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Nachricht vom 17.04.2020    

Leises Aufatmen bei den Einzelhändlern in der Corona-Krise

Am 15. April haben Bund und Länder die ersten Lockerungsmaßnahmen im Umgang mit dem Covid-19-Virus beschlossen, wovon insbesondere Ladenlokale mit einer Größe bis 800 Quadratmeter betroffen sind. Somit wird auch in Wissen der Betrieb in den Geschäften ab Montag, 20. April, weitestgehend wieder aufgenommen.

Abstand wahren beim Pressefoto: Der Treffpunkt Wissen freut sich über die Wiedereröffnung der Ladenlokale. v.l.: Britta Bay (stellv. Vorsitzende Treffpunkt Wissen), Sandra Weeser (MdB), Petra Becher-Klein (PK Fashion), Thomas Kölschbach (Vorsitzender Treffpunkt Wissen), Oliver Rohrbach (IHK). (Foto: rst)

Wissen. Die vergangenen Wochen waren für Gewerbetreibende eine harte Zeit. Nur als systemrelevant eingestufte Geschäfte durften ihre Türen öffnen. Die Wissener Kaufleute waren jedoch keineswegs untätig. Der Vorsitzende des Treffpunkt Wissen, Thomas Kölschbach, lobt den Umgang mit der Krisensituation. Viele Geschäfte haben schnell reagiert und auf Auslieferungen umgestellt oder sogar Online-Plattformen eingerichtet. Diese Ideen seien „aus der Not heraus geboren, aber für die Zukunft weiterhin wichtig“, sagt er. Auf der schon bekannten Plattform wisserland.de wurden zügig die geänderten Öffnungszeiten bekanntgegeben.

Geschäfte öffnen mit Einschränkungen
Am 15. April beschlossen Bund und Länder, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern ihre Türen ab Montag, 20. April, unter Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen wieder öffnen dürfen. Auch das Modekaufhaus PK Fashion in Wissen gehört mit seinen 780 Quadratmetern dazu. In den vergangenen Wochen wurde die Ware an die Kunden ausgeliefert und über die Plattform outfits24.de konnten sie online bestellen. „Ein großer Dank geht an unsere Stammkunden, die das Angebot genutzt haben und auch an unsere Mitarbeiter“, sagt Petra Becher-Klein.

Nun endlich gibt es ein erstes Aufatmen durch die beschlossenen Lockerungen. 49 Kunden dürfen sich ab Montag wieder gleichzeitig im Geschäft aufhalten, die Sicherheitsabstände müssen gewahrt werden. Eine Schutzmaskenpflicht besteht nicht, jedoch wird dringend dazu geraten und es werden auch Masken zum Erwerb angeboten.

Lockerungen reichen nicht aus
Oliver Rohrbach, Regionalgeschäftsführer der IHK im Kreis Altenkirchen freut sich zwar für die Betroffenen, sieht die Maßnahmen jedoch kritisch: „Für die, die am Montag öffnen, freuen wir uns, aber alle anderen müssen auf weitere Entscheidungen der Bundesregierung in zwei Wochen warten“.



Er fordert, dass nicht die Ladengröße als Grundlage für die Wiedereröffnung dienen sollte, sondern allein nach Hygienestandard und Abstandsregelungen entschieden werden sollte. Auch die Gastronomie könnte so wieder eingeschränkt öffnen, wenn alle Maßnahmen ergriffen würden. „Aus IHK-Sicht reichen diese Lockerungen nicht aus, wir müssen uns auch für die großflächigen Betriebe einsetzen“, sagt Rohrbach.

Auch MdB Sandra Weeser (FDP) ist dieser Meinung: „Die Kundenanzahl pro Quadratmeter Verkaufsfläche ist entscheidend, so entsteht gerade eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.“ Es fehle an Ausrüstung, die Bürokratie steht der flächendeckenden Produktion und Verteilung von Schutzmasken aufgrund eines langwierigen Zertifizierungsprozesses im Weg, Pandemiepläne fehlen. Sie sieht auf politischer Ebene großen Entwicklungsbedarf: „Man sollte aus der Krise diesbezüglich seine Lehren ziehen.“ Sie blickt auch bereits in die Zukunft und verweist hier auf das Ladenöffnungsgesetz, das die Öffnung von Geschäften an den Adventssonntagen untersagt. „Wenn die Geschäfte es möchten, sollten sie an diesen Sonntagen vor Weihnachten öffnen dürfen“, sagt sie.

Trotz aller Freude überwiegen Zurückhaltung und Vorsicht. „Wir hoffen, dass es auf kleiner Flamme weitergeht und die Geschäfte nicht wieder geschlossen werden müssen“, sagt Sandra Weeser.

Die Einzelhändler hoffen nun auf besonnene Kunden, sodass alle Sicherheitsmaßnahmen wie geplant durchgeführt werden können und man somit schrittweise der Normalität näherkommt. Der Anfang ist jedenfalls gemacht, jetzt müssen sich diese Maßnahmen nur noch bewähren. (rst)



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