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Nachricht vom 06.03.2020    

Gute Neuigkeiten: Aus Rewe-Center wird Fachmarktzentrum

Aufatmen in Altenkirchen und Umgebung: Das Rewe-Center im Weyerdamm wird nicht, wenn die gleichnamige Unternehmensgruppe mit Sitz in Köln zum 30. April den Verkauf in ihrer Dependance eingestellt hat, als Leerstand vor sich hin dümpeln. Der Besitzer der Immobilie, die Unternehmensgruppe Widerkehr aus Stuttgart, wird so schnell wie möglich den Bereich überplanen, um ein Fachmarktzentrum zu bauen.

So sehen die ersten Überlegungen für die Umgestaltung des Areals auf dem Weyerdamm aus. (Foto: privat)

Altenkirchen. Das sind gute Nachrichten für Altenkirchen: Das Rewe-Center auf dem Weyerdamm wird Platz machen für ein Fachmarktzentrum, das aus vier Geschäften bestehen wird. Das teilten die Stadt Altenkirchen und die Widerkehr-Unternehmensgruppe als Besitzer der Immobilie am Freitagnachmittag (6. März) gleichlautend mit. Bekanntlich beendet Rewe den Verkauf in dem Komplex am 30. April, weil, wie Mitte Oktober des vergangenen Jahres bekannt wurde, "dieser Standort wirtschaftlich nicht mehr zu betreiben ist". Im Klartext: Das Rewe-Center und das Gebäude, in dem Expert Klein untergebracht ist, sollen abgerissen werden. So wird Platz geschaffen für einen Vollsortimenter, zwei Fachmärkte und einen Discounter, die sich auf einer Gesamtnutzfläche von über 7000 Quadratmetern auch noch über einen Teil des Parkplatzes ausbreiten können. Parallel entstehen rund 270 Abstellflächen.

Spannende Monate
„Die am 3. März dem Stadtentwicklungs- sowie Umwelt-und Bauausschuss der Kreisstadt vorgestellten Pläne bestätigen, dass die Kreisstadt ein attraktiver Standort für Investoren ist“, freute sich Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt. Nach mehreren spannenden Monaten, in denen aufgrund der Kündigung des aktuellen Mieters die Zukunft und der Standort einer innerstädtischen Versorgung offen gewesen seien, habe die Stadt gemeinsam mit dem Investor eine Idee entwickelt, wie zukünftig das Einkaufen am Weyerdamm aussehen könnte. Die Planungen sind nicht weniger als eine Neuordnung der vorhandenen Fläche am Dammweg und am Weyerdamm. Nicht nur das vorhandene Gelände wird überplant, sondern auch Teile der Bachstraße und des Dammweges sowie die vorhandenen Parkflächen. Vorgesehen ist, dass die Schützenstraße und der Dammweg zu Sackgassen werden.

Anregungen als Hausaufgabe
Die städtischen Ausschüsse stimmten laut Gibhardt den grundsätzlichen Planungen zu und gaben dem Architekten und den Projektentwicklern der Unternehmensgruppe Widerkehr einige wichtige Anregungen als Hausaufgabe mit auf den Weg. Die Gremien hätten den Planungsabsichten unter der Bedingung zugestimmt, dass ein Verkehrsgutachten deren Machbarkeit bestätigt. „Ich bin zuversichtlich, dass der gemeinsam eingeschlagene Weg zu einem attraktiven Fachmarktzentrum am Standort Weyerdamm erfolgreich umgesetzt werden kann und zur Belebung und Attraktivität der Kreisstadt beitragen wird. Für Altenkirchen ist die Entwicklung ein Gewinn“, hoffte Gibhardt. Der Neustart am Weyerdamm könnte ein Auftakt und Impulsgeber für die Stadtentwicklung und für die weitere Stadtsanierung sein.

Positives Signal für Altenkirchen
Altenkirchens Bürgermeister Fred Jüngerich freute sich, "dass der Eigentümer und die Kreisstadt Altenkirchen gemeinsam die Neuordnung des Areals am Weyerdamm diskutieren. Sollten die Planungen Realität werden, so wäre das ein positives Signal für Altenkirchen, aber auch für die Umlandgemeinden. Wir stehen als Rathaus mit den Verantwortlichen in gutem Kontakt. Wichtig war uns als Verbandsgemeinde, dass das Mischwasserrückhaltebecken der VG-Werke baulich nicht tangiert wird. Als Stellplatz- und Anlieferungsfläche steht dieser Bereich aber zur Verfügung." Jüngerichs Vorgänger Heijo Höfer, zudem mehr als zwei Jahrzehnte auch Stadtbürgermeister, sagte: "Gute Märkte an dieser Stelle sind auch für die restliche Innenstadt extrem wichtig. Ich sehe in so einer Investition, die erheblichen Umfang haben dürfte, den Beweis dafür, dass es Investoren gibt, die in die Zukunft der Stadt Altenkirchen Vertrauen haben. Ich bin froh, dass es so schnell gelungen ist, denn wir haben in der Vergangenheit so getan, als ginge die Welt unter." Volker Hammer, Geschäftsführer des Aktionskreises Altenkirchen, findet "Geschäfte dort gut, weil sie relativ nah an der Innenstadt liegen. Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass wir in der Stadt die Geschäfte wieder einigermaßen gut befüllt bekommen. Dann steht Altenkirchen wieder sehr, sehr gut da."

