Werbung

Nachricht vom 31.03.2020    

Verletzter Uhu vom Hümmerich trotz Hilfe nicht zu retten

Ein Uhu mit gebrochenem Flügel, der dieser Tage unterhalb des Mobilheimparks, am mittleren Weg ins Elbbachtal, gefunden wurde, unterstreicht nach Ansicht der BI-Hümmerich die Bedeutung des Gebiets zwischen Gebhardshain, Mittelhof und Dauersberg als bevorzugte Region besonders schützenswerter Arten.

Der Uhu im sicheren Griff des Falkners Marco Wahl. (Foto: Günter Helsper)

Gebhardshain/Mittelhof/Niederfischbach/Rösrath. Gleichzeitig zeige der Vorfall, wie wichtig für die Belange des Naturschutzes die BI Hümmerich inzwischen von der Bevölkerung wahrgenommen werde. „Wir wollen noch mehr dazu ermuntern, die herausragende Vielfalt an schützenswerter Natur rund um den Hümmerich zu beobachten und Sichtungen zu berichten, insbesondere die Vogelwelt mit dem sehr seltenen Schwarzstorch, dem Rotmilan und, wie in diesem Fall, dem Uhu“, so Dieter Glöckner, Sprecher der BI.

Wer durch das Elbbachtal unterhalb des Hümmerich spaziert, dem zeigt sich die Natur vor allem in der Zeit von Frühjahr bis Herbst von ihrer üppigen Seite. Flora und Fauna haben dem Betrachter einiges an Schönheiten und Raritäten zu bieten, nicht zuletzt die Vogelwelt. Daher ist dieses Gebiet nationales Landschaftsschutzgebiet sowie Bestandteil des europäischen Natura 2000 Netzes mit Vogelschutzgebieten, Fauna-Flora-Habitaten und verschiedensten FFH-Lebensraumtypen. Diese für Fachleute markanten Begriffe bedeuten für den Laien: Hier gibt es viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten, deren Schutz gesetzlich festgeschrieben ist. Das heißt zum einen, alles zu unterlassen, was diese Arten gefährdet, zum anderen aber auch, alles dafür zu tun, dass sie gedeihen und sich vermehren können.
Neben dem gefährdeten Rotmilan und dem sehr seltenen Schwarzstorch ist auch der Uhu eine dieser Arten rund um den Hümmerich: Seine Gattung zählt zu den „Eigentlichen Eulen“ und ist in zahlreichen Arten fast weltweit vertreten. Unser heimischer Uhu (lat.: bubo bubo) ist nach intensiven Schutzmaßnahmen und Auswilderungsaktionen seit den 1980er Jahren nicht mehr auf der Roten Liste der besonders gefährdeten Tierarten, zählt aber immer noch zu den besonders und streng geschützten Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Sich dessen bewusst, staunte Günter Helsper aus Mittelhof nicht schlecht, als er vor Kurzem beim Sparzierengehen den flugunfähigen Vogel am rechten Wegesrand entdeckte. Sofort versuchte er, dem Tier über Förster und andere Bekannte zu helfen. Fündig wurde er bei Dieter Glöckner, der als Sprecher der BI Hümmerich, als Naturliebhaber und engagierter Streiter für einen Hümmerich ohne Landschaft und Tierwelt bedrohende Windräder, die richtigen Kontakte hat. Sie führten schließlich über den regionalen Naturschutzverein Ebertseifen (www.ebertseifen.de) zu Marco Wahl, den Falkner im Tierpark Niederfischbach (www.falknerei-wahl.de). Dem gelang es, den verletzten Uhu zu fangen und ihn der Bergischen Greifvogelhilfe in Rösrath zu übergeben. Doch leider vergebens, so Marco Wahl: „Der Vogel hatte links keine Sehfähigkeit mehr und rechts nur eine stark eingeschränkte. Ein Flügel war mehrfach gebrochen. Das Tier, offenbar ein Jungtier vom vergangenen Jahr, war so stark ausgezehrt, dass es schließlich von einem Tierarzt eingeschläfert werden musste.“



