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Nachricht vom 13.04.2020    

BUND hat Wildbienenberatungsstelle eingerichtet

Seit Kurzem existiert ein Wildbienen-Telefon, welches von den Wildbienenbotschafter/innen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) betreut wird. Immer mittwochs von 18 bis 19 Uhr können Sie unter der Nummer 06131/6270630 anrufen und allgemeine Fragen zu Wildbienen und deren Lebensweise stellen. Gerne können Sie sich mit Ihrer Frage auch per E-Mail an die Experten wenden: wildbienenberatung@bund-rlp.de.

Insektenfreundlich angelegter Hausgarten. Foto: Helmut Schwarz

Region. Bienen sind vor allem durch den Verlust von Nistplätzen und Nahrung bedroht. Durch Bebauung oder Versiegelung, „ordentliche“ öffentliche Grünflächen oder aufgeräumten Gärten mit exotischen Pflanzen, die wenig Nahrung bieten, schwindet ihr Lebensraum oder die Entfernung zwischen Nahrungs- und Nistplatz wird unüberwindbar. In Deutschland leben rund 570 verschiedene Wildbienen-Arten, circa 420 davon in Rheinland-Pfalz. Weltweit gibt es mehr als 17.000 unterschiedliche Wildbienen-Arten!

Das Besondere: Die meisten Bienen leben solitär für sich alleine. Es gibt aber auch einige die vergesellschaftet (in einer Art WG), sozial (wie die Honigbienen) oder parasitisch (sogenannte Kuckucksbienen) leben. Sie sind sehr friedliebend und lassen sich in der Regel von Menschen nicht stören. Nur die Weibchen haben Stacheln, die aber häufig zu schwach sind, um menschliche Haut durchstechen zu können.

Die Lebensdauer der verschiedenen Bienenarten unterscheidet sich stark. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Das Geschlecht, das Sozialverhalten, das Sammelverhalten, die Dauer der Nistplatzsuche oder die Jahreszeit. Während Hummelköniginnen zum Beispiel bis zu 12 Monate alt werden, sterben die Männchen solitärer (Einzelgänger-)Arten oft schon nach nur wenigen Tagen. Ein Großteil der Bienen besitzt jedoch eine Lebensdauer von vier bis acht Wochen.

Die Zahl der Nachkommen variiert zwischen den einzelnen Bienenarten stark. Oberirdisch nistende Solitärbienen (Einzelgänger) haben zwischen 20 und 40 Nachkommen. Im Erdboden nistende Solitärbienen haben dagegen nur 5 bis 10. Ähnliche Nachkommenzahlen zeigen Bienen, die in kleinen Gemeinschaften (kommunal) zusammenleben. Bei sozialen Bienen ist es ganz anders. Soziale Schmalbienen haben in der Regel zwischen 30 und 100 Nachkommen, Hummelköniginnen haben ebenfalls bis zu 100 und die Königin eines Honigbienenstockes kann sogar bis zu 100.000 Nachkommen haben. Wildbienen produzieren keinen Honig, das kann allein die Honigbiene Apis mellifera. Die meisten Wildbienen legen nur geringe Flugdistanzen von wenigen hundert Metern zurück.

Nachts oder bei sehr kaltem Wetter sind Bienen inaktiv. Sie ruhen dann in ihren Nestern, aber auch in sonstigen Hohlräumen, graben sich ein, klammern sich an waagerecht an Stängel und Grashalme, oder besuchen die Blüten verschiedener Pflanzen zum Schlafen. Übrigens werden Wildbienen wesentlich früher im Jahr (kältere Temperaturen) wieder aktiv als Honigbienen.

Bienen benötigen in ihrem Lebensraum einen Nistplatz, Nistrequisiten und eine Nahrungsquelle (Pollen und Nektar). Sie können nur leben, wenn diese drei Voraussetzungen in erreichbarer Flug-Nähe voneinander liegen. Zwei Drittel aller Wildbienen leben im Erdboden! Die restlichen leben in markhaltigen Pflanzenstängeln, Hohlräumen, Totholz oder in Steilwänden.

Bienen legen Brutzellen an. Diese Brutzellen werden mit Proviant in Form von Pollen und Nektar bestückt. Anschließend wird das Ei auf den Nahrungsvorrat gelegt und die Brutzelle verschlossen. Innerhalb weniger Tage schlüpft die Larve. Dann dauert es bis zu vier Wochen, in der die Biene sich viermal häutet, bis der Nahrungsvorrat aufgebraucht ist. Bei einigen Arten spinnt sich die Larve zur Überwinterung in einem Kokon ein. Nach dem Winter verpuppt die Larve sich und wird nach einem circa dreiwöchigen Puppenstadium zur geflügelten Biene. Der ganze Zyklus dauert in etwa ein Jahr.



Wildbienen legen Brutzellen an je nach Art völlig unterschiedlichen Orten an. Die Schneckenhaus-Mauerbienen beispielsweise leben in Schneckenhäusern. Andere Arten legen Linienbauten an, bei denen mehrere Zellen linienförmig hintereinander liegen. Orte hierfür sind zum Besipiel röhrenförmige Hohlräume, markhaltige Stängel oder unterirdische Fraßgänge anderer Insekten. Andere Arten bauen ihre Brutstellen senkrecht und verzweigt im Boden. Wieder andere legen Haufenbauten frei an Steinen oder in Hohlräumen an. Einige Bienenarten leben in gegrabenen Waben in der Erde.

Die Nester von Wildbienen bestehen aus Erde, zerkautem Blattmaterial, Harz, Drüsensekrete, Laub- und Blütenblattstücken, Mark- und Holzpartikeln oder Pflanzenwolle. Einige Arten verwenden eine Kombination verschiedener Materialien. Viele der Bienen kleiden ihre Brutzellen mit Drüsensekret aus, da dieses wasserabweisend ist.

Nachhaltig helfen können Sie den kleinen Nützlingen durch einen insekten- und bienenfreundlichen Garten, in dem ein lange andauerndes Blütenangebot herrschen sollte. Daher ist es ratsam, Früh-, Mittel- und Spätblüher zu pflanzen, sodass ein reichhaltiges Nahrungsangebot vom frühen Frühjahr bis in den Herbst hinein besteht. Außerdem sollte darauf geachtet werden, möglichst keine Pflanzen mit gefüllten Blüten zu setzen, da diese nur wenig oder gar keinen Pollen und Nektar haben und somit als Nahrungsquelle für Insekten völlig ungeeignet sind. Des Weiteren schadet häufiges Mähen den Bienen. Eine einmalige Mahd im September ist in der Regel völlig ausreichend. Zusätzlich sollte auf den Einsatz von Stickstoffdüngern und Schädlingsbekämpfungsmitteln verzichtet werden.

Im bienenfreundlichen Garten sollte immer ein großes Blühangebot herrschen. Im Gemüsebeet ist es toll, wenn Kohl, Salate oder Rucola nicht vollständig abgeerntet werden, sodass einige Pflanzen zur Blüte kommen. Auch blühender Lauch ist ein Magnet für Wildbienen. Im Blumenbeet sollten heimische Wildstauden wie die Wegwarte gepflanzt werden. Lässt man die Pflanzenstängel im Herbst stehen, dienen diese als Überwinterungsmöglichkeit. Im Kräutergarten werden besonders Lavendel, Salbei und Thymian gerne angeflogen.

Falls Sie noch weitere Fragen haben, suchen Sie Kontakt zur Wildbienenberatung: Telefon 06131/6270630 oder per E-Mail wildbienenberatung@bund-rlp.de. (PM)



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