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Nachricht vom 03.07.2020    

Lockerer Start in Kita und Schule dank „Maskentrallala“

„Ich muss das Buch immer und immer wieder vorlesen“, lacht Anika Talhoff, die Leiterin der Kita Knolle Bolle in Kircheib, „Mama“ von Huse und Mitautorin des Buches „Maskentrallala“, und sie erklärt, warum ihr das Thema „Maske“ so wichtig ist.

Prusko & Talhoff mit Huse (Foto: privat)

Altenkirchen. „Als Leiterin einer Kindertagesstätte gehört es u.a. zu meinen Aufgaben mich mit dem Thema 'Gelungene Beziehungen' zu beschäftigen. In der Kita leisten wir Erzieher/innen intensive Beziehungsarbeit mit den uns anvertrauten Kindern. Die Instrumente, die wir hier nutzen, sind u.a. unsere Stimme, unsere Gestik und natürlich unsere Mimik. Ein freundlicher Ton, aus einem freundlich aussehenden Gesicht gibt den Kindern Sicherheit und trägt erheblich dazu bei, dass ein Kind sich in seiner Umgebung wohlfühlen kann. Ist ein Kind erst ganz neu in der Kita, bzw. in einer ihm fremden Umgebung oder Situation, holt es sich bei aufkeimender Unsicherheit immer wieder einen rückversichernden Blick in Mamas Gesicht. Lächelt Mama ihm dann aufmunternd zu, so weiß es unmittelbar: 'Alles ist gut! Ich kann vertrauen und mich neugierig auf die neue Situation einlassen.' Diese Rückversicherung benötigt das Kind, um sich sicher zu fühlen und um neue Erfahrungen und somit Entwicklung möglich zu machen. Der wichtigste und ausdruckstärkste Bereich für Mimik ist der Bereich unseres Gesichts zwischen Nase und Mund. Genau der Bereich, den wir momentan immer wieder hinter unseren „Masken“ vor den Kindern verbergen. Mir war es von Anfang an sehr wichtig, das Thema „Maske“ mit den Kindern aufzugreifen, um ihnen Ängste oder Unsicherheiten hiervor zu nehmen. Beim Besuch in der Wäller Buchhandlung in Altenkirchen traf ich mit meinen Masken-Gedanken auf die Kinderbuchautorin, Verlegerin und Inhaberin eben jener Buchhandlung Solveig Ariane Prusko und somentstand, kurzentschlossen und spontan, mit meiner Handpuppe namens Huse ein kleines Filmchen für Kinder, welches genau diese Thematik aufgriff.“

Auch Anja Hensel, Kita-Leiterin in Ruppichteroth, bestätigt über die Kreisgrenzen hinaus: „Das Buch ist wirklich gut gemacht. Sehr schöne Fotos und ein für Kinder verständlicher Text erklären die Maskenpflicht. Eine gute Unterstützung, damit Kinder diese für sie sehr beängstigende Situation besser verstehen können.“ „Das Buch ist total klasse, weil es diese Buchhandlung wirklich gibt! Die Kinder lieben dieses Buch auch und vor allem wegen Huse natürlich. Da wird das Masken-Tragen plötzlich zum entspannten Gesprächsthema und Hygieneregeln lassen sich viel besser vermitteln“, erläutert Tina Ramseger, Schulsekretärin in der Bürgermeister-Raiffeisen-Grundschule, Weyerbusch. Genauso lautet das Feedback von Dorothee Becker, Schulleiterin der privaten FEBA Grundschule in Altenkirchen: „Wir haben den Kindern am ersten Schultag mit Maskenpflicht zunächst den Film gezeigt. Die Kinder waren begeistert und wollten das Video wieder und wieder anschauen. Für unsere Lehrkräfte ein perfekt lockerer Einstieg ins Thema Hygieneregeln und Maskenpflicht in unserer Einrichtung. Film und Buch sind bestens geeignet, um den Kindern die Notwendigkeit des Maskentragens und die gesamte CoronaProblematik zu vermitteln!“

Inzwischen lesen auch Kinder zwischen drei und sieben Jahren in Bonn, Berlin, Köln und München, ja sogar in Österreich, Ungarn, England und Belgien das „Huse-Buch“. Die amerikanische Literatur-Agentur Adams Literacy war begeistert von dieser spontanen Neuerscheinung und hätte sich einerseits sehr gern die Lizenz einer American English Fassung für den US-Markt gesichert. Dann aber wurde den Literaturagenten schnell klar, dass die Produktion einer solchen Ausgabe in den USA derzeit nicht einmal binnen eines Jahres möglich wäre. „As quick as YOU were realizing such a book project … no chance, sorry. Unfortunately, we’ve to neglect. But great congrats to your performance. Great job!”, erntete der Fluterscher Cox Verlag unter Leitung von Maskentrallala-Mitautorin Solveig Ariane Prusko Komplimente von Tracey Adams, die die Lizenz aus Zeitgründen mit Bedauern ablehnte. Und es war und ist tatsächlich ein unglaublich rasantes Buchprojekt, ein tolles Gemeinschaftsprojekt in dieser anstrengenden, von Corona so sehr geprägten Zeit.