Schaffung von Werten
Die Unternehmensgruppe Widerker ist nach eigenen Angaben ein klassisches, sehr gut vernetztes Family Office mit einem besonderen Augenmerk auf Projektentwicklung und Bestandshaltung im gesamten Bundesgebiet. "Wir sind in Altenkirchen bereits mit dem Toom-Baumarkt vertreten. Unser Credo ist die Schaffung von Werten und Erhaltung der Substanz", heißt es in einer Mitteilung, "wir haben den Standort im Jahr 2005 erworben. Im Jahr 2012 wurde der Rewe-Markt umfassend saniert, und im Jahr 2017 wurden etliche Rolltreppen unter großem Aufwand ersetzt." Rewe habe, obwohl der Mietvertrag noch eine feste Laufzeit bis Anfang 2023 hat, bekanntlich mitgeteilt, den Markt zum 30. April zu schließen. "Der Schritt von Rewe kam für uns vollkommen unerwartet. Unerwartet deshalb, weil wir seit geraumer Zeit mit Rewe in Verbindung wegen der Modernisierung des Anwesens standen und es zu keinem Zeitpunkt einen Hinweis gab, dass diese Absicht verfolgt wird", berichtete Widerkehr, "wir haben diese Information auch sehr spät über die Presse erfahren, obwohl wir die Vermieter sind."

Entscheidung irrtümlich?
Rewe habe diese Entscheidung deshalb getroffen, weil das Unternehmen irrtümlich der Meinung war, so Widerkehr, dass eine "komplette Neuentwicklung für uns nicht in Frage kommt. Wir haben eine solche aber im Vorfeld nicht geprüft, da eine Neuentwicklung eine viel größere wirtschaftliche Herausforderung unter Berücksichtigung des Bestandes ist als eine Modernisierung. Hätte uns Rewe auch nur mit einem Wort wissen lassen, dass nur eine Neuentwicklung in Frage käme, hätten wir schon längst die aktuellen Maßnahmen eingeleitet. Ungeachtet dessen pflegen wir bis zum heutigen Tage einen sehr guten Kontakt zur Rewe-Group".

Arbeit mit Hochdruck
"Seit dieser Erkenntnis arbeitet unser Team mit Hochdruck zusammen mit der Stadt Altenkirchen, der Bauverwaltung und Rewe an der Neuentwicklung des Anwesens. Bis zum heutigen Tage sind, bedingt durch die Notwendigkeit der Lösung diverser Themen, insgesamt 14 Varianten sorgfältig und durchdacht erarbeitet worden", hieß es weiter. Ein Neubau sei wirtschaftlich ein sehr schweres Unterfangen, da das Bestandsobjekt nicht abgeschrieben und ein erheblicher Buchwert und eine entsprechend hohe abzulösende Finanzierung zu berücksichtigen seien. "Wir arbeiten derzeit an dem Aufstellungsbeschluss, welcher zeitnah erfolgen soll. Für unser Projekt bedarf es eines entsprechend fundierten Bebauungsplanverfahrens, welches wir beabsichtigen, im beschleunigten Verfahren innerhalb eines Jahres durchzuführen. Wir hoffen, im Sommer 2021 mit dem Neubau zu beginnen, der spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2022 abgeschlossen sein sollte", beschrieb Widerkehr.

Eröffnung im Oktober 1978
Die Geschichte eines Supermarktes an dieser Stelle reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Unter der Bezeichnung "Interkaufpark" wurde das Objekt als Vollsortimenter am 26. Oktober 1978 eröffnet. Es steht auf einer Fläche, auf der sich bis zum Jahr 1945 ein kleiner Weiher befand. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde der Tümpel mit Bauschutt nach dem Bombardement der alliierten Luftstreitkräfte eingeebnet. Das Areal diente in den folgenden Jahren unter anderem als Teilstandort des Schützenfestes (Vergnügungspark), als Austragungsort der Reitturniere des ZRFV Altenkirchen und auch des Simon-Juda-Marktes. (hak)


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Kommentare zu: Gute Neuigkeiten: Aus Rewe-Center wird Fachmarktzentrum

3 Kommentare
Dieses Gelände ist für die Planung eines neuen Einkaufszentrums denkbar ungeeignet. Schon seit Bestehen des Marktes stört es mich, dass man in diesen Markt durch den Keller geht.
Die Ladenfläche im Obergeschoss war von Anbeginn unattraktiv. Das Restaurant wurde nach kurzer Zeit wieder geschlossen. Letztlich siedelte sich ein Friseurladen und ein mich abstoßender Zoomarkt an. Wieso sucht man kein besseres, weitläufigeres Gelände für einen Neubeginn? Vielleicht steht ein anderer Investor bereit, der flexibler ist und zukunftsweisende Ideen hat.

#3 von Doris Mathy, am 11.03.2020 um 19:06 Uhr
Gute Sache, dann wird es wieder etwas attraktiver nach Altenkirchen zu fahren. Und bitte nicht vergessen noch ein paar Ladesäulen für E-Autos einzuplanen. Daran mangelt es momentan.
#2 von Martin Wachsmann, am 08.03.2020 um 01:34 Uhr
Den Dammweg zur Sackgasse zu machen, ist eine schlechte Idee. Ansonsten guter Plan.
#1 von Arno Schmidt, am 06.03.2020 um 19:38 Uhr

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