Werbung

Nachricht vom 29.05.2020    

„Insektensommer“ startet heute

Von Helmi Tischler-Venter

Insekten sind die häufigsten und artenreichsten Mitlebewesen. Außer Schmetterlingen sind sie jedoch oft unbeliebt oder gefürchtet. Übersehen wird bei der Bekämpfung von Mücken, Fliegen und Co. meist, dass die kleinen Tierchen am Anfang einer Fresskette stehen: Amphibien, viele Vögel und Kleinsäugetiere, die als Nahrung Insekten brauchen, sind selbst Beute für (Wild)- Katzen und andere Kleinraubtiere sowie Greifvögel. Die volkswirtschaftlich bedeutsame Bestäubungsleistung der Kerbtiere steht außer Frage.

Unübersehbar und bekannt: Hummel. Symbolfoto

Holler. Beinahe eine Million Insektenarten sind bisher wissenschaftlich beschrieben worden. Damit sind mehr als 60 Prozent aller beschriebenen Tierarten Insekten. Nach verschiedenen Hochrechnungen rechnet man allerdings mit einem Vielfachen, wobei vor allem in den tropischen Regenwäldern noch Millionen unentdeckter Arten vermutet werden. Fossil lassen sich Insekten zum ersten Mal vor rund 400 Millionen Jahren im Devon nachweisen. Im Westerwald wird seit Jahren eine Abnahme von Fluginsekten registriert, die größtenteils der intensivierten Landwirtschaft geschuldet ist.

Weil die Vogelzählung sehr erfolgreich lief, ruft der NABU zu einer neuen Mitmachaktion auf, dem „Insektensommer“. Vom 29. Mai bis 7. Juni und vom 31. Juli bis 9. August können Sie wieder Insekten melden. Die Grundidee des „Insektensommers“ ist einfach: Interessierte Laien gehen raus in die Natur, schauen, was da kreucht und fleucht, notieren, was sie erkennen. Schließlich ist der Insektenschwund nicht nur in aller Munde, viele Menschen wollen auch mehr wissen und sie wollen aktiv werden.

Der lateinische Begriff „insect“ bedeutet „eingeschnitten“, denn Insekten haben ein Außenskelett, und um beweglich zu sein, müssen sie in Abschnitte gegliedert sein. Sie besitzen in der Regel sechs ebenfalls gegliederte Beine. Ihr Körper ist in drei Abschnitte gegliedert: Kopf samt Fühlern, Brust mit den drei Beinpaaren und den Flügeln, wobei letztere oft den dritten Abschnitt bedecken, nämlich den Hinterleib. Die meisten erwachsenen Insekten besitzen zwei Flügelpaare, die große Ordnung der Zweiflügler (Fliegen, Mücken) nur ein Paar. Die meisten Insekten messen nur nach Millimetern, wenige sind so groß und auffällig wie der Hirschkäfer, der Eichenbockkäfer oder manche Schmetterlinge.

Naturfreunde, die sich um ihre mangelnde Artenkenntnis sorgen, beruhigen die Fachleute des NABU: „Beschäftigen Sie sich mit den Sechsbeinern, solange es sie noch gibt, könnte man etwas zynisch sagen. Doch trotz aller Rückgänge hat der Einsteiger in das Thema eher ein Überfluss-Problem. Die enorme Vielfalt von 33.000 heimischen Insektenarten kann auf den ersten Blick erschrecken. Im Vergleich dazu sind die rund 250 bei uns brütenden Vogelarten ein Klacks. Die Vielfalt ist so groß, dass selbst Experten bestenfalls eine Artengruppe überblicken, niemand kennt auch nur annähernd die 33.000. Von der überwiegenden Zahl der Arten weiß man so wenig, dass nicht einmal eine Gefährdungseinschätzung möglich ist. Also gilt für den Insektensommer erst recht: Jeder so gut, wie er kann.“

Um die Vielfalt überschaubar zu machen, hat der NABU für beide Aktionszeiträume jeweils acht „Kernarten“ festgelegt, nach denen die Teilnehmer auf jeden Fall schauen sollten. Im Juni sind es Tagpfauenauge, Admiral, Asiatischer Marienkäfer, Hainschwebfliege, Steinhummel, Lederwanze, Blutzikade und Gemeine Florfliege, im August sind es Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd. In der Regel sind die „erwachsenen“ Insekten einfacher zu erkennen. Aber egal ob Raupe, Engerling oder Larve: Wer diese findet und zuordnen kann, darf die Tiere auch in ihrer jeweiligen Entwicklungsphase melden.

