Werbung

Nachricht vom 06.04.2020    

Lebenshilfe: Geistig behinderte Menschen nicht vergessen

Die Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen befindet sich seit den Maßnahmen zu Corona in einem Ausnahmezustand, so die Vorsitzende Rita Hartmann. Bis zum 5.April sind bei betreuten Menschen oder Mitarbeitern keine Infektionsfälle bekannt. Aber es fehlt an Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln, die dringend benötigt werden. Die Lebenshilfe ist dringend auf Unterstützung und Hilfe angewiesen.

Viele der geistig behinderten Menschen können die aktuelle Situation nicht verstehen. (Foto: Lebenshilfe)

Kreis Altenkirchen. Seit mehr als Wochen ist nichts mehr so wie es war. Viele der geistig beeinträchtigten Menschen verstehen die Welt nicht mehr. Überhaupt die Krankheit „Corona“ zu begreifen, fällt ihnen schwer, so Rita Hartmann. Die geistig behinderten Menschen, die oft eine besondere Nähe brauchen, sind verunsichert und brauchen besondere Zuwendung, da sich ihr Alltag grundlegend verändert hat.

Nicht nur in den Wohnstätten in Mittelhof und Flammersfeld, sondern auch in den ambulanten Wohngruppen herrscht ein striktes Besuchsverbot wie auch im neuen Pflegedorf in Flammersfeld. Viele Bewohnerinnen und Bewohner fahren normalerweise am Wochenende und gerade zu den Feiertagen nach Hause zu Ihren Eltern und Angehörigen, dies ist nun nicht mehr möglich. Viele verstehen das nicht.

Um den Kontakt zumindest etwas – auch durch Bilder aufrecht zu erhalten – bittet die Lebenshilfe um Spenden für Tablets, damit in jeder Gruppe über Skype mit den Familien und Freunden Kontakt gehalten werden kann (Spendenkonto Lebenshilfe Kreis Altenkirchen: IBAN DE53 5735 1030 0005 0005 42 bei der Sparkasse Westerwald Sieg, Stichwort Corona). Es werden 30 Tablets benötigt. Damit könnten die Bewohnerinnen und Bewohner, aus deren Gesten und Sprechen man oft nur Ihre Wünsche und Bedürfnisse erahnen kann, in Kontakt mit ihren Nächsten treten. Ein Telefonat reicht da leider nicht.

Dieses Ostergeschenk, so Rita Hartmann, würde schon ein kleines Wunder sein. Sie ist sich sicher, dass die Menschen hier im Landkreis geistig behinderten Mitmenschen in dieser besonderen Situation nicht vergessen. Auch über Briefe, Karten und Osterpräsente würden sich die Einrichtungen in Flammersfeld und Mittelhof-Steckenstein freuen.

„Wir sind unseren Mitarbeitern, die einen tollen Job machen, außerordentlich dankbar“, so Rita Hartmann weiter. Rund um die Uhr wird in den Wohnstätten und Wohngruppen gearbeitet. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus anderen Einrichtungen, die nun bis auf eine Notbetreuung aufgrund der Coronamaßnahmen geschlossen sind, arbeiten mit, um die Betreuung aufrecht zu erhalten.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Kita - Assistenz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
51598 Friesenhagen

Arbeitstrainer/-in (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57610 Altenkirchen (Westerwald)

Kita - Assistenz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57555 Mudersbach

Hilfskraft (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Die Schließung von Kitas und Schulen aber auch der eigenen Werkstätten und Tagesförderstätten könne die Existenz der Lebenshilfe gefährden, so Rita Hartmann. Erste Kurzarbeit ist in den Küchen des Integrationsbetriebes angezeigt, da die Lieferung an Schulen und Kindergärten komplett ausfällt. Aber auch die Finanzierung von Werkstätten, Kindergärten und Tagesförderstätten ist unsicher. „Wir wissen nicht, wie es nach dem April weiter geht“, so Rita Hartmann.

