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Nachricht vom 25.03.2020    

Warum wird Klopapier gehamstert?

Von Wolfgang Tischler

Mit dieser Frage beschäftigen sich viele Leute seit Tagen und Wochen. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Die Meisten sprechen von einem Herdentrieb - einer fängt an und alle machen mit. Andere sehen den Ursache in dem grundlegenden Sicherheitsbedürfnis des Menschen. Eines steht aber definitiv fest: Klopapier schützt nicht vor Corona.

Hamsterkäufe von Toilettenpapier waren in der letzten Zeit an der Tagesordnung. Symbolfoto

Region. Fast jeder von uns hat in den letzten Wochen die Erfahrung machen müssen, vor leeren Regalen zu stehen. Nicht nur diverse Lebensmittel waren teils schwer zu bekommen, nein auch Klopapier war ständig ausverkauft. Die wenigen Hersteller von Toilettenpapier fuhren Sonderschichten, um den übermäßigen Bedarf einigermaßen decken zu können.

Dazwischen schlug das begehrte Papier diverse Kapriolen. In den Sozialen Medien wurde es neben den Kreditkarten und PayPal als Zahlungsmittel gepriesen. Bei Ebay gab es Angebote zu Mondpreisen. Daneben fielen Posts bei Facebook mit Kommentaren zum Kopfschütteln, aber auch zum Lachen oder Tipps, wo es das beliebte Papier noch gibt, auf. Ein Supermarktbesitzer hatte die Faxen dick und verlangte einen Aufschlag, wenn ein Kunde mehr als ein Paket kaufen wollte. Den Mehrerlös will er einem guten Zweck spenden.

Mittlerweile scheint sich die Lage zu beruhigen, zumindest vorläufig. Die privaten Vorratslager dürften bis oben voll sein, denn es gibt keinen Grund für einen sprunghaften Mehrverbrauch. Auf der anderen Seite gibt es beim Toilettenpapier kein Verfallsdatum. Wer sich normal verhalten hat, kann sicherlich bald auf Sonderangebote zurückgreifen.

Was sagen die Psychologen?
Auch hier gibt es nur Erklärungsansätze. Es wird von einer Übersprunghandlung gesprochen. Die Rolle wird anscheinend für den Menschen zu einem Symbol der Sicherheit. Die Hygiene zählt neben Essen und Trinken in unseren Breitengraden mit zu den Grundbedürfnissen. Daneben wird mit einem Urtrieb, dem Herdentrieb, argumentiert. Wenn es alle machen, dann ich auch. Hinzu kommt die Angst, was mache ich denn, wenn ich kein Toilettenpapier mehr habe? Schmutziges Hinterteil geht gar nicht. Wenn man unsere älteren Mitbürger diesbezüglich fragt, dann kommt Zeitungspapier zur Sprache. In Zeiten der Online-Medien auch ein Problem.

Hinweise von einem Fachmann
Die Leute werden ja auch erfinderisch weiß Werkleiter Eckhardt Gönner von den Werken aus Puderbach zu berichten. Es kommen Papier von Küchenrollen, Feuchttücher, Taschentücher und einiges mehr zu Einsatz. Diese Alternativen bringen jedoch Probleme in der Kläranlage mit sich, da diese Materialien sich nicht wie Klopapier auflösen und so zu Problemen bei den Pumpen in den Kläranlagen führen können. „Sollten Sie Alternativen benutzen, dann bitte nicht über die Toilette entsorgen. Das Gleiche gilt für Binden und Tampons“, rät der Fachmann.

Dass Not erfinderisch macht, ist bekannt. So gibt es im Netz auch schon einen Rechner, der ausrechnet, wie lange der Vorrat an Toilettenpapier reicht. Rechnen Sie es doch mal aus. Hier geht es zum Link.
woti


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Kommentare zu: Warum wird Klopapier gehamstert?

4 Kommentare
Die Franzosen: Rotwein und Gummi
Die Deutschen: Klopapier und Nudeln
hmm was sagt uns das? Die Franzosen: Wenn ich nicht mehr lange lebe dann noch mal so richtig einen saufen und poppen.
Die Deutschen: Wenn ich krank werde brauche ich Klopapier und was zu futtern denn das geht auch vorbei. Also der Deutsche positiv nach vorne gedacht. Wir schaffen das oder, ich schaffe das. Könnte vielleicht was dran sein? ;-)
#4 von Helmut Reifferscheid, am 26.03.2020 um 15:01 Uhr
"scheiß Thema"... :-)
#3 von Günther Humpert, am 26.03.2020 um 11:06 Uhr
Es ist ein Teufelskreis. Auf der einen Seite die Deppen, die Klopapier warum auch immer horten, auf der anderen Seite dann Menschen, die sich denken; "bevor ich nix mehr kriege, kauf ich lieber ne Packung mehr"...
Vielleicht basteln die daraus ja auch Schutzmasken. Spinner gibt`s immmer.
#2 von Andy Junge, am 26.03.2020 um 08:29 Uhr
Ich bin persönlich entsetzt über ein solches Verhalten. Man/Frau müsste darüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
Komme ich zu der unterhaltsamen Seite der Geschichte. Offensichtlich haben die Menschen einen solchen "Schiss" vor dem Virus, dass sie sich zum Schutz mit Klopapier eindecken.
Jedenfalls hat noch kein anerkannter Virologe in einer der zahlreichen Sondersendungen kund getan, dass aufgekochtes Klopapier versehen mit einem Schuss Vitamin C und garniert mit roten Weintrauben eine immunisierende Wirkung habe.
Wir können nur froh und glücklich sein, dass der/die Deutsche den "Schiss" mit Klopapier bekämpft. Aus den USA wird gemeldet, dass die dortige Bevölkerung aus "Schiss" vor dem Virus die Waffengeschäfte leer kauft. Vielleicht ist das Virus mit einem gezielten Schuss zu erlegen?!?

Ralf Käppele, Altenkirchen
#1 von Ralf Käppele, am 25.03.2020 um 20:02 Uhr

Westerwälder Online-Schaufenster


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