Es geht dabei um die Zählung in einem überschaubaren Gebiet, eine sogenannte Punktzählung. Der Beobachtungsraum sollte maximal zehn Meter im Umkreis, also Meter Durchmesser umfassen. Dadurch wird sichergestellt, dass auf vergleichbar großen Flächen die Insekten beobachtet werden. Nicht länger als eine Stunde lang, denn das konzentrierte Arbeiten mit Fernglas und Lupe oder Fotoapparat strengt an.

Ungeübte Insektenfreunde sollten sehr vorsichtig zu Werk gehen, auch wenn sich ein vorübergehend gefangener Grashüpfer mit der Becherlupe wunderbar von allen Seiten begutachten lässt, denn es kann leicht zu körperlichen Schäden bei den zarten Wesen kommen, leicht sind von den sechs Beinen nur noch fünf oder vier übrig.
.
Bei der Bestimmung der Tierchen hilft ein herunterladbarer „Insektentrainer“: insektentrainer.nabu.de/insektenbestimmungsschluessel/

„Unscharfe“ Beobachtungen stellen kein Problem dar. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, meldet man den Namen nach bestem Wissen, zum Beispiel kann man sowohl „Großer Kohlweißling“, als auch „Kohlweißling“, „Weißling“, „Tagfalter“ oder einfach „Schmetterling“ eintragen. Der Begriff „indet.“ steht für „indeterminiert“ und heißt einfach „unbestimmt“ oder „nicht näher bestimmt“.

Nach der Beobachtung und der Bestimmung der Insekten geht es an die Meldung per Online-Formular. Da der „Insektensommer“ eine noch neue Aktion ist, wird das Formular eingehend erläutert und ein paar Tipps gegeben.

Meldeformular: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/mitmachen/24474.html?werbecode=rk. Auch eine App steht zur Verfügung. Weitere Informationen unter www.nabu.de. Die Teilnahme an den Zählaktionen ist so beliebt, weil Naturbeobachtung einfach Spaß macht! htv


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Kommentare zu: „Insektensommer“ startet heute

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Kreisverkehr in Weyerbusch soll Verkehrssituation entspannen

Autofahrer, die in Weyerbusch von der L 276 (aus Richtung Flammersfeld) und von der K 24 (aus Richtung Werkhausen) in die B 8 einfahren wollen, können ein Lied von Wartezeiten singen. Die Geduld wird bisweilen auf eine harte Probe gestellt, ehe sie eine passende Lücke nutzen zu können. Mit einem Kreisverkehrsplatz könnte die Situation ein wenig ausgewogener gestaltet werden.


Katzwinkler Kinder erhielten Erstkommunion in Wissen

In der Verbandsgemeinde Wissen verteilte sich die Erstkommunion auf insgesamt sieben Gottesdienste. Denn wegen der Coronakrise musste der Mindestabstand natürlich auch in Gotteshäusern gewahrt bleiben. Eingeladen waren jeweils höchstens zehn Kinder mit ihren nächsten Angehörigen.


Ein Schritt weiter Richtung Fachmarktzentrum am Weyerdamm

Für den Bau des Fachmarktzentrums am Altenkirchener Weyerdamm bleibt die Ampel auf "grün": Nachdem der Rat sowie der Umwelt- und Bauausschuss der Stadt Altenkirchen Mitte Mai die Aufstellung des Bebauungsplans für dieses Areal beschlossen hatten, zog der Verbandsgemeinderat Altenkirchen-Flammersfeld in seiner jüngsten Sitzung nach. Einstimmig entschied er sich für die Änderung des Flächennutzungsplans der Alt-VG-Altenkirchen.


