Werbung

Nachricht vom 01.04.2020    

„Wir lassen den Kontakt zu den Familien nicht abreißen“

Die Corona-Pandemie stellt auch den Bereich der Jugendhilfe vor große Herausforderungen. Die diakonisch-gemeinnützige Evangelische Jugendhilfe Friedenshort GmbH mit Sitz in Freudenberg und Einrichtungen im Kreis Altenkirchen begegnet dieser Herausforderung „mit großer Entschlossenheit, aber auch der notwendigen Besonnenheit“.

Familien und Alleinerziehende in ihrem Zusammenleben zu stärken, bleibt auch in Corona-Zeiten das Ziel des Friedenshort-Teams. (Foto: Christian Schwier)

Kreis Altenkirchen. Götz-Tilman Hadem als Geschäftsführer erläutert: „Die Aufgabe ist deshalb so groß, weil wir niemanden im Stich lassen wollen, der uns anvertraut ist, und zugleich in einer Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitenden stehen." Die Einrichtung Altenkirchen des Friedenshortes leistet mit rund 60 Mitarbeitenden wesentliche der im Sozialgesetzbuch VIII verankerten Hilfen zur Erziehung, die durchweg im Auftrag der Jugendämter erfolgen: von stationären Wohngruppen über teilstationäre Angebote wie Tagesgruppen bis hin zur ambulanten Familienhilfe. Letztere sind aufgrund der behördlich angeordneten Kontaktreduzierungen derzeit nur noch sehr eingeschränkt möglich: „Unsere pädagogischen Mitarbeitenden betreuen Familien im nahezu gesamten Kreisgebiet. Sie stehen derzeit vor allem telefonisch und teilweise per Video-Chat in Verbindung und unterstützen die Familien in der Bewältigung des Alltags", erläutert Karina Köhler als Einrichtungsleitung. Persönliche Kontakte bleiben aber für Fälle bestehen, bei denen es um das Kindeswohl geht.

Auch die teilstationären Angebote des Friedenshortes sind in ihrer eigentlichen Form derzeit nicht möglich: „Unsere vier Tagesgruppen, in denen Kinder normalerweise nach der Schule bis zum frühen Abend täglich sozialpädagogisch betreut werden, bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Die Soziale Gruppenarbeit an insgesamt sechs Grundschulen kann schon allein aufgrund der Schulschließungen aktuell nicht angeboten werden", ergänzt Oliver Klein vom Leitungsteam. Doch auch in diesen Arbeitsbereichen lassen die Mitarbeitenden den Kontakt zu den Familien nicht abreißen.

Im Bereich der stationären Jugendhilfe kommen hingegen Schließungen nicht in Frage. Hier leben bis zu neun Kinder und Jugendliche unter einem Dach und werden rund um die Uhr betreut. „Für die Mitarbeitenden unserer Wohngruppe in Steinebach besteht die Herausforderung eher darin, den Kindern und Jugendlichen, die dauerhaft in der Einrichtung leben, die notwendigen Kontaktreduzierungen in altersgerechter Weise verständlich zu machen", betont Köhler. So können die jungen Menschen derzeit keine Besucher in der Gruppe empfangen, und auch die Wochenendheimkehr in die Herkunftsfamilien, die normalerweise ein gängiges Element in der pädagogischen Arbeit zur stufenweisen Erprobung familiären Zusammenlebens und der Kontaktpflege darstellt, muss sehr stark eingegrenzt werden. Karina Köhler: „Das ist für die Kinder und Jugendlichen hart und erfordert seitens unserer Fachkräfte viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen."




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Gruppenleitung (m/w/d) in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Sozialarbeiter/-in (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Gruppenleitung (m/w/d) in der Landschaftspflege

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

SPS-Programmierer / Automatisierungstechniker (m/w/d)

Maschinenbau Böhmer GmbH
57520 Steinebach/Sieg

Examinierte Pflegekraft / Schulbegleitung

DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH
57584 Scheuerfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Um die Herausforderungen der Corona-Pandemie gemeinsam zu stemmen, hat der Friedenshort in kürzester Zeit ein Intranet für seine bundesweiten Mitarbeitenden geschaffen, um sich fachlich zu Themen wie Infektionsschutz, Kontaktreduzierungen und der Ausgestaltung der Hilfen unter Corona-Bedingungen auszutauschen. „Die Erstmaligkeit dieser Pandemie-Situation führt natürlich dazu, dass wir auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen können, mitunter haben wir das Gefühl, die soziale Arbeit muss nun neu erfunden werden", bekunden Köhler und Klein übereinstimmend.

