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Nachricht vom 04.07.2020    

Kreisverkehr in Weyerbusch soll Verkehrssituation entspannen

Autofahrer, die in Weyerbusch von der L 276 (aus Richtung Flammersfeld) und von der K 24 (aus Richtung Werkhausen) in die B 8 einfahren wollen, können ein Lied von Wartezeiten singen. Die Geduld wird bisweilen auf eine harte Probe gestellt, ehe sie eine passende Lücke nutzen zu können. Mit einem Kreisverkehrsplatz könnte die Situation ein wenig ausgewogener gestaltet werden.

So ruhig ist es verkehrstechnisch gesehen selten an der Kreuzung der B 8 mit der L 276 und der K 24 in Weyerbusch. Rund 12.000 Fahrzeuge passieren täglich die Bundesstraße. (Foto: hak)

Weyerbusch. Die Zahl der fahrbaren Untersätze, die sich tagtäglich über die B 8 und durch Weyerbusch quält, ist schon gewaltig. "Rund 12.000", sagt Ortsbürgermeister Dietmar Winhold und schaut auf das ständige Vorbeihuschen von Pkws und Lkws, die es auf der "Hohen Straße" entweder gen Altenkirchen oder gen Hennef zieht. Und der Blick fällt auch auf diejenigen, die von der L 276 (aus Richtung Flammersfeld) und von der K 24 (aus Richtung Werkhausen), egal ob nach rechts oder nach links, auf die Bundesstraße auffahren wollen. Sehr oft ist eine gehörige Portion Geduld gefragt, ehe das Mitschwimmen im kaum versiegenden Strom des Querverkehrs überhaupt möglich wird. Abhilfe schaffen könnte ein Kreisverkehrsplatz. Dem Planungsentwurf stimmte der Ortsgemeinderat von Weyerbusch in seiner jüngsten Sitzung zu.

Nun ist der LBM am Zug
Das bedeutet: Der Ball liegt im Spielfeld des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Diez. "Nun können wir den Genehmigungsentwurf fertigstellen und das Baurechtsverfahren einleiten. Da sich der Grunderwerb in sehr engen Grenzen hält, gehe ich hier von einem einfachen Abstimmungsverfahren aus. Sofern das alles noch im Herbst abgeschlossen werden kann, könnte man bereits im nächsten Jahr an die Umsetzung gehen", erläutert Lutz Nink als LBM-Chef auf Anfrage des AK-Kuriers. Die Bauzeit sei überwiegend von der Verkehrsführung abhängig. "Wir haben uns damit natürlich noch nicht beschäftigt, aber über den Daumen würde ich sagen: eine Bauperiode von Frühjahr bis Herbst. Das bedeutet, dass wir erst in 2022 bauen, sollte es nicht machbar sein, mit dem Projekt im zeitigen Frühjahr zu beginnen, da wir sonst nach hinten raus in den Winter kommen würden", ergänzt er. Aktuell gibt Nink die voraussichtlichen Kosten mit "grob geschätzten" rund 800.000 Euro an, "hier muss man dazu sagen, dass Kostenschätzungen derzeit schwer zu erstellen sind, da die Preise zum Teil sehr erheblich schwanken".

Innenbereich selbst gestalten?
Nach Auskunft von Winhold beträgt der Durchmesser des kompletten Kreisverkehrsplatzes 30 Meter, die "Insel" in der Mitte bringt es auf 14 Meter. Auf die wird sich sein Augenmerk besonders richten. "Es ist gut möglich, dass wir die Gestaltung in Eigenregie umsetzen, die Pflege wird machbar sein", überlegt er und weiß, dass es für die Übernahme eine einmalige Entschädigung vom Bund gibt. Wie sich letztendlich der innere Kreis, sollte die Ortsgemeinde die "Patenschaft" übernehmen, präsentieren wird, lässt Winhold offen. Ideen habe er schon einige, die er jedoch lediglich andeutet. Ob mit Wappen oder ohne, ob mit Wasser oder ohne - letztendlich könnten die Einwohner an dem Prozess beteiligt werden. Auch nach Umgestaltung des Kreuzungsbereichs von Raiffeisen-, Kanal- und Kölner Straße bleiben die Radwege, die sich entlang der B 8 hinziehen, erhalten. Grünflächen jeweils zwischen den vier Zu- und Abbringern ergänzen das Ensemble, dessen derzeit die Fahrbahnen trennende Pflanzbeete in abgespeckter (verkürzter) Form übernommen werden.

Am Nadelöhr tut sich etwas
Grundsätzlich ist Winhold froh, dass sich an diesem Nadelöhr etwas tut. Der Kreuzungsverkehr werde vor allem morgens und ab Nachmittag übersichtlicher, sagt er, "das Problem des 'Rauskommens' bei dem ,Betrieb ohne Ende' kleiner. Man darf den Verkehr auf der Achse Neuwied-Flammersfeld-Weyerbusch-Leuscheid nicht unterschätzen." Vielleicht hilft die Umgestaltung zudem, das Abkürzen durch die Straßen der Gemeinde ein wenig zu reduzieren. Parallel rückt der zweite große, viel genutzte Kreuzungsbereich, nämlich der B 8 mit der L 276 (Ecke Gilgens Bäckerei), ebenfalls in den Blick. Der Ausbau zu einem Rondell bietet sich nach Winhold Darstellung jedoch nicht an, weil das Areal viel enger ist. "Das wird knapp. Die Verkehrsinseln sollen in der Breite ein wenig zurückgebaut werden. Das hilft", berichtet er. Dass Weyerbusch auch einen enormen Zuspruch aus dem Leuscheider Gebiet erfahre, liege wohl an der guten Infrastruktur. "Schule, Kita, Ärzte, Apotheken, Sportanlagen, Einkaufsmöglichkeiten - alles ist vorhanden", weiß Winhold. Unterdessen ist Weyerbusch an seine Grenzen gestoßen. Freie Grundstücke gibt es nicht, "wir müssen uns bald mit einem neuen Baugebiet beschäftigen. Die Attraktivität unserer Gemeinde scheint hoch zu sein". Es sei gut, wenn sich junge Familien ansiedelten, um einen Gegengewicht zur älteren Generation zu schaffen.

Ortsumgehung im Hinterkopf
Über sämtlichen Überlegungen schwebt natürlich noch die Möglichkeit, dass Weyerbusch eine Ortsumgehung bekommt. Nicht heute, nicht morgen und auch nicht übermorgen. Es gibt eine Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Ralph Hassel, die sich mit diesem Thema befasst und der Ratsmitglieder als auch "normale" Einwohner angehören. Zwei Varianten sind grob ins Auge gefasst. Leicht im Vorteil scheint die südliche (links der B 8 aus Fahrtrichtung Altenkirchen). Wie sich eine solche Umfahrung auswirke, könne niemand sagen. "Was passiert mit dem Einzelhandel?", fragt Winhold, wohl wissend, dass Weyerbusch "mit der B 8 und von der B 8 lebt". (hak)


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