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Nachricht vom 05.07.2020    

Altenkirchener Schützen halten trotz Corona an Tradition fest

Obwohl das Schützenfest in Altenkirchen wie in so vielen anderen Orten 2020 wegen der Corona-Pandemie ausfällt, trafen sich zahlreiche Mitglieder der Schützengesellschaft am Samstag, 4. Juli, im Schützenhaus. Sie gedachten wie in jedem Jahr gemeinsam der Gefallenen und Verstorbenen am Ehrenmal. Schützenmeister Jens Gibhardt legte einen Kranz nieder.

Der Kranz der Altenkirchener Schützen am Ehrenmal (Fotos: kkö)

Altenkirchen. Die Stimmung war nicht nur wegen des Anlasses gedrückt – musste doch, neben vielen anderen, auch das Schützenfest in der Kreisstadt abgesagt werden. Dies schmerzt die Mitglieder der Schützengesellschaft Altenkirchen besonders, hätte man doch in diesem Jahr das 175-jährige Bestehen feiern wollen. Die Majestäten bleiben bis zum nächsten Jahr in Amt und Würden.

Die zahlreich erschienenen Schützinnen und Schützen marschierten vom Schützenhaus zum Ehrenmal. Dort ließ Hauptmann Jesko Wentzien die Schützen antreten und die Vertreter beider Kirchen sprachen Gebete. Beide gingen darauf ein, dass es auch 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch oder wieder Grund zur Sorge gebe. Rassismus und Hass dürfen in unserem Land und in Europa keinen Platz mehr haben, so die Geistlichen. Auch Schützenmeister Jens Gibhardt gab zu Bedenken, dass die Tatsache, „dass wir in einem Europa leben, in dem seit 75 Jahren Frieden herrsche“, kein „Selbstläufer“ sei. „Wir müssen den Frieden und das gemeinsame Europa bewahren. Nationalismus hat hier keinen Platz“, betonte Gibhardt.

Neben den Schützen waren auch Landrat Dr. Peter Enders, Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt sowie für die Verbandsgemeinde der zweite Beigeordnete Rainer Düngen erschienen. Alle drei gingen in ihren kurzen Reden darauf ein, dass das Erinnern und Gedenken wichtige Voraussetzung für die Gestaltung der Zukunft sei. Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft, so das Credo der Reden. Düngen zitierte einen Satz, den er zum 20. Jubiläum der Partnerschaft mit Olszanka sagte: „Lasst uns gute Patrioten, aber niemals Nationalisten sein“. Dieser Satz habe auch heute seine Gültigkeit, so Düngen. Die Zeremonie wurde von zwei Musikern der Stadtkapelle Betzdorf umrahmt. (kkö)



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