Besorgt zeigen sie sich mit Blick auf eine möglicherweise zunehmende Belastung der Familien, vor allem dort, wo das Konfliktpotential schon vor dem Eintreten der coronabedingten Auflagen und Beschränkungen groß war. Auch die Möglichkeit, COVID-19-Erkrankte betreuen zu müssen, beschäftigt Köhler und Klein. „Derzeit wird durch unsere Gesamtverwaltung in Freudenberg intensiv an der Beschaffung von Schutzkleidung gearbeitet, eine Lieferung von Atemschutzmasken soll es in Kürze geben", so Karina Köhler: „Wir stehen hierbei auch mit dem zuständigen Jugendamt Altenkirchen in einem sehr guten Austausch und arbeiten an Lösungen." Sehr dankbar ist das Leitungsduo über die Haltung der Mitarbeitenden: „Wir erleben unsere Teams nach wie vor hochmotiviert und mit großem Verantwortungsgefühl." Gemeinsamer Wunsch: Die Corona-Pandemie möge möglichst bald vorübergehen, um wieder so für die anvertrauten Familien da sein zu können, wie es eigentlich nötig ist. (PM)


Lokales: Kirchen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Umgang mit Trauer in der Schule: Ein Fachtag in Hamm bietet Unterstützung

In Hamm (Sieg) fand ein besonderer Fachtag für Schulsozialarbeiter und Lehrkräfte statt. Ziel war es, ...

Einbruch in Kircheib: Unbekannte Täter entwenden Wertgegenstände

In der kleinen Gemeinde Kircheib kam es am Wochenende zu einem Einbruch in ein Einfamilienhaus. Die Täter ...

Unbekannte entwenden Rasenmäher aus Gartenhütte in Fluterschen

In Fluterschen wurden in der Zeit vom 22. bis 31. Mai zwei Rasenmäher aus einer Gartenhütte gestohlen. ...

Jugendschutz im Fokus: Testkäufe in der Verbandsgemeinde Kirchen

Am 1. Juni führte eine 17-jährige Testkäuferin in den Ortslagen Mudersbach und Niederfischbach Testkäufe ...

Waschbären bleiben ein Problem - Kreisverwaltung spricht von "Daueraufgabe"

Waschbären sorgen für Probleme: Da kann man noch froh sein, wenn sie nur über die Mülltonnen herfallen ...

Unbekannte Wasserleiche im Rhein bei Remagen-Oberwinter entdeckt

Am Pfingstmontag, dem 25. Mai, wurde im Rhein bei Remagen-Oberwinter eine unbekannte Frau tot aufgefunden. ...

Weitere Artikel


Getränke Müller zeichnet düsteres Bild und hofft das Beste

Das gleicht einer Vollbremsung, denn der Umsatz ist beinahe komplett weggebrochen: Die Corona-Krise fordert ...

Wissener Pfarrkirche Kreuzerhöhung wieder geöffnet

Die Sanierungsarbeiten in der Wissener Pfarrkirche Kreuzerhöhung sind abgeschlossen. Besuche und Gebet ...

Thomas Magnete in Herdorf stellt Produktion vorerst ein

Die Thomas Magnete GmbH aus Herdorf reagiert als Zulieferer auf die Drosselung der Produktion und Werksschließungen ...

Große Osteraktion der Altenkirchener Einzelhändler

Die Corona-Pandemie hat schwerwiegende Konsequenzen für den Einzelhandel. Die Geschäfte sind geschlossen, ...

Neue Hotline zur Grundsicherung

Wegen der Corona-Krise hat der Gesetzgeber ein Sozialschutzpaket beschlossen, das den Zugang zur sozialen ...

Klara trotzt Corona, VI. Teil

Die Autoren der Limburg-Krimis um die schrullige Haushälterin und ihren gutmütigen Chef, möchten damit ...

Werbung