Die geistig behinderten Menschen und ihre Familien brauchen die Unterstützung und Zusage des Staates, dass sie genauso – wie die Unternehmen der freien Wirtschaft – keine coronabedingten Nachteile zu erleiden haben. „Wir hoffen auf unbürokratische Umsetzung des Schutzschirms für Soziale Einrichtungen in Rheinland-Pfalz und im Kreis Altenkirchen, aber wir kennen den genauen Umfang noch nicht“, so Rita Hartmann.

Viele Betreute in den Einrichtungen und Diensten sind durch das Corona-Virus sehr gefährdet, denn sie gehören zur Risikogruppe, da sie behinderungsbedingt Vorerkrankungen haben. „Für uns wird es nicht so schnell wieder 'normale Zeiten' geben! Wer soll denn nach Corona betreuen? Hier brauchen wir Sicherheit!“, so Rita Hartmann. Sie appelliert an alle Verantwortlichen, diejenigen, die gerade jetzt dringend Hilfe brauchen, nicht zu vergessen. Der Schutzschirm müsse auch für geistig beeinträchtigte Menschen und ihre Einrichtungen aufgespannt werden. (PM)


Lokales: Wissen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Das Forstamt Hachenburg feierte mit vielen Besuchern den "Tag der offenen Tür"

Ganz schön was los war am Sonntag (16. August 2026) auf dem Gelände des Forstamts Hachenburg und dem ...

Aktualisiert: Waldbrand bei Gebhardshain - Westerwaldschule bleibt Montag zu

Ein Feuer auf einem Kleinspielfeld bei Gebhardshain hat sich zu einem großflächigen Waldbrand entwickelt. ...

Inklusion in Flammersfeld: Werkstatt für beeinträchtigte Menschen feiert 30-jähriges Bestehen

Seit nunmehr 30 Jahren besteht die Werkstatt für beeinträchtigte Menschen der Lebenshilfe am Standort ...

Magischer Lichterglanz zum 75. Jubiläum: Waldbreitbach feiert ein fulminantes "Wied in Flammen"

Am Samstagabend verwandelte sich das idyllische Wiedufer in Waldbreitbach in ein funkelndes Lichtermeer. ...

Nächtlicher Gebäudebrand in Betzdorf: Mehrere Räume wurden völlig zerstört

Ein Großaufgebot der Freiwilligen Feuerwehren Betzdorf und Wallmeroth war in der Nacht zu Samstag an ...

Vorbereitungen für den Oktobermarkt 2026 in Horhausen laufen an

In Horhausen laufen die Vorbereitungen für den Oktobermarkt 2026 und die Fachmesse "Westerwälder Haus ...

Weitere Artikel


Kolumne „Themenwechsel“: Was hat der Hase mit Ostern zu tun?

Die Coronakrise ist allgegenwärtig, derzeit bleibt kein Bereich unseres Alltags davon unberührt. Jeden ...

Office-Seminare im Homeoffice?

Das neue Online-Angebot der IHK-Akademie macht’s möglich! Die bereits bewährten Office-Seminare vermitteln ...

Drei Landräte appellieren an Wirtschaftsminister: dringender Korrekturbedarf

In einem gemeinsamen Brief zum Thema „Unterstützung mittelständischer Unternehmen im Rahmen der Coronakrise“ ...

Preisträgerinnen und Preisträger des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums

Eigentlich sollten die folgenden Preisträgerinnen und Preisträger bei der Abiturentlassfeier ausgezeichnet ...

Wohnhausbrand in Etzbach hielt Feuerwehr Hamm länger in Atem

Nachdem es am Sonntag, 5. April, gegen 9.45 Uhr zum Brand eines Wohnhauses in Etzbach kam, mussten die ...

Treffpunkt Wissen appelliert in Corona-Krise an Kundschaft

Auch in der Verbandsgemeinde Wissen sind derzeit natürlich viele Geschäfte von den Corona-Verordnungen ...

Werbung