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Nachricht vom 06.07.2020    

Umbenennung vor 50 Jahren: Als Katzwinkel noch Nochen hieß

Von Katharina Behner

Heute heißt die kleine Gemeinde im nördlichen Rheinland Pfalz Katzwinkel (Sieg). Dies war jedoch nicht immer so, denn in früheren Zeiten muss das Kleinod Nochen einmal eine „Metropole“ im damaligen Sinne für die hiesige Gegend gewesen sein. Dies erklärt wohl auch, dass Nochen der Gemeinde früher den Namen gab. Aufzeichnungen belegen zur Ersterwähnung im Jahr 1557 die Ansiedlung von bereits drei Herrschaftshöfen. Am 1. Juli vor 50 Jahren wurde die Gemeinde Nochen dann umbenannt in Gemeinde Katzwinkel (Sieg).

So verwunschen wie das Hinweisschild im Bröhltal die Richtung nach Nochen anzeigt, liegt die kleine Ortschaft eingebettet mitten in der Natur. (Foto: KathaBe)

Katzwinkel. Obwohl der damalige Weiler Katzwinkel schon 1493 und Nochen erst 1557 erwähnt wurde, stellte das schöne Nochen dennoch bis zum Jahr 1970 den Namen der Gemarkung und später Gemeinde. Dies mag daran gelegen haben, dass bei der Ersterwähnung bereits drei Höfe in Nochen (bis 1780 erwähnt als Nochen und Oberst Nochen) vorhanden waren und damit die Siedlung größer war als Katzwinkel mit zwei und auch Elkhausen mit einem Hof.

Die „Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz“ von 1830 erläutert zur Gemeinde Nochen: Mit damals 479 Einwohnern besteht sie aus den Weilern, Höfen, Häusern und Mühlen: Alteweyer, Bornhahn, Bracht, Buchen, Büschen, Bohmberg, Ebertsseiffen, Euelen, Fähringen, Halsenthal, Hassel, Hellkausen, Hönningen, Hecken, Kalteiche, Katzwinkel, Linden, Mäuswinkel, Neurohm, Oetgesborn, Porzhardt, Reiffenrath, Scheuren, Schönborn, Steeg, Stockschladen und Völzen.

Nochen gehörte bis 1950 genauso wie Hövels, Holschbach, Birken und Bruchen als Bezirksgemeinde zur Gesamtgemeinde Wissen rechts der Sieg, welche politisch eigenständig war, genauso wie Wissen links der Sieg.

1950 wurde in Wissen der Beschluss gefasst, die Gesamtgemeinde Wissen rechts der Sieg und auch Wissen links der Sieg aufzulösen. Aus den ehemaligen Bezirksgemeinden wurden damit selbstständige Gemeinden, so auch Nochen. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1952 trat dies in Kraft und am 21. November 1952 fand die konstituierende Sitzung der nun selbständigen Gemeinde Nochen statt. Aloys Zöller aus Katzwinkel, der als Betriebsleiter der Grube Vereinigung tätig war, wurde der erste Bürgermeister.

Auch gab es zu diesem Zeitpunkt eine Abstimmung darüber, ob man in der Gemeinde zum Amtsbezirk Wissen oder Betzdorf gehören wolle. Letztendlich fiel die Entscheidung auf Wissen.

Warum wurde die Gemeinde umbenannt?
Die Entwicklung der Höfe und Weiler hatte in den Zeiten seit 1750 nicht halt gemacht. So besonders in Katzwinkel und Elkhausen. Die beiden Orte boten in der Neuzeit Kirchen, Schulen und Geschäfte. Die Siedlungen wurden größer und die Grube „Vereinigung“ sorgte dafür, dass Katzwinkel zu einem Industrieort wurde und zeitweise über 700 Menschen Lohn und Arbeit gab. Auch wenn die Grube am 30. Juli 1963 aufgrund erschöpfter Lagerstätten geschlossen wurde, war Katzwinkel nun der Ort in der Gemeinde geworden mit den meisten Häusern und Einwohnern, öffentlichen Einrichtungen, Arbeitgebern und Vereinen. Hieraus lässt sich sicherlich ableiten, warum dann die Namensänderung der Gemeinde Nochen auf Gemeinde Katzwinkel (Sieg) am 1. Juli 1970 vollzogen wurde.




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Als einziger lebender Zeitzeuge war Altbürgermeister und heute Vorsitzender des Dorfgemeinschaftsvereins, Ernst Dornhoff, in der Beschlusssitzung anwesend. Mit damals jungen 29 Jahren war der heute 80-Jährige erstmals in den neuen Rat gewählt worden und traf die einstimmige Entscheidung für den neuen Namen der Gemeinde mit.

„Nochen fand man schon immer toll“
Im Jahr 2007 feierte der kleine Ort Nochen in der Gemeinde Katzwinkel (Sieg) sein 450-jähriges Bestehen mit einem Fest, zu dem der damalige Ministerpräsident von Rheinland Pfalz, Kurt Beck, in einem Schreiben über seine Minister Grußworte sendete, weiß Holger Samrowski aus Nochen zu berichten.

Die über 80-jährige Mathilde Leis, die 1969 nach Nochen auf dem ältesten und größten Hof einheiratete, kann sich an nichts Besonderes zur Namensänderung der Gemeinde erinnern. Es muss also recht unspektakulär über die Bühne gegangen sein.

Fragt man die Bewohner der kleinen Ortschaft mit rund einem halben Duzend Häusern, warum wohl Nochen einst den Gemeindenamen gab, sind sich die Gefragten einig: „Weil man Nochen schon immer toll fand“. Und richtig: Der kleine Ort ist sicher mit eines der schönsten und ruhigsten Kleinode mit Idylle pur in der Gemeinde, die den Namen Katzwinkel (Sieg) jetzt seit 50 Jahren trägt. (KathaBe)


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