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Nachricht vom 07.07.2010    

Spannender Vortrag des letzten Zeugen

Der letzte Zeuge des Attentates auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 ist Kurt Salterberg aus Hamm. Der ehemalige Wachsoldat hielt jetzt einen spannenden Vortrag beim BGV.

Betzdorf. Seinen gesamten Weg bis hin zum Wachsoldat ab 1943 im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" in Ostpreußen bezeichnete Kurt Salterberg in seinem Vortrag als Zufall. Was er dann als 21-Jähriger am 20. Juli 1944 vor der Lagebaracke erlebte schilderte der heute 87-Jährige aus Pracht bei Hamm vor einer überraschend großen Anzahl an Besuchern in der Veranstaltung des Betzdorfer Geschichte. Besonders freute sich der BGV-Vorsitzende Ernst-Helmut Zöllner, zum Vortrag des letzten Zeugen dieses Attentats zahlreiche Jugendliche begrüßen zu können. Aufmerksam verfolgte die Zuhörerschaft den über zweistündigen Vortrag von Kurt Salterberg voller Interesse.
An zahlreichen Beispielen machte der Wachsoldat, er war Wehrmachtsangehöriger und nicht etwa bei der Waffen-SS, klar, dass die Filmdokumentationen oft einen falschen Eindruck vermittelten. Das Hauptquartier sei im inneren Sicherheitskreis mangelhaft abgesichert gewesen und nicht, wie in Filmen dargestellt, gespickt mit Wachsoldaten und Waffen. Am sogenannten Sicherheitskreis 1a, direkt vor der Lagebaracke und dem Führerbunker habe er rund um die Uhr alleine gestanden und sei alle drei Stunden von einem Kameraden abgelöst worden. Das Attentat sei auch nicht in einem Bunker, sondern in einer normalen Holzbaracke ausgeführt worden. Wahrscheinlich habe es daher nur zwei Tote gegeben. Die Detonationswelle habe entweichen können, was in einem Betonbunker nicht habe geschehen können.
Die Gruppe von Offizieren, zu der auch Oberst Schenk Graf von Stauffenberg gehörte, habe von ihm nicht kontrolliert werden müssen, da sie in Begleitung von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel gewesen sei. Kurz später habe Stauffenberg die Baracke eilig verlassen und wenige Minuten später sei es zur Explosion gekommen. Genau schilderte der ehemalige Gefreite, es sei alles geborsten, Verletzte hätten geschrien, eine Personen durchs Fenster geflogen, dann seien Personen verletzt, blutend aus der total zertrümmerten Baracke gekommen. Ganz zum Schluss sei Hitler gestützt von Keitel und einem Diener gehumpelt und habe lange auf die zerstörte Lagebracke gestarrt. Kurz später sei er von seinem Leibarzt versorgt worden, der ihm die zahlreichen Splitter aus dem Körper entfernt habe.
Endlose Vernehmungen habe er über sich ergehen lassen müssen, das auch noch nach dem Erschießungstod von Graf Stauffenberg am selben Abend. Salterberg berichtete auch, dass die Tat damals eher keine Anerkennung fand, da weitere Personen mit gefährdet worden seien. Richtiger wäre es gewesen, wenn Hitler von Stauffenberg mit einer Pistole liquidiert worden wäre.
Salterberg kam anschließend in die Ardennen zu einer kämpfenden Einheit, erhielt einen Lungendurchschuss. Als die Verwundung ausgeheilt war, war auch das Kriegsende da und er kam ohne Gefangenschaft nach Hause.
In Kürze fährt er auf Einladung polnischer Reiseführer erneut zur Wolfsschanze, anschließend stehen weitere Interviews an und zwei Journalisten wollen die Erlebnisse des letzten Zeugen in einem Buch zusammenfassen.



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