Es begann mit einem spontan gedrehten Video in der Wäller Buchhandlung in Altenkirchen am Welttag des Buches (23.04.2020). Kaum auf Facebook gestellt, schnellte es durchs soziale Netzwerk und erzielte über 4.000 Klicks innerhalb von 24 Stunden. Am nächsten Morgen meldete sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bei Solveig Prusko und gratulierte ihr zu diesem tollen Video, welches sogleich auch auf der Website des Börsenvereins platziert wurde. Weitere 2.000 Klicks später entwickelte die Autorin und Verlegerin die Idee, ein Buch zum Film(chen) zu machen.

Rasch wurden die Kosten eruiert. „Es war machbar, jedoch … Das Projekt hätte die letzten Ressourcen unseres kleinen Verlags verschlungen“, zweifelte Prusko. „Es sei denn … man bekäme Unterstützung.“ Diese Unterstützung lieferten initiativ Irmgard und Heijo Höfer (MdL), Stammkundenpaar der Wäller Buchhandlung. Heijo Höfer präsentierte das Projekt Fred Jüngerich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld. Gemeinsam brachten beide das Projekt in die VG-Ratssitzung. Hier erfolgte der einstimmige Beschluss, sämtliche Kitas und Grundschulen in der VG mit ausreichend Exemplaren des geplanten Buches auszustatten, vorausgesetzt, dass es zeitnah erscheine. Darüber hinaus engagierte sich die FEBA-Grundschule mit dem Erwerb von zehn Exemplaren, die dann auch erfolgreich beim Empfang der Zweitklässler nach der Corona-Pause eingesetzt wurden. Am 28. April 2020 wurden die Aufträge erteilt. Die Mediengestalterin Jessica Kortenhoff, die schon seit Jahren für den Cox Verlag tätig ist, erstellte in Windeseile das Layout aus Text und Fotos (Kim Armstrong), ehe die Datei am 4. Mai ans Grafische Centrum Cuno in Calbe (Saale) ging. Nun hieß es warten. Drei Wochen. Die können ganz schön lang sein, eben wenn man wartet. Anika Talhoff überbrückte diese Zeit mit verschiedensten Kurz-Videos von Huse. Pünktlich zum Erscheinungstermin am 25.05.2020 fuhr der LKW beim Cox Verlag vor und brachte die heiß ersehnte Palette mit der 1.000-Exemplaren-starken Auflage. Bei dieser Auflage solle es auch bleiben, informiert Solveig Ariane Prusko.

Wer noch ein Exemplar ergattern möchte, sollte sich beeilen – knapp 350 Exemplare sind noch übrig. Am 26. Mai fand eine kleine Feier – natürlich unter Einhaltung sämtlicher Hygieneregeln – in der Wäller Buchhandlung im Beisein von Irmgard und Heijo Höfer, Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt und Rolf Schmidt-Markoski, Erster Beigeordneter des VG-Rates Altenkirchen-Flammersfeld (in Vertretung von Fred Jüngerich) statt. Am 27. Mai übernahmen Anika Talhoff und Solveig Prusko höchstpersönlich die wunderbare Aufgabe, die 210 Bücher für die Kitas und Grundschulen im Rathaus abzuliefern (Foto), während Heijo Höfer in Mainz der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig als auch Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie jeweils ein signiertes Exemplar überreichte. Malu Dreyer äußerte sich in einem persönlichen Brief an die beiden Autorinnen sehr lobend über das Engagement und kreative Schaffen.

Am 11. Juni 2020 traten Prusko & Talhoff mit Huse sogar im Wäller Autokino auf. Die Kinder hatten einen Riesenspaß – die Autorinnen auch! Nun ist schon wieder gut ein Monat rum. Überall wird „gelockert“, aber zu locker sollten wir mit den Hygieneregeln und -maßnahmen (noch) nicht umgehen, wie jüngste Fälle zum Beispiel in Gütersloh zeigen. Umsicht, Vorsicht und zusammen stark sein – genau das ist nach wie vor immens wichtig, nicht nur in der Schule, sondern immer noch und überall, auch in den Ferien, die jetzt beginnen. Dieses besondere „Maskentrallala“-Projekt spiegelt aber auch wider, wie viel kreatives Potenzial während der bisher härtesten Corona-Wochen freigesetzt werden konnte, sondern auch, was alles gelingen kann, wenn man – besonders zu Krisenzeiten – zusammenhält und gemeinsam an einem Strang zieht. (PM)


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