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Nachricht vom 30.06.2020    

Wissenschaft entdeckt Oasen im Westerwald

GASTBEITRAG | Im Herzen der Kroppacher Schweiz interessieren sich Universitäten für die Bedeutung naturbelassener Gewässer und erforschen mit modernstem Aufwand das Verhalten der Fische im Fließgewässer und Fischzug sowie Insekten an der Großen Nister.

Fotos: Reinhard Panthel

Region. Angewandter Naturschutz ist meist Aufgabe ehrenamtlicher Kräfte. Manfred Fetthauer aus Stein-Wingert ist mit seiner vor 20 Jahren gegründeten ARGE Nister unermüdlich im Einsatz und findet auch in der Wissenschaft Anerkennung. Jetzt wird Naturschutz noch konkreter. Seit einigen Wochen läuft im Bereich Helmerother Mühle eine wissenschaftliche Studie über das Insektenvorkommen am Fließgewässer Nister. Betreut durch Mitarbeiter der Universität Koblenz/Landau. Ganz aktuell ist für die wissenschaftliche Forschung einer dänischen Universität im Bereich der Gemeinde Astert eine elektronische Zählanlage für Fische installiert worden. Hierdurch können Fischmengen und Wanderaktivitäten ermittelt werden.

Dieses Projekt wird begleitet vom Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung. Die gewonnenen Erkenntnisse interessieren natürlich ebenfalls die Universität Koblenz/Landau. Projektleiter Niels Jebsen von der Technischen Universitat Dänemark konnte sich auch in diesem Fall auf die Hilfe von Manfred Fetthauer verlassen. So wurde das passende Gelände des Flusslaufes ausgesucht. Mit beachtlichem technischem Gerät wird es nun möglich werden über einen längeren Zeitraum das Verhalten der Fische zu untersuchen. Dazu bedurfte es einige Fische mit kleinen implantierten Mini-Sendern zu bestücken. Somit wird jede Bewegung stromauf und stromab elektronisch registriert. Auch Fische die zum Laichen in die Nister zurückkehren, werden erfasst. Gleichzeitig gibt es somit auch eine Erfahrung darüber, inwieweit sich der Kormoran betätigt und den Fischbestand reduziert.



Das Kormoran-Vorkommen ist stets ein strittiges Thema zwischen Wissenschaft im Interesse des Erhalts von standorttreuen Fischen in den heimischen Fließgewässern und den Ornithologen. Sie empfinden den stetigen Zuzug des Kormorans als Bereicherung der Vogelwelt, während die Naturschützer, die die Fischgewässer vor dem Fischräuber zu schützen versuchen, in dem Kormoran einen Schädling sehen, der ohne natürliche Feinde hier eingefallen ist und großen Schaden anrichtet. Obwohl die angerichteten Schäden durch den Kormoran bekannt und dokumentiert sind, wehren sich ehrenamtliche Mitglieder der GNOR (Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie) vehement gegen behördlich erteilte Abschuss-Genehmigungen.

Die Große Nister ist bei Wissenschaftlern beliebt als Refugium für wissenschaftliche Untersuchungen. Erstens wegen der Wasserqualität und auch wegen den mineralhaltigen Böden. Deshalb läuft auch im Bereich der Hängebrücke an der Helmerother Mühle das Versuchsfeld der Insektenuntersuchung. Die aufgestellten Fangvorrichtungen werden regelmäßig kontrolliert. Jetzt bleibt nur noch zu wünschen, dass alle Spaziergänger mit darauf achten, dass diese angestrebten Untersuchungen nicht durch Vandalismus gefährdet werden. Reinhard Panthel


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