Werbung

Nachricht vom 30.04.2020    

Wiederkehrender Beitrag: Stadt Wissen ein Abrechnungsgebiet?

Der rheinland-pfälzische Landtag hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 29. April, die Änderung des Systems zur Straßenausbaufinanzierung beschlossen. Einmalige Beiträge sind damit in Zukunft vom Tisch, von 2024 dürfen im Land nur noch wiederkehrende Beträge erhoben werden. In Wissen ist dieses Thema gerade von besonderem Interesse.

In Wissen sind viele Straßen sanierungsbedürftig. (Foto: Archiv IG Bau)

Wissen/Mainz. Mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD, FDP und Grünen hat der Landtag in Mainz ein Gesetz für die nötigen Änderungen im Kommunalabgaben- und Landesfinanzausgleichsgesetz beschlossen. Während die Kommunen bislang frei wählen konnten, ob sie die Anwohner durch einmalige oder wiederkehrende Beiträge an der Finanzierung des Straßenausbaus beteiligen, wird ab 2024 nur noch der wiederkehrende Beitrag zulässig sein. Rund 40 Prozent der Kommunen in Rheinland-Pfalz finanzieren den Straßenausbau bereits über wiederkehrende Beiträge. Die Opposition im Landtag ist nach wie vor dafür, die Beiträge ganz abzuschaffen.

Beim Einmalbeitrag zahlen neben dem Anteil, den die Kommune tragen muss, nur die Anlieger der betroffenen, also der auszubauenden Straße. Die Höhe des Betrags hängt unter anderem von den Kosten der Maßnahme, der Größe und Nutzung des Grundstücks sowie der Geschosszahl des Hauses ab. Bei wiederkehrenden Beiträgen wird die finanzielle Last auf mehrere Parteien innerhalb einer Abrechnungseinheit verteilt.

Entscheidung wichtig für Wissen
Im Kreis Altenkirchen hat das Thema Straßenausbaubeiträge zuletzt vor allem in Wissen für Diskussionen gesorgt. Dort hat der Stadtrat am 10. Februar die Einführung von wiederkehrenden Beiträgen beschlossen. Eine Bürgerinitiative machte dagegen mobil und hat jüngst ein Bürgerbegehren initiiert.

In einer Stellungnahme äußert sich nun Wissens Stadtbürgermeister Berno Neuhoff zu der Entscheidung des Landtags, in der er zwei überraschende Änderungen zum Gesetzesentwurf aus dem Februar sieht: „Zum einen enthält der Gesetzeswortlaut ausdrücklich den Hinweis, dass entgegen zahlreicher Entscheidungen der Rechtsprechung nunmehr regelmäßig der räumliche Zusammenhang eines Stadtgebietes nicht mehr durch Außenbereichsflächen von untergeordnetem Ausmaß oder topografische Merkmalen wie Flüsse, Bahnanlagen oder klassifizierte Straßen, die ohne großen Aufwand gequert werden können, unterbrochen werden, zum anderen lässt das neue Gesetz zu, dass bis zum 31.12.2023 begonnene Straßenbaumaßnahmen jetzt doch noch im 'alten' System des Einmalbeitrages abgerechnet werden können.“




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Sachbearbeiter (m/w/d) Organisation und Verwaltung

Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld
57610 Altenkirchen (Westerwald)

Bildungsbegleitung (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57610 Altenkirchen

Koch/Köchin (m/w/d) Großküche

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Fachkraft Wohnstätte Einzelfallhilfe (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


In Wissen war man aufgrund der bislang bestehenden Rechtslage zu der Auffassung gelangt, dass die Stadt in fünf Abrechnungsgebiete einzuteilen sei, was bei den Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat und auch bei Teilen der Bürger und Bürgerinnen auf Ablehnung gestoßen war. „Nach dem Wortlaut des Gesetzes haben wir jetzt die Möglichkeit erhalten, über die Abrechnungsgebiete neu nachzudenken. Wir müssen uns jetzt mit Verwaltung und unseren Beratern zusammensetzen und die neue Gesetzeslage bewerten. Der Gesetzgeber hat uns die Möglichkeit eröffnet, vielleicht doch das gesamte Stadtgebiet in einer Abrechnungseinheit zusammenzufassen“, so Neuhoff.

