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Nachricht vom 22.04.2020    

Ausbau der Wissener Eisen- und Hüttenstraße in den Startlöchern

Endlich gehen auch die Baumaßnahmen in der Eisen- und Hüttenstraße in Wissen los. Längst überfällig ist die Sanierung dieser Straßen in der sogenannten Walzwerkkolonie, die Anfang des 19. Jahrhunderts ihren Ursprung fand. Fördermittel vom Land können noch in Anspruch genommen werden.

Im April/Mai 2021 werden die Eisen- und Hüttenstraße saniert sein. Berno Neuhoff, Stadtbürgermeister (l.) zusammen mit Dirk Baier, Geschäftsführer der Stadtwerke Wissen GmbH. (Fotos: KathaBe)

Wissen. Eingefallene Bürgersteige, Untergrund, Zuleitungen und Abwasserrohre marode, komplett baufällig und kaputt zeigen sich die Eisen- und auch die Hüttenstraße in der ehemaligen Walzwerkssiedlung in Wissen schon seit vielen Jahren. Das soll nun nach der gängigen etwa dreijährigen Planungs- und Vorbereitungsphase für solche Projekte ein Ende haben und die Wohnqualität wird in diesem alten und geschichtsträchtigen Stadtteil in Wissen dazu gewinnen.

Nach der erfolgten Baustelleneinweisung am Montag und Dienstag (20. und 21. April) wird der Ausbau der beiden Straßen nun beginnen können und soll aller Voraussicht nach im April/Mai 2021 fertig gestellt sein. Die Anwohner wurden, wie bei einer solchen Maßnahme üblich, vorab über den Start informiert und weitere Absprachen, die teilweise individuell an den Häusern und in den Häusern erfolgen müssen, werden entsprechend unter Einhaltung der derzeitig gültigen Rahmenbedingungen in der Corona-Pandemie durchgeführt. Hierzu wurden bereits u.a. Atemschutzmasken besorgt, was sich in diesen Zeiten als nicht so ganz einfach darstellt.

Bereits im Jahr 2018 erfolgte eine gemeinsame Ausschreibung für die Arbeiten, die jedoch aufgrund einer wesentlichen Überteuerung im Dezember 2019 nochmals wiederholt wurde. So konnte im Februar 2020 die Vergabe für alle geplanten Maßnahmen erfolgen. Auch wenn sich in den letzten drei bis vier Jahren die Baukosten explosionsartig nach oben bewegten, wurde für diese Maßnahme ein gutes Angebot nach realistischen Schätzungen gefunden und es erfolgte die Vergabe für die Ausführung an die Bietergemeinschaft G. Koch GmbH aus Westerburg und die Fa. Robert Schmidt Gmbh aus Müschenbach.

Hochwertige und ökologisch sinnvolle Bauvarianten sorgen für eine lange Haltbarkeit
Im Auftrag der Stadt werden diese nun den Straßenausbau, die Erneuerung der Straßenbeleuchtung und die Verlegung von Leerrohren für schnelles Internet ausführen. Zudem werden für die VG-Werke die Kanalarbeiten durchgeführt, Gas- und Wasserleitung für die Stadtwerke und ENM Energie Netz Mitte sorgt für die Verlegung der Stromleitungen. Für die Planung und Bauüberwachung wurde das Ingenieurbüro Breidenbach aus Wissen ermächtigt.

Die Gesamtkosten der Maßnahme für die beiden Straßen belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro, wobei der Straßenbau mit knapp einer Million und die Kanalarbeiten mit etwa 800.000 Euro die größten Plätze einnehmen. Wie auch in der Rathausstraße kommt auch hier bei der Erneuerung der Ver- und Entsorgungsleitungen neu nun das ökologische und ökonomische Trennsystem für Regen- und Abwasser zum Tragen, was die Kläranlagen entlastet.




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Der Aufbau der Straße erfolgt aus recyceltem Altmaterial, was sich als wesentlich umweltschonender darstellt und unter Verwendung von hochwertigen Materialen wird die Haltbarkeit der Straßen zukünftig sicher weit über 100 Jahre sein. Durch den geplanten Mehrzweckstreifen aus Pflastersteinen, der keinen klassischen Gehweg mehr darstellt, gestalten sich beide Straßen zukünftig barrierefrei. Begonnen wird mit der Ausbaumaßnahme zuerst mit der Hüttenstraße und im zweiten Schritt wird die Eisenstraße nachgezogen.

Fördermittel von rund 200.000 Euro fließen vom Land
Vorausschauend hatte man im Jahr 2019 für den Beginn des Ausbaus der beiden Straßen eine Fristverlängerung beim Land beantragt, um die Bewilligung der Fördermittel nicht zu gefährden. Dem wurde entsprochen und der Start auf spätestens Juni 2020 verschoben, somit wird die Maßnahme mit 200.000 Euro vom Land unterstützt.

Prioritätenliste für weiteren Ausbau
Auch wenn die Walzwerkkolonie mit dem Ausbau der beiden Straßen noch längst nicht komplett saniert ist, ist dies doch ein guter Weg in die richtige Richtung. Mit etwa 40 sanierungsbedürftigen Straßen insgesamt hat die Stadt noch einiges vor der Brust. Das aktuell insgesamt drei Straßen zeitgleich ausgebaut werden, sei einem Rückstau aus den vergangenen Jahren geschuldet. So heißt es für zukünftige Planungen eine Prioritätenliste vom Bauausschuss erstellen zu lassen. „Es muss auch Zeit zum Luft holen bleiben“, meint Stadtbürgermeister Berno Neuhoff. Über den dicken Daumen sei es üblich, maximal eine Straße pro Jahr in Augenschein zu nehmen. Auch hoffe man und sei optimistisch, dass bis Mitte des Jahres 2020 eine Entscheidung zum zukünftigen Straßenausbau-Beitragssystem vom Land gefallen sei. Durch die Corona-Krise liegen die Beratungen hierzu teilweise auf Eis. Die Belastung der Anwohner in den beiden Straßen würde mit dem jetzigen Beitragssystem des Einmalbeitrages teilweise den Immobilienwert des Grundstückes mit Gebäude übersteigen, die Änderung auf die wiederkehrenden Beiträge werden allgemein für solidarischer angesehen. (KathaBe)


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