kontakten in ganz Europa fördere man gezielt den Austausch mit anderen Ländern: „Das ist unglaublich wichtig, um das Verständnis für das Miteinander zu schulen“, sagte Enders, für den feststeht: „Europa gelingt nur im Miteinander.“

Er knüpfte auch gezielt an die Programme wie Erasmus und Comenius an und unterstrich, dass diese grenzüberschreitenden Austausch ermöglichten und Brücken zwischen Menschen bauen würden, aber auch Menschen aus verschiedenen Nationen in Europa zusammen brächten. Dazu gehöre auch gemeinsames Lernen, Forschen und Arbeiten, über das wiederum das Verständnis füreinander wachse und neue Perspektiven sich eröffnen würden.

Geschenke für die Gäste
Wohl überall in Europa ist es eine schöne Gepflogenheit, dass man unter Gästen und Freunden Präsente austauscht – und da machte auch die Eröffnung des Projektes keine Ausnahme: Bürgermeister Köhler und Landrat Enders verteilten Geschenke, und auch Verbandsgemeindebeigeordneter Brenner hatte volle Stofftaschen mitgebracht. Darin waren von der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain Block und Stift für die Schüler. Für die Lehrer gab es Tassen mit dem Logo der Verbandsgemeinde. Die kleinen Aufmerksamkeiten wechselten den Besitzer. Nach diesem schönen Auftakt gab es sicher noch viel Gelegenheit bei der Begegnung, der Kooperation und dem Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander, um die bestehenden freundschaftlichen Kontakte zu stärken und zu vertiefen.

Das internationale Treffen gibt dazu sicher jede Menge Möglichkeiten, nicht nur, wenn man sich mit den Sinnen beschäftigt. Diese spielen aber auch eine Rolle bei den Exkursionen. So stand am Dienstag, neben dem Besuch des rheinland-pfälzischen Landtages in Mainz auch ein Abstecher nach Wiesbaden auf dem Programm: Hier sollte das „Museum der Sinne“ im Schloss Freudenberg besichtigt werden, wie Wöllner beim Blick in das Programm angekündigt hatte. Wie Menschen mit Beeinträchtigung einbezogen werden können, so Wöllner, damit wollten sich die Schülerinnen und Schüler mittwochs auseinandersetzen: Bei einem Workshop sollte es dann um das Stichwort Inklusion gehen. Bei einem Ausflug nach Köln sollte donnerstags das „Duftmuseum 4711“ besichtigt werden. (tt)


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