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Nachricht vom 30.05.2020    

Citymanagement und Treffpunkt Wissen planen Marketingstrategie

Wochenlange Schließungen, dann Öffnungen der Geschäfte unter Auflagen und die nun ausbleibenden Kunden machen auch dem Wissener Einzelhandel Sorgen. Die Prognosen für den stationären Handel waren jedoch schon vor der Pandemie bundesweit eher kritisch, dem will das Citymanagement gemeinsam mit der Werbegemeinschaft „Treffpunkt Wissen“ langfristig entgegenwirken.

Wissen im Wandel (Foto: KathaBe)

Wissen. Nachdem die eigentlich für April geplante Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft Treffpunkt Wissen der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, trafen sich in dieser Woche die Vorstandsmitglieder gemeinsam mit dem Citymanager Ulrich Noss, um die weitere Vorgehensweise und Aktivitäten zur Belebung des Einzelhandels in der aktuell schwierigen Situation zu besprechen. Insgesamt zwölf Aktive waren bei der Zusammenkunft kreativ am Werk und schmiedeten Pläne für bessere Perspektiven im Einzelhandel in der kommenden Zeit.

Bereits im vergangenen Jahr wurden viele Ideen entwickelt, um die Bauphase in der Rathausstraße quasi als Aktionsgebiet zu gestalten. Aufgrund der Pandemie fielen diese Aktivitäten, wie geplante Baustellenfrühstücke, Besuche von Schulen und Kindergärten und weiteres bis zum jetzigen Zeitpunkt ins Wasser und aktuell ist auch nicht absehbar, wann dies unter normalen Umständen wieder möglich sein wird.

Kaum noch Lust auf Shoppen
Die Pandemie an sich hinterlässt allerdings derzeit bundesweit im Einzelhandel Spuren. Nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) leidet der Handel massiv an schwachen Umsätzen und unter geringen Kundenfrequenzen. Durch die Auflagen für das Einkaufen in Geschäften fehlen positive Kaufserlebnisse und so werden derzeit aktuell überwiegend Bedarfskäufe erledigt. Viele der Kunden gehen gezielt einkaufen, Innenstadtbummel oder spontane Käufe sind unter den aktuellen Hygiene- und Ab-standsregelungen selten geworden. Hinzu kommt, dass schon lange vor der Pandemie der Online-Handel immer mehr in den Fokus rückte, damit eine Verlagerung der Umsätze ins Internet erfolgt und die Krise des Einzelhandels viel tiefer liegt, als es die Zahlen der aktuellen Lage darstellen. Die Pandemie sorgte allerdings leider dafür, dass die Bestellungen über das Internet nochmals deutlich gegenüber dem Vorjahresniveau stiegen (Quelle: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel/Mai 2020).

Eine gemeinsame App für die Wissener Kaufleute
Genau hier möchte nun die Werbegemeinschaft mit dem Citymanagement der Stadt Wissen ansetzen und setzt auf eine zukünftige und zusätzliche gemeinschaftliche digitale Präsenz der Einzelhändler in der Stadt. „Wir müssen jetzt reagieren“, betont Thomas Kölschbach (Vorstand Treffpunkt). Einige der Kaufleute hatten bereits vor der Corona-Krise Internetauftritte, andere haben kurzentschlossen direkt schon seit März gehandelt.

Neu soll sein, dass eine App, die derzeit unter dem Synonym „Kwikkdeal“ läuft (Applikation für Handy und Tablet-PC), die Wissener Kaufleute in Gemeinschaft darstellen wird. Über einen leichten Weg werden die Kunden zukünftig die Möglichkeit haben, die Warenangebote der Geschäfte zu ersehen. Bestellungen und auch Anfragen können über die App an die Einzelhändler gerichtet werden.



