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Nachricht vom 22.07.2010    

Mit Tempo 20 auf der Landstraße 278 in Richtung Autobahn

Die L 278 gilt als einer der vielbefahrenen Landstraßen im nördlichen Rheinland-Pfalz. Sie ist der wichtige Zubringer zur Autobahn in Richtung Köln und dem Ruhrgebiet. Seit mehr als 30 Jahren soll ein maroder Streckenabschnitt kurz hinter Wissen in Richtung NRW ausgebaut werden - doch statt Ausbau gilt jetzt dort Tempo 20. Damit sind die Verantwortlichen erneut fein raus - wenn hier etwas passiert. Die Strecke hat schon mehr als ein Menschenleben gefordert.

Wissen. Es gibt wohl kaum eine Landstraße in Rheinland-Pfalz, wo man Tempo 20 fahren muss. Seit kurzem gilt diese Tempo-Anordnung für ein Teilstück der L 278 zwischen Wissen und Morsbach. Die Schilder sind flamm neu und haben noch keinen Regentropfen gesehen - wann sie dahin gestellt wurden, lässt sich nicht feststellen. Aber sie ordnen aufgrund des desolaten Zustandes der L 278 Tempo 20 auf einer Strecke von knapp zwei Kilometern an. An der alten Eisenbahnbrücke (Gemarkung Hufe) beginnt ein Stück Landstraße, das diesen Namen nicht verdient. Bis kurz vor der Gemarkung Giebelhardt befindet sich die Straße in einem Zustand, der auch schon Leben kostete (der AK-Kurier berichtete).
Nun ist die Geschichte dieses maroden Streckenabschnittes, der seit mehr als 30 Jahren ausgebaut werden soll, schon fast grotesk. Denn es gab Baurecht für den Ausbau. Das erste marode Teilstück am Ortsausgang Wissen wurde ausgebaut und ist seit dem letzten Jahr fertig. Es waren aber lediglich rund 700 Meter Straße, die erneuert wurden.
Es stagnierten alle weiteren Pläne - obwohl es ein altes Baurecht gibt. Aber weder beim Landesbetrieb Mobilität noch beim Verkehrsministerium ging es irgendwie zielstrebig weiter. Es tauchten bereits im Winter Schilder mit der Tempo-50-Begrenzung auf. Und nun gehen die Behörden her, um möglichen Schadensersatzansprüchen vorzubeugen, und begrenzen das Tempo auf einer der wichtigsten Landesstraßen in Richtung Autobahn auf Tempo 20. Es ist kaum zu fassen, dass man dies hinnimmt.
Verkehrsminister, Landräte, Leiter der Landesbetriebs Mobilität (LBM) verkündeten bei Bürgerprotesten immer wieder vollmundig die Sanierung und den Ausbau. Es gab immer wieder konkrete Aussagen: Nächstes Jahr wird gebaut! Doch es geschah nichts. Die örtlichen Politiker ließen sich von diesen Aussagen täuschen - auch das ist traurige Wahrheit.
Jetzt muss man dort mit 20 Stundenkilometern fahren - auf einer Strecke von zwei Kilometern. Damit hat sich erneut eine Behörde aus der Verantwortung gestohlen - denn wer jetzt schneller fährt und möglicherweise verunglückt oder sein Auto zu Schrott fährt hat schlechte Karten. Vor allem dann, wenn Gutachter belegen, dass man schneller als Tempo 20 fuhr. Fünf Minuten an der vielbefahrenen Landstraße reichen völlig aus (übrigens auch für Laien ohne Tempomat oder Laserpistole), um festzustellen, dass sich kaum jemand an diese Tempobegrenzung hält. Aber so sind die Verantwortlichen fein raus, wenn es etwas passiert. (hw)
xxx
Tempo 20 auf einem Teilstück der L 278 in Richtung Autobahn - kaum zu glauben. Foto: Helga Wienand



Kommentare zu: Mit Tempo 20 auf der Landstraße 278 in Richtung Autobahn

13 Kommentare
Ich finde, daß die Kreisverwaltung und die zuständigen Behörden wissentlich, ja fast schon vorsätzlich Menschenleben aufs Spiel setzen und in Kauf nehmen, denn: ich bin Motorradfahrer, und auch mit 20 km/h kanns einen "waffeln" und lebensgefährliche Verletzungen herbeirufen - es braucht nur das 280 kg schwere Gefähr auf einem zum Liegen kommen......Handeln!!! und zwar sofort, bevor mehr passiert, Ihr Politikerflaschen!
#13 von K.F., am 27.07.2010 um 14:49 Uhr
Auch ich fahre diese Strecke jeden Tag und habe bis jetzt immer gedacht, das dies die einzige schlechte Strecke im Kreis AK ist. Leider wurde ich letztes Wochenende eines besseren belehrt. Mann muß nur mal die Strecke von Friesenhagen nach Hohenhain fahren. Diese Strecke ist zwar nicht so lang, dafür aber genauso beschädigt. Und dann kam auch noch passend dieser Artikel dazu: "http://www.ak-kurier.de/akkurier/www/overview.php?news=9066&key=l%20279". Wo verschwindet das ganze Geld für den Straßenbau? Ich habe das Gefühl, daß das Geld durch die Löcher in den AK-Straße direkt versickert und in den Hosentaschen der Politiker landet!!!
#12 von Max, am 26.07.2010 um 23:12 Uhr
Was mich hier wirklich stört ist:
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"Und nun gehen die Behörden her, um möglichen Schadensersatzansprüchen vorzubeugen, und begrenzen das Tempo auf einer der wichtigsten Landesstraßen in Richtung Autobahn auf Tempo 20"
-----------------
Das ist eine Frechheit: Denn denkt man mal an die Pendler die jeden Tag diese Strecke fahren so wird jedem klar: Das macht jedes Teil am Auto keine 2 Jahre mit - fragt die Pendler mal die zum TÜV müssen....!
Langzeitschäde - leider aber nicht wirklich einklagbar!