Klostergelände in Marienthal wurde zur Open-Air-Bühne

Der „KulturGenussSommer“ der Verbandsgemeinde Hamm startete am Freitag, 3. Juli, seine Konzertreihe. Auf dem Gelände der Klostergastronomie Marienthal war die Band „Queen May Rock“ zu Gast. Die Verantwortlichen um Emilienne Markus vom Tourismusbüro Hamm konnten sich über zahlreiche Besucher freuen. Auch Lutz Persch von LuPe Events – die Agentur zeichnet für einige Konzerte verantwortlich – zeigte sich erfreut über den Zuspruch.


Zu schnell unterwegs: 18-Jährige bei Unfall schwer verletzt

Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 62 ist am Donnerstag, 2. Juli, eine 18-jährige Beifahrerin schwer verletzt worden. Die Fahrerin des Pkw war nach Angaben der Polizei zu schnell unterwegs, flog aus der Kurve und prallte in eine Böschung.




Aktuelle Artikel aus Vereine


Die Elster (Pica pica) ist besser als ihr Ruf

Region. Wie Ornithologen europaweit, versucht auch die Naturschutzinitiative e.V. die Ehre der Elster zu retten: „Wie schon ...

Fünfhundertste "Schwalben Willkommen"-Plakette überreicht

Mainz/Holler. Die 500. NABU-Plakette für ein schwalbenfreundliches Zuhause erhalten Denise und Olga Remmele. In gleich vier ...

Bilddokument von 1921 belegt Wissens sportliche Vergangenheit

Wissen. Entdeckt hat das Bilddokument Franz-Arnold Geimer in seinem Heimatort Selbach. Vor geraumer Zeit war der Architekt ...

Hans Jürgen Müller – der „Mann mit dem Hut“ tritt ab

Merkelbach. Das Markenzeichen ist das Eine, eine unglaubliche lange Zeit als Vorsitzender des FVS Merkelbach das Andere. ...

NABU gibt Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen

Holler. Wespen und Hornissen dienen wiederum Vögeln wie zum Beispiel Neuntöter, Bienenfresser und Wespenbussard als Nahrung. ...

Mit Abstand zusammen: MGV Horhausen probt wieder live

Horhausen. Seit sieben Wochen hatten die United Vocals – eine der drei Formationen des MGV Horhausen – ihre Chorproben per ...

Weitere Artikel


Was bedeutet "Wiederaufbaufonds der Europäischen Kommission"?

Brüssel/Westerburg. Zusätzlich soll der Mehrjährige Finanzrahmen auf 1,1 Billionen Euro aufgestockt werden. Insgesamt stehen, ...

Landgericht zu verbotener versteckter Werbung von Influencer

Region. Auf dem Account werden Texte veröffentlicht, in denen Produkte positiv besprochen werden. Diese Fotos und Texte versieht ...

Zeugen gesucht: Einbrecher drangen tagsüber in zwei Häuser ein

Willroth. In der Dorfstraße in Willroth drangen bisher unbekannte Täter während der Abwesenheit des Bewohners durch Aufhebeln ...

Klara trotzt Corona, XXX. Folge

Kölbingen. 30. Folge vom 28. Mai
Pfarrer van Kerkhof kam lächelnd in die Küche. „Was grinsen Sie denn so wie ein Honigkuchenpferd, ...

Feuerwehr kann Brand im Gemeindehaus Schöneberg schnell löschen

Schöneberg. Gegen 14.33 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert. Die zuerst eintreffenden Feuerwehrleute aus Neitersen, deren ...

Corona: Chöre im Land wollen gehört werden

Region. „So paradox es im Augenblick klingen mag: Die Chormusik im Land wird tatsächlich totgeschwiegen“, vermittelt Tobias ...

Werbung