Zusätzlich soll die App über die Internetpräsenz der Stadt (wisserland.de) als Ergänzung zu erreichen sein. Das Gute: Durch den Ausbau der Rathausstraße werde dieser Auftritt im Internet als Marketingmaßnahme vom Land über das Programm „Aktive Stadt“ gefördert, so Citymanager Ulrich Noss. Es sei in diesem Zu-sammenhang wichtig, dass nach Möglichkeit alle mitmachen, um die Gemeinschaft zu stärken und nach außen für den Kunden auch zu verdeutlichen, was die Stadt Wissen alles zu bieten hat. Es mache keinen Sinn, wenn nur wenige sich beteiligen, so Noss. Getreu dem Motto: Mehr Angebot – mehr Nachfrage, mehr Nachfrage – desto größer die Chance für ein breites Angebot.

Das neue Konzept soll bis Ende Juni schon so weit ausgereift sein, dass es zur geplanten Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft am Dienstag, den 30. Juni vorgestellt und präsentiert werden soll. Ggf. ist es sogar bis dahin schon fertig und nutzbar.

Vor-Ort-Handel wird zum Freizeitelement
Was für eine gute Zukunftsperspektiven steht, da sind sich Noss und Kölschbach einig, ist, dass die bald ausgebaute Rathausstraße genau dem Trend einer IFH-Bewertung (Institut für Handelsforschung) entspricht. Hier wird die Entwicklung des Verlustes an Attraktivität der Innenstädte (außerhalb der Pandemie) erläutert. Dies gelte es zu stoppen und es sei notwendig, dass sich der Handel „verstärkt als Freizeitelement neu definieren“ müsse, so die Studie.

Vor diesem Hintergrund sei positiv zu bewerten, dass die Rathausstraße durch die Umgestaltung und mit ihr auch die gesamte Innenstadt an Attraktivität gewinnen werde. Dies bietet die Möglichkeit sich zukünftig als modernes und multifunktionales Zentrum für Kultur, Einkauf und Kommunikation mit interessanten Geschäften, Gastronomie und auch Plätzen zum Verweilen, Flanieren, Erleben und Verkaufen darstellen zu können.

Der aktuelle Zeitgeist, bei dem Regionalität, Heimatgefühl samt Heimatshoppen und ein Funke Tradition wieder verstärkt in den Fokus rücken, lässt aussichtsreich in die Zukunft blicken. Auch, dass sich das Wisserland als Marke für Tourismus weiter entwickelt, wird ebenfalls dazu beitragen. So hofft der Handel auf viele Kunden, die den Weg nach Wissen finden – entgegen der Krise und Kaufmöglichkeiten im Internet, aber mit einem guten Service der Geschäftsleute vor Ort und einer günstigen Erreichbarkeit mit Parkmöglichkeiten trotz Baustelle in Wissen. (KathaBe)


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Kommentare zu: Citymanagement und Treffpunkt Wissen planen Marketingstrategie

1 Kommentar
Die angedachten Maßnahmen - u. a. gemeinsame App des Treffpunkt Wissen zur Anreicherung der Kauflust innerhalb der Geschäfte von Wissen sind zwar gut, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese nur einen Teil der Wissener Bürger und der Bürger im Wissener Umland ansprechen werden. Die Stadt Wissen und Umgebung besteht mit weit über 40 Prozent aus Eiohnern im Rentenalter. Ein Großteil hiervon ist weder mit Internt, EDV oder einer App für diesbezügliche Angebote erreichbar. Zudem leisten die derzeitigen Baumaßnahmen Gegenschub zu allen Verkaufsanstrengungen, denn welcher ältere Herr oder Dame kann sich derzeit auf der Rathausstraße im Baubereich zurechtfinden? Auf mein Angebot vor einigen Wochen, dass die Stadt hier entsprechende Lotsen für die älteren Personen zum Einkaufen im Baubereich bereitstellen sollte, habe ich weder vom Citymanager, den ich angeschrieben habe, noch von der Stadt Wissen eine erhalten.
#1 von Werner Ebach, am 01.06.2020 um 13:03 Uhr

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