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Nachricht vom 09.06.2020    

Waschbär-„Randale“ in Wissen – Tiere breiten sich aus

Das Phänomen ist in den vergangenen Jahren auch in Rheinland-Pfalz immer öfter zu beobachten: Waschbären dringen in die Lebenswelt der Menschen vor, graben Vorgärten um oder machen sich an den Mülltonnen zu schaffen. In Wissen wurde nun ein Übeltäter auf frischer Tat ertappt.

Die Überwachungskamera von Ronja H. hat dieses Bild aufgenommen.

Wissen/Kreisgebiet. Es muss laut zugegangen sein in der Wissener Gerichtsstraße in der Nacht von Montag auf Dienstag (9. Juni). Wie Facebook-Nutzerin Ronja H. in der Facebookgruppe „Wissen/Sieg“ schreibt, hat es dort einen Streit zwischen einem Waschbären und einem Fuchs gegeben. Ein richtiger „Randalierer“ sei der „niedliche“ Waschbär: „Bei mir wurden bisher Blumen umgegraben und die Vogeltränke kaputt gemacht“. Sie habe sich extra eine Überwachungskamera zugelegt. Und Ronja fragt auch gleich in die Gruppe: „War das Problem in Wissen schon bekannt?“

Offenbar schon, wie die Antworten unter ihrem Facebook-Beitrag vermuten lassen. Zwar hatten einige Facebook-Nutzer bei ähnlichen Vorfällen zunächst die Nachbarskatze in Verdacht. Doch die Waschbären breiten sich zunehmend auch im Westerwald aus. Und sie kommen nicht alleine: Waschbären sind keine Einzelgänger, sondern leben in Sozialverbänden. Dass der Waschbär sich wie jüngst in Wissen mitten im Stadtgebiet zu schaffen macht, ist nun aber doch ungewöhnlich. In der Regel sucht er eher auf waldnahen Grundstücken nach Nahrung. Und zwar vorwiegend in der Dämmerung oder in der Nacht, tagsüber wird in Fuchsbauten oder auch Gartenschuppen geruht.




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Regeln für die Fallenjagd
Um Waschbären nicht noch extra anzulocken, sollten kein Fisch, Fleisch oder Milchprodukte auf Komposthaufen entsorgt und die Biotonne geschlossen gehalten werden. Auch sollten abends keine Futterschälchen für Haustiere draußen stehen gelassen werden – jegliches Futterangebot lockt die Tiere an. Wer sie fangen will, muss Regeln beachten: Die Kreisverwaltung in Altenkirchen hat darauf hingewiesen, dass die Fallenjagd auf bebauten Grundstücken innerorts dem Jagdrecht unterliegt. Bei der Fallenjagd ist der Nachweis einer entsprechenden Fachkenntnis erforderlich und zu erbringen.

Waschbären stammen ursprünglich aus Nordamerika. 1934 wurden sie in Hessen erstmals in Deutschland ausgesetzt – ins Land gebracht wurden sie wegen der Pelzzucht. Seitdem breiten sie sich bei uns aus. Die Säugetiere werden 40 bis 70 Zentimeter groß (ohne Schwanz) und drei bis neun Kilogramm schwer. Sie sind in der Regel nicht aggressiv oder für den Menschen gefährlich. Dennoch warnt das rheinland-pfälzische Umweltministerium laut Deutscher Presse-Agentur vor dem Kontakt, um die mögliche Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. (rm)


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