„Auch wenn die Rettungsaktion am Ende nicht erfolgreich war“, so Dieter Glöckner, „ist es gut und wichtig, dass die Menschen rund um den Hümmerich ein Auge für die Natur haben. ‚Beobachten und Berichten`, den Wert dieses herrlichen Stücks Natur rund um den Hümmerich zu dokumentieren, kann uns dabei helfen, ihn vor menschlichen Übergriffen zu bewahren. Wir brauchen jeden Hinweis auf geschützte Arten und ggf. Horste bzw. Nester, seien es Rotmilane, Schwarzstörche oder, wie in diesem Fall, Uhus.“ Wer solche Tiere beobachtet, sollte sich notieren, wo und wann das war, eventuell in welcher Flughöhe und -richtung die Tiere unterwegs waren und Zeugen benennen, die das ebenfalls beobachtet haben. Weitere Hinweise zur Vogelbeobachtung finden sich auf der Homepage der BI (www.bi-hümmerich.de). Flugbewegungen oder auch Nestfunde können per E-Mail an Dieter Glöckner gemeldet werden (bi-huemmerich@t-online.de) oder direkt bei Kreisverwaltung Altenkirchen als Untere Naturschutzbehörde. Zuständiger Sachbearbeiter für Umwelt und Naturschutz ist dort Olaf Riesner-Seifert (olaf.riesner-seifert@kreis-ak.de). (PM)


Lokales: Betzdorf & Umgebung

Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Betzdorf-Gebhardshain auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: Verletzter Uhu vom Hümmerich trotz Hilfe nicht zu retten

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Vereine


Imkerfest des Bienenzucht- und Naturschutzvereins in Mudersbach

Mudersbach. Der Bienenzucht- und Naturschutzverein Mudersbach-Brachbach e.V. lädt herzlich ein zum diesjährigen Imkerfest ...

Jahresausflug der Dermbacher Gymnastikfrauen ging zur Floriade Expo in die Niederlande

Dermbach. Bereits auf der Hinreise zur Floriade Expo in die Niederlande stand mit dem Besuch der Schlossgärten von Arcen ...

90 Jahre Schützenverein Döttesfeld - jetzt wird gefeiert!

Döttesfeld. Los geht es am Sonntag, 14. August, mit dem Königsschießen: Ab 9 Uhr werden die Schülerprinzen ermittelt und ...

Kleinmaischeider Boule-Verein gewinnt großes Turnier in Betzdorf

Betzdorf/Kleinmaischeid. In dem achtstündigen Turnier gewannen schließlich Mario Kovacs und Christoph Witzmann als einzige ...

Raubach hat nach drei Jahren neuen Schützenkönig - Kevin Romich

Raubach. Das Schützenfest in neuem Format startete am Samstag auf dem Vereinsgelände mit Königsschießen, Pfänderschießen, ...

Wiedbachtaler Männerchor zieht Bilanz und richtet Blick optimistisch in die Zukunft

Neitersen. In seinen Begrüßungsworten berichtete Andreas Haas kurz von den coronabedingt leider wenigen Auftritten der letzten ...

Weitere Artikel


Bundeshilfen zur Corona-Pandemie für gemeinnützige Sportvereine öffnen

Region. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg seien da beispielgebend. „Wir brauchen aber eine bundesweit einheitliche ...

MusiQSpace macht Musikunterricht per Videochat möglich

Wissen-Schönstein. Ausgerüstet mit Mikrofon und moderner Technik und via Skype oder WhatsApp-Videochat wird die zum regulären ...

Trotz Corona in den Ostermorgen starten

Wissen. Dann wird auch die Türe zur Kirche geöffnet sein und ab dann können Personen die Kirche jeweils alleine betreten, ...

Arbeitsmarkt: Mitte März noch wenig Auswirkungen der Pandemie

Neuwied. Die aktuellen Zahlen des Statistikservice der Arbeitsagentur für den Monat März stammen vom Stichtag 12. März 2020. ...

Schwalben ein Zuhause bieten

Holler. Im Rahmen des NABU-Projektes „Schwalbenfreundliches Haus“ setzen die NABU-Gruppen in der Region Rhein-Westerwald ...

Initiative Hachenburg Plastikfrei coacht Workshops

Hachenburg. Altersgerecht waren das farbiges Badesalz, Lotionstücke und selbst gefaltete Mülltüten aus Zeitungspapier. Auch ...

Werbung