Über Einführung des Beitrags beraten
„Wir werden innerhalb der städtischen Gremien beraten müssen, wann der wiederkehrende Beitrag eingeführt werden soll. War bislang der 31.12.2023 durch den Landesgesetzgeber als letztmöglicher Abrechnungszeitpunkt für den bislang gültigen Einmalbeitrag genannt worden, so wurde diese Frist ausgeweitet, wonach es ausreicht, dass bis zum 31.12.2023 ein Bauauftrag vergeben werden muss, um noch im System des Einmalbeitrags abrechnen zu können.“ Dies sei ein großer Unterschied, so Neuhoff und die drei städtischen Beigeordneten, Claus Behner (CDU), Horst Pinhammer (SPD) und Wolf-Rüdiger Bieschke (FWG) in einer gemeinsamen Pressemeldung.

Laut Neuhoff hat die Gesetzesänderung auf den ersten Blick weitreichende Änderungen für die Wissener Situation zur Folge. Sollte die Stadt Wissen tatsächlich zu einer Abrechnungseinheit zusammengefasst werden können, wäre den allermeisten Kritikern Rechnung getragen, da die Stadt Wissen als Solidargemeinschaft mit allen Bürger und Bürgerinnen die Lasten des kommunalen Straßenbaus schultern könnten, äußerte sich Neuhoff vorsichtig optimistisch. Nichtsdestotrotz wird laut Neuhoff derzeit die Zulässigkeit des durch die BI Wissen eingereichten Bürgerbegehrens intensiv geprüft. „Das eine hat mit dem anderen formal betrachtet nichts zu tun“, sagte Neuhoff. (rm/PM)




Lokales: Wissen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Rüttelplatte von Baustelle in Altenkirchen gestohlen

In Altenkirchen ereignete sich ein Diebstahl, der die Polizei vor ein Rätsel stellt. Unbekannte Täter ...

Gefahr in geparkten Autos: Landeskriminalamt warnt vor Hitze

Mit Temperaturen über 30 Grad stehen Rheinland-Pfalz weitere heiße Tage bevor. Das Landeskriminalamt ...

Neue Karrierewege bei der VG Kirchen: Nachwuchskräfte starten durch

Am Mittwoch (1. Juli 2026) begann für die Verbandsgemeindeverwaltung Kirchen ein neues Ausbildungsjahr. ...

Bis zu 2000 Liter Heizöl in der Sieg: Folgen nicht absehbar, Badeverbot gilt weiterhin

Am vergangenen Wochenende sind bis zu 2000 Liter Heizöl in die Sieg gelangt. Obwohl unmittelbar alles ...

Todesermittlung in Heimbach-Weis: Zwei Leichen in Mietwohnung entdeckt

In einer Wohnung im Stadtteil Heimbach-Weis wurden zwei leblose Personen gefunden. Ein größerer Polizeieinsatz ...

Neue Schützenmajestäten in Gebhardshain gekrönt

Am 4. Juli ermittelte die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft aus Gebhardshain ihre neuen Majestäten ...

Weitere Artikel


Spitze der neuen VG Altenkirchen-Flammersfeld nun komplett

Alle Mann an Bord: Mit ein wenig Verspätung ist die Spitze der neuen Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld ...

Klara trotzt Corona, XXVI. Folge

Die Limburger Pfarrhausermittler lassen sich nicht unterkriegen. Mit einer täglich neuen Episoden lassen ...

Rüddel: Gastronomie schrittweise öffnen

„Während Lieferdienste für Speisen und Getränke vielerorts gut laufen, sind Restaurants und Hotels noch ...

Finanzielles Krisenmanagement in Zeiten der Corona-Pandemie

Oftmals sind es kleine und mittelständische Unternehmen, die durch die aktuelle Pandemie finanziell bedroht ...

„7 Mountains Music Night“ am 13. Juni als Streaming-Festival

Die „7 Mountains Music Night“ findet zur 11. Ausgabe am Samstag, 13. Juni als Streaming-Festival statt. ...

Mit dem Wolf leben lernen

Corona sorgt dafür, dass viele Lebensbereiche drastisch heruntergefahren wurden. Das gab der Natur die ...

Werbung