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Nachricht vom 17.06.2020    

Träger bleiben vorsichtig, Sporthallen bleiben zu

Seit Ende Mai hatte es im Kreis Altenkirchen keine neuen Corona-Fälle gegeben. Am Dienstag (16. Juni) nun gab es mit zwei positiv Getesteten in der Verbandsgemeinde Kirchen Veränderungen in der Statistik. Nicht nur deshalb setzen die politisch Verantwortlichen im Kreis auf Vorsicht. Daran ändern auch lokale Entscheidungen nichts.

(Symbolbild: Pixabay)

Altenkirchen/Kreisgebiet. So bleiben Kreis und Verbandsgemeinden bei ihrer grundsätzlichen Position, die Sporthallen in ihrer Trägerschaft für den außerschulischen Sport erst zum Ende der Sommerferien Mitte August zu öffnen. An dieser Linie ändert auch der Beschluss des Verbandsgemeinderates Betzdorf-Gebhardshain nichts, die große Sporthalle an der Westerwaldschule zu öffnen. Das habe zwar für Irritationen gesorgt, bleibe aber eine lokale Entscheidung, heißt es aus der Kresiverwaltung.

„Wir haben uns in den letzten Wochen dazu immer wieder ausgetauscht, Argumente abgewogen und tun dies weiterhin: Kreisvorstand, Bürgermeister und die jeweiligen Fachabteilungen in den Verwaltungen. Die Entscheidung, die Hallen noch nicht zu öffnen, ist nicht aus dem Bauch heraus getroffen worden. Und diese Entscheidung missachtet auch nicht die Arbeit der Sportvereine, die sich natürlich eine andere Regelung wünschen und mit ihren Dachverbänden Konzepte erarbeitet haben. Aber am Ende sind es die Träger, die die Verantwortung übernehmen und für die Umsetzung und Einhaltung der Hygienekonzepte vor Ort sorgen müssen. Und das können wir eben nicht garantieren, auch wenn wir alle uns mehr Normalität wünschen“, unterstreicht Landrat Dr. Peter Enders.

Auch Schulsport weiterhin verboten
Für Enders „ist es auch schwer zu vermitteln, dass der Schulsport weiterhin verboten ist, der Vereinssport aber stattfinden soll, vor allem angesichts der Einschränkungen, mit denen die Schulen und damit auch die Familien ohnehin bereits klar kommen müssen.“ Offen bleibe auch die Frage, ob die durch den erhöhten Aerosol-Ausstoß gemäß Hygienekonzept des Landes nötigen Abstandsvorgaben von drei Metern beim Hallen-Sport jeweils eingehalten werden können. Zum Teil werden die Hallen derzeit außerdem noch als Ausweichräume für den Schulunterricht genutzt, um Abstandsregeln zu gewährleisten.

Der Weg zur Normalität gelinge nur mit vorsichtigen und langsamen Schritten und sei immer abhängig von lokalen Rahmenbedingungen. Enders macht deutlich: „Nicht jede Lockerung der Corona-Einschränkungen, die derzeit rechtlich möglich ist, lässt sich vor Ort umsetzen.“ Und: Das Infektionsrisiko bleibe. Es herrsche daher Konsens der sechs Bürgermeister der Verbandsgemeinden und des Kreisvorstandes, die Hallen noch nicht zu öffnen, um mögliche Corona-Übertragungen zu verhindern – zumal die meisten Hallen gewöhnlich ohnehin in den Sommerferien geschlossen bleiben, da Hausmeister Urlaub nehmen müssen, bauliche Unterhaltungsmaßnahmen ausgeführt werden oder die Grundreinigungen erfolgen.

Auch im Nachbarkreis Neuwied haben sich Kreis und Verbandsgemeinden sowie die Stadt Neuwied darauf verständigt, die Hallen noch nicht zu öffnen. Im Westerwaldkreis lässt der Kreis seine Hallen ebenfalls geschlossen, einzelne Verbands- und Ortsgemeinden sowie private Betreiber haben hier allerdings geöffnet. (PM)


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Kommentare zu: Träger bleiben vorsichtig, Sporthallen bleiben zu

1 Kommentar
Wenn Herr Dr. Enders die immer gleichen Argumente hier gebetsmühlenartig wiederholt, werden sie dadurch nicht richtiger. Recht hat er allerdings mit folgender Anmerkung:
„Nicht jede Lockerung der Corona-Einschränkungen, die derzeit rechtlich möglich ist, lässt sich vor Ort umsetzen.“
Aber genau das wurde ja nicht geprüft!

Wenn ein Mitarbeiter einer Verbandsgemeinde auf die Frage, ob man ihm das vorliegende Hygiene- und Sicherheitskonzept des jeweiligen Verbandes mal zusenden solle, antwortet, dass dies nicht erforderlich sei, solange nicht klar sei, dass die Hallen geöffnet werden, sagt das alles über die Grundlagen der gefassten Beschlüsse.

Auch wenn mir keine bekannt ist, bezweifle ich nicht, dass es Hallen gibt, die als Ausweichräume für Schulen genutzt werden müssen. Genauso mag es auch einzelne Hallen geben, in denen das jeweilige Sicherheitskonzept nicht umgesetzt werden kann. In diesen Fällen wird sich wohl auch niemand beschweren.
Ärgerlich ist, dass dies als Begründung genommen wird, den weit überwiegenden Teil der Hallen nicht zu öffnen, die diese Probleme nicht haben.

Die Präsidentin des Sportbundes Rheinland, Monika Sauer, hat die Träger der Hallen eindringlich und mit guten Gründen aufgefordert, die Hallen zu öffnen und diesmal eben auch in den Sommerferien geöffnet zu halten.
In der Vergangenheit hat man bewiesen, dass man den Ausfall eines Hausmeisters anderweitig kompensieren kann. Und man könnte auch fragen, warum eine etwaige Grundreinigung nicht schon in den letzten Wochen erfolgt ist, wo die Hallen ja leer waren.

Für eine fundierte Entscheidung bedarf es der Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten vor Ort unter Einbeziehung der Vereine bzw. der betroffenen Abteilungen unter Beachtung der dafür jeweils gültigen Sicherheitskonzepte. Unter Umständen muss man auch sportartspezifische Entscheidungen treffen.
Aber eine pauschale Entscheidung entbehrt in meinen Augen jeglicher sachlichen Grundlage.

Das Infektionsrisiko bleibt übrigens auch nach den Sommerferien. Solange es keinen Impfstoff und keine wirksamen Medikamente gibt, wird sich eine Infektion bei aller gebotenen Vorsicht und den besten Konzepten niemals völlig ausschließen lassen.
Auch wegen der derzeit extrem guten Infektionslage im Kreis ist diese Entscheidung keinem Sportler zu vermitteln. Was soll denn nach den Sommerferien anders oder besser sein?
Die Antwort auf diese Frage bleibt Herr Dr. Enders bislang schuldig.

Vorschlag zur Güte:
Die Hallen machen zum Beginn der Sommerferien wieder auf.
Dann verbleiben noch zweieinhalb Wochen, um die Umsetzung vor Ort zu prüfen, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, eine etwaige Grundreinigung vorzunehmen und die personelle Ausgestaltung zu regeln.
Und den Kindern und Eltern, die in diesem Jahr nicht in Urlaub fahren können, hätte man etwas Gutes getan.
Ich bin sicher, dass niemand dem Kreis und den Gemeinden diese Änderung verübeln würde. Im Gegenteil: Man würde es Ihnen danken!



#1 von Karsten Geis, am 18.06.2020 um 08:28 Uhr

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