#11 von Florian Kölsch, am 26.07.2010 um 23:11 Uhr
Auch für viele Pendler aus Morsbach ist diese Straße ein Nadelöhr, durch das man etwa den Wissener Bahnhof erreicht. Viele weichen schon auf die Strecke über Birken-Honigsessen aus. Das Schild "Straßenschäden" ist zudem irreführend: es suggeriert, dass es eine Straße mit Schäden gibt. Tatsache aber ist, dass hier Schaden an Schaden eine ehemals existente Straße verbirgt!
#10 von Mike Schaftmüller, am 26.07.2010 um 20:44 Uhr
wie kann es eigentlich angehen, dass man seitens des landes willens ist, über die förderung einer brücke zu einer kleinstsiedlung, die problemlis auch ohne brücke erreichbar ist, auch nur nachzudenken, während eine für die vg wissen und das umland lebenswichtige landesstraße dem verfall geweiht ist? wann stellen wir endlich die politik vom kopf auf die füße?
#9 von fabian, am 26.07.2010 um 19:07 Uhr
Die Löcher in dieser Straße sind zweifellos älter als mancher Pendler, der täglich darüber fahren muss. Ein Skandal! Hatten wir nicht mal einen Verkehrsminister aus dem Kreis? Haben wir ihn nun im Nachbarkreis? Würde diese Straße nach Mainz führen, sie wäre längst ausgebaut! Aber sie führt ja nur zur Kölner Autobahn ... Das haben wir nun von der Kleinstaaterei!
#8 von Karsten, am 26.07.2010 um 19:07 Uhr
Da bin ich mal gespannt wieviele Politiker-Grinsegesichter ich mir noch in den lokalen Zeitungen anschauen darf, die den Wissenener Bürgern bessere Verkehrsanbindungen versprechen(egal welche Partei, aber immer vor den Wahlen!!). Die Schamgrenze ist lange überschritten und die Leidensfähigkeit auch!!!!!!
#7 von El, am 26.07.2010 um 15:23 Uhr
Diese Straße ist ein Beispiel für viele Straßen im Landkreis Altenkirchen. Wenn ich mir so manche Kreis- oder Landesstraße innerhalb des Landkreises ansehe, und einen Vergleich zu anderen Landkreisen ziehe, so muss ich zu folgendem Ergebnis kommen: Der Landkreis Altenkirchen und seine Politiker haben ihre Hausaufgaben in Punkto "Straßenbau und -unterhaltung" jahrelang nicht gemacht!
#6 von Es reicht, am 26.07.2010 um 15:23 Uhr
ACHTUNG SATIRE !!??
Auf dem maroden Teilstück wird noch eine permanente Radarüberwachung eingerichtet.
Die zu erwartenden Einnahmen werden zweckgebunden für die Finanzierung des Ausbaus
eingesetzt.
So finanziert sich der Ausbau von selbst und kann in kürzester Zeit erfolgen
#5 von Manoman, am 25.07.2010 um 21:44 Uhr
Stadion in Kaiserslautern und Mainz wichtig.
Nürburgring und das dazugehörige Umfeld sehr wichtig.
Straßen die jeder zur Einkommenssicherung braucht natürlich unwichtig.
Hier sollten unsere Politiker, auch aus unserer Region, genau unter die Lupe genommen werden. Es stehen doch Landtagswahlen an! Oder??
Manche Politiker holen in Mainz auch nur positive Beschlüsse ab. Und was tun sie sonst?
#4 von Joachim Zimmermann, am 25.07.2010 um 13:04 Uhr
Das Geld kann man nur einmal ausgeben! Und da werden in Deutschland die prioritaeten nun mal anders gesetzt. Siehe Bankenrettung und Eurorettungsschirm! Und der deutsche Michel nickt alles nur ab ! Armes Deutschland !!!
#3 von Thomas Hoehn, am 23.07.2010 um 15:32 Uhr
Diese Strecke ist ein Albtraum für jeden Fahrzeugführer!!! Ich fahre seit 25 Jahren über dieses Übel jeden Tag zur Arbeit.Die KFZ- Steuer,die ja bekanntermaßen für den Straßenerhalt und Straßenneubau gedacht ist, wird laut ADAC zum größten Teil für andere "Löcher zu stopfen" verwendet. Mit diesem "Schildbürgerstreich" ist die Landesregierung nun fein raus.
Ich für meinen Teil wünsche mir, das diese Gleichgültigkeit ein Ende hat und wie in so manchem Bericht zu lesen war, zum Jahresende die Landesstraße in Ordnung gebracht wird.
Peter Brühl
#2 von Peter Brühl, am 23.07.2010 um 15:32 Uhr
Da kann man nur auf eine Naturkatastrophe hoffen, ein Erdbeben wäre nicht schlecht, vielleicht bekommt die Zuständige Behörde ja dann finanzielle Unterstützung aus China oder Haiti.
#1 von Kleber, am 23.07.2010 um 13:03 Uhr

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