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Nachricht vom 03.06.2020    

Bestattungen Spahr: Verantwortungsvolle Aufgabe in schwierigen Zeiten

In schwierigen Zeiten ein Unternehmen am Leben erhalten: Mit dieser Perspektive werden sich viele Betriebe in den kommenden Wochen und Monaten als Folge der Corona-Pandemie beschäftigen müssen. Aber auch ohne diese besondere Vorgabe kommen Firmen hin und wieder an einem Punkt an, an dem es um den Fortbestand geht.

Für Trauerfälle bestens vorbereitet (von links): Sebastian Christ (Mitarbeiter Siegen), Silke Bellersheim (Mitarbeiterin Altenkirchen), Daniela Hillmer-Spahr (Leiterin Altenkirchen), Katharina Brast (Mitarbeiterin Altenkirchen), Christian Molly (Inhaber Bestattungen Molly), Markus Röcher (Mitarbeiter Altenkirchen) und Nicole Molly (Geschäftsführerin Altenkirchen). (Foto: privat)

Altenkirchen. Die Mundpropaganda hatte die Zukunft dieses alteingesessenen Altenkirchener Betriebes schon wenig rosig dargestellt: Nach dem Tod von Geschäftsführer Lorenz Spahr im Sommer des vergangenen Jahres waren für viele die Tage von "Haus des Abschieds - Lorenz Spahr Bestattungen" bereits gezählt, schossen die Spekulationen, was mit der Firma passieren werde, ins Kraut. Allen Unkenrufen zum Trotz prägt sie nach wie vor in und mit dem großen und auffälligen Gebäude, dem ehemaligen Möbelhaus, in der Koblenzer Straße in Altenkirchen das Stadtbild.

Die Weichen für ein erfolgreiches Bestehen am Markt (inklusive der Filiale in Weyerbusch) wurden längst gestellt. Seit Jahresbeginn fungiert Nicole Molly von Bestattungen Molly aus Siegen als Geschäftsführerin der GmbH, ist Daniela Hillmer-Spahr die Leiterin vor Ort. Neben der Bodenständigkeit und der regionalen Verbundenheit blicken beide Anbieter auf eine weitere Gemeinsamkeit. Schreinereien waren hüben wie drüben die Fundamente, aus denen sich die modernen heutigen Dienstleister entwickelt haben. "Darüber hinaus gibt es viele Parallelen in der Philosophie, wie man ein Bestattungsinstitut führt. Beide Familien geführte Unternehmen arbeiten sehr strukturiert", sagt Hillmer-Spahr, die bereits seit 1995 für "Lorenz Spahr - Bestattungen" tätig ist und sich in erster Linie um organisatorische Dinge kümmert. Darüber hinaus sind weitere drei Mitarbeiter in der Kreisstadt beschäftigt.

Unternehmen erhalten
"Die Familie Molly hat immer herausgestellt, dass sie das Unternehmen in Altenkirchen erhalten will. Sie war sehr mitfühlend", schaut Hillmer-Spahr in die schwierige Zeit nach dem Tod von Lorenz Spahr zurück, der in diesen Tagen 64 Jahre alt geworden wäre. Inzwischen habe sich alles problemlos eingespielt. "Die Angestellten verfügen über Arbeitszeitkonten, ein Bereitschaftsplaner regelt, wie abseits der Geschäftsöffnungszeiten im Notfall agiert wird", berichtet Hillmer-Spahr und glaubt, dass sie dem Wunsch von Lorenz Spahr, die Firma in dessen Sinne weiterzuführen, nachgekommen ist.

Wandel in der Branche
Dank der jahrzehntelangen Tätigkeit weiß Hillmer-Spahr um den Wandel in der Bestattungsbranche. "Es hat sich sehr, sehr viel verändert. Wir sind viel mehr Dienstleister geworden", beschreibt sie. Waren früher in erster Linie der Sargverkauf inklusive einer Bestattung und gegebenenfalls noch eine Zeitungsanzeige auf der To-Do-Liste, hat sich das Geschäft zu einer Rund-um-Versorgung entwickelt: "Wenn die Trauernden es wollen, kümmern wir uns um alles." Das ist für Hillmer-Spahr ein weites Feld, das beim Abschied nehmen am offenen Sarg beginnen und beim Trauerkartenversand nach Daten einer Excel-Datei enden könne. Sie bezeichnet die verschiedenen Aspekte als ein "breitgefächertes Angebot, das diesen Beruf so vielfältig, so anspruchsvoll macht und ein gutes Organisationsgeschick verlangt. Und ich glaube von mir selbst, dass ich gut organisieren kann".



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Die erste Ansprechpartnerin
Auf der anderen Seite ist Hillmer-Spahr für Hinterbliebene oft die erste Ansprechpartnerin in einer Ausnahmesituation. "Viele sind froh, wenn jemand auf sie zukommt, mit ihnen redet, und ich bin froh, wenn ich den Satz höre ,Sie haben mir sehr geholfen'", berichtet sie über oftmals geäußertes und zustimmendes Feedback, das sie bestätigt, den richtigen ("für mich sehr, sehr positiven") Beruf auszuüben, obwohl er auch "schlimme und tragische Dinge" bereithält. "Zudem muss man sehr emphatisch sein, ein Gespür für die jeweils neue Situation entwickeln", fügt Hillmer-Spahr an, die hin und wieder gleichfalls als "Vermittlerin" gefragt ist, wenn Spannungen beispielsweise unter Angehörigen nicht zu übersehen seien. "Es muss ja nicht alles direkt am ersten Tag nach einem Sterbefall entschieden werden", weiß sie aus der Praxis und bietet den Auftragebern an, "noch einmal eine Nacht drüber zu schlafen, um mehr Klarheit zu gewinnen." Viele Kunden seien in den ersten Tagen überfordert. Darüber hinaus müsse sie bisweilen "vorsichtig nachfragen, ob alles wirklich so gewollt ist, wie mir beschrieben wird".

Planung bis ins kleinste Detail
Die Vielfältigkeit ihres Berufs macht Hillmer-Spahr an einer weiteren Erfahrung fest: "Viele Leute haben schon zu Lebzeiten in Vorsorgegesprächen ihre Bestattungen bis ins kleinste Detail geplant, andere Hinterbliebene wiederum sind völlig hilflos, weil der Mensch, der gestorben ist, nichts verfügt hat." Ein solcher Fall sei dann schon eine Herausforderung. In all den Jahren ihrer Tätigkeit hat sich schließlich auch ein Wandel der Bestattungsformen vollzogen, die Palette sei breiter geworden. Das klassische Familiengrab verliere immer mehr an Akzeptanz, weil "die Leute nicht mehr bereit sind, eine lange Liegezeit zu akzeptieren". Feuerbestattungen (Einäscherungen) liegen im Trend ebenso wie pflegefreie Gräber. Inzwischen sorgen die Corona-Lockerungen wieder für mehr Spielräume bei Beerdigungen, wenn zum Beispiel in Friedhofshallen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, nachdem zunächst bei Beisetzungen am Grab nur eine begrenzte Zahl von Trauernden zugegen sein durfte. "Aber", so erklärt Hillmer-Spahr rückblickend, "es waren schöne Beerdigungen, weil es um denjenigen ging, der verstorben war, und dazu noch meistens bei schönem Wetter. Es war einmal etwas positiv anderes." (hak)


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