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Nachricht vom 14.05.2020    

Bundeswehr hilft Wald vor Borkenkäfern zu retten

Rund 100 Soldatinnen und Soldaten helfen ab heute (14. Mai) für zunächst zwölf Wochen den Forstleuten bei ihrer Aufgabe, den massiven Borkenkäferbefall einzudämmen.

Symbolfoto

Region. „Der Wald kann wirklich jede Hilfe akut gebrauchen. Durch die Klimakrise breitet sich der Borkenkäfer rasant aus, auch andere Baumkrankheiten sind wegen der vergangenen beiden trockenen Jahre auf dem Vormarsch. Ein dritter Dürre-Sommer in Folge wäre katastrophal. Deshalb bedanke ich mich bei der Bundeswehr, dass sie unseren Forstleuten hilft, dem Wald zu helfen“, sagt Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken.

Um die Ausbreitung des Borkenkäfers so gut es geht einzudämmen, ist es wichtig, befallene Bäume früh zu erkennen. Deshalb müssen diese so schnell es geht identifiziert und aus dem Wald geschafft werden. So verhindern die Forstleute, dass von den befallenen Bäumen ein Ansteckungsrisiko für noch gesunde Bäume ausgeht.

Nun bekommen die Forstleute von Landesforsten Rheinland-Pfalz Unterstützung der Bundeswehr, um befallene Bäume zu erkennen und zu markieren. Dabei durchstreifen sie die Wälder in Hunsrück, Eifel und Westerwald und halten nach roten Nadeln, Bohrmehlhäufchen an den Stämmen sowie nach Harzfluss an der Borke Ausschau. Dies sind jeweils Anzeichen für einen Befall. Anschließend werden die Bäume gefällt und nach Möglichkeit schnellstens aus dem Wald gebracht. Ansonsten könnten sich die Käfer im frischen Holz gut vermehren und damit weitere Fichten attackieren.

Dabei ergibt sich allerdings ein Platz- und ein Transportproblem: Es stehen weder genug Fahrzeuge zur Verfügung, die das Holz aus dem Wald bringen, noch gibt es genug Lagerfläche für die notgeernteten Bäume. Eine Lösung ist, das Holz zu entrinden. Denn unter der Borke frisst und vermehrt sich der Borkenkäfer – wird die Borke rechtzeitig entfernt, vertrocknen die Larven und die noch nicht fertig ausgebildeten Jungkäfer. Genau da setzt nun die Unterstützung durch die Truppe an: Mit einem Schälmesser befreien die Soldatinnen und Soldaten die gefällten Bäume von der Rinde und helfen so, einen weiteren Borkenkäferbefall einzudämmen.

Um weder gesunde Bäume zum Fällen zu markieren oder wertvolles Holz zu beschädigen, absolvierten die Soldatinnen und Soldaten eine Art Crashkurs in Sachen Borkenkäfer-Monitoring und arbeiten im Wald eng mit fachkundigen Forstleuten zusammen. „Ist der Wald erst einmal weg, fehlen auch all seine positiven Funktionen für das Klima, den Arbeitsmarkt, die Artenvielfalt und als Raum zur Erholung. Deshalb ist es wichtig, noch gesunde Bäume zu schützen“, so Umwelt- und Forstministerin Höfken.

Das Landeskommando Rheinland-Pfalz hat die Amtshilfe durch die Bundeswehr ermöglicht. Dessen Kommandeur, Oberst Erwin Mattes sagt: „Soldatinnen und Soldaten, die in unserem Bundesland stationiert sind, leisten ab heute Hilfe vor Ort“.

Wegen des Borkenkäferbefalls mussten in den Jahren 2018 und 2019 so viele Bäume wie noch nie notgeerntet werden – insgesamt 3,5 Millionen. Auch dieses Jahr sieht es nicht besser aus – bereits jetzt ist eine Millionen Festmeter Schadholz angefallen. Die Schwerpunkte liegen dabei in Westerwald, Hunsrück und Eifel. (PM)


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Kommentare zu: Bundeswehr hilft Wald vor Borkenkäfern zu retten

4 Kommentare
Alles reine Symbolpolitik. Wo sind die Aktivisten von „fridays for future“? Das wäre eine gute Gelegenheit, die instrumentalisierten Kinder und Jugendlichen zurück zur Natur zu bringen. Nicht nur reden, machen. Ganz praxisorientierter Unterricht, bei dem gleichzeitig die Gefahren einer verfehlten Forstwirtschaft diskutiert werden könnten. Die eigene Misswirtschaft jetzt ausschließlich auf den Klimawandel abzuwälzen, ist billig und lässt jede Selbstkritik vermissen. Im Übrigen: das gefällte Holz liegt z.T. Monate und Jahre im Wald, bis es endlich abgefahren wird.
#4 von Leo Hoffmann, am 19.05.2020 um 09:47 Uhr
Toller und sinvoller Einsatz für die Bundeswehr. Man hätte sie schon früher gebraucht. Übrigens, als die Fichten gepflanzt wurden, war es noch 1,5°C kälter. Und der Kommentator, der Profitgier unterstellt, sollte mal im Dachstuhl nachscahuen aus was der ist. Jürgen Gauer
#3 von Jürgen Gauer, am 16.05.2020 um 22:14 Uhr
Aber hallo, da fängt man aber früh an. Der Wald ist kaputt und jetzt denkt man daran die Bundeswehr einzusetzen. Wäre es nicht einfacher mit Drohnen oder mit Google Earth und aktuellen Aufnahmen die Auswertungen vorzunehmen. Dann könnte man Gebiete eingrenzen und gezielter vorgehen.
#2 von Joerg Dielmann, am 15.05.2020 um 12:53 Uhr
Das kommt davon, wenn man aus Profitgier die falschen Bäume pflanzt. Fichten und Kiefern gehören ins Hochgebirge, sie haben in normalen Wäldern nichts zu suchen!
#1 von Thomas Hamacher, am 15.05.2020 um 08:53 Uhr

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