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Nachricht vom 09.07.2020    

Stadthalle Betzdorf: Biergarten öffnet mit neuartigem Konzept

Mit einem neuartigen Konzept, das auf Partner(-firmen) setzt, geht es nun erstmals in der Pandemie mit dem Biergarten an der Stadthalle Betzdorf weiter: Bei einem Pressegespräch am Mittwoch (8. Juli) wurde das Konzept vorgestellt. Am Samstag, 18. Juli, wird der Biergarten dann erstmals in diesem Jahr seine Pforten aufsperren. Danach und noch bis Ende September an drei Tage in der Woche – freitags und samstags von 16 bis 22 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr.

An der Ausgabehütte im Biergarten, der nun öffnen wird, stellten sich Benjamin Geldsetzer (5. von links) und Christoph Düber (4. von links) mit den weiteren Teilnehmern am Pressegespräch auf. Foto: (tt)

Betzdorf. Biergartentauglich und lauschig war das Wetter noch nicht so recht, als Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer zum Pressegespräch im großen Saal der Stadthalle Betzdorf begrüßte. Der Biergarten stand dennoch mit Mittelpunkt, als das Betzdorfer Stadtoberhaupt gemeinsam mit Christoph Düber vom Stadthallenmanagement (Okay-Veranstaltungen, Herdorf) und im Beisein von Vertretern einiger Partnerfirmen das neuartige Konzept vorstellten. Los geht es dann am Samstag, 18. Juli. Danach wird der Biergarten an der Stadthalle immer freitags, samstags und sonntags geöffnet haben.

Die vergangenen Wochen und Monate seien eine große Herausforderung für Industrie und Handel gewesen, leitete der Stadtbürgermeister ein, der auch herausstellte: „Die Gastronomie in unserer Ecke ist auch ganz stark gebeutelt.“ Pächter des Stadthallenrestaurants war bislang Stephan Metzger, der vis-á-vis zur Stadthalle die Gaststätte „Zur Post“ betreibt. Seit 2019 war der Gastronom zusätzlich auch im Restaurant der Stadthalle tätig. Es sei ein sensationell gutes Jahr gewesen, blickte Geldsetzer zurück: „Es hat super funktioniert.“ Dann kam Corona. Geldsetzer erinnerte an den 13. März, als er selbst verkünden musste, dass die Stadthalle zunächst zu bleiben muss.

„Wir gehen in Frieden auseinander“
Große Familienfeiern, Firmenfeiern und Hochzeiten seien abgesagt worden, berichtete Geldsetzer, und das sei ein wichtiges Geschäft in der Stadthalle. Wenn alles seinen gewohnten Gang genommen hätte, wäre der Pachtvertrag zum 1. Juli verlängert worden, verdeutlichte der Stadtbürgermeister. Gastronom Stephan Metzger sei auf die Stadt zugegangen und habe mitgeteilt, dass er sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren möchte, die Gaststätte „Zur Post“. Metzger habe bewiesen, dass er auf „sehr hohem Niveau“ das Stadthallenrestaurant bewirtschaften könne, sagte Geldsetzer, und weiter: Ende Juni gab es den Auflösungsvertrag. Die Politik sei über die Fraktionssprechern darüber informiert. „Wir gehen in Frieden auseinander“, unterstrich Geldsetzer, der sein Verständnis zeigte.

Okay-Veranstaltungen (Herdorf), in dessen Händen das Stadthallenmanagement liegt, sei in die Presche gesprungen, hob er hervor: „Es soll ja einen Jahrhundert-Sommer geben, und es soll heiß werden.“ Da hätten die Menschen auch Durst, leitete Geldsetzer zum „neuartigen Konzept“ über. Für dieses holte man sich unterschiedliche Partner hinzu. Die Stadthalle sei die gute Stube in Betzdorf, die man am Laufen haben müsse. Es wurde dafür auch Gisela Schmidt, die eigentlich schon im Ruhestand ist und ein bekanntes Gesicht beim Service der Stadthalle ist, wieder aktiviert, wie Geldsetzer lobend hervor hob. „Ich unterstütze euch, das wird richtig gut werden“, sagte Schmidt.

Schwierige Suche nach Nachfolger in Coronazeiten
„Als Stadthallenmanagement ist es unsere Aufgabe bei einem Pächterwechsel schnell zu reagieren“, sagte Christoph Düber, der einräumte: „Es ist momentan nicht die Zeit einen Nachfolger zu suchen.“ Jeder Gastronom sei vorsichtig mit neuen Verträgen. Er erinnerte, dass man das Konzept Partnerfirmen bereits bei der Genusswerkstatt in Haiger praktiziere. Die Erfahrungen, die man dort gemacht habe, könne man hier nun schnell umsetzen. So hat man sich Catering-Unternehmen gesucht, sagte Düber, der an das Anmieten von großem Saal, Barbarasaal und Restaurant erinnerte – aber: aktuell nur für nichtöffentliche Veranstaltungen. Auch Partner für das Geschirr sind dabei: Der Geschirrlieferant bringt nur noch das Porzellan und Besteck vorbei und holt es wieder ab, skizzierte Düber. „Wir sind kein Gastronom, der kochen kann“, sagte Geldsetzer: „Wir suchen und Partner, die es können.“

Auf dem Weg zur Eröffnung des Biergartens war die Hachenburger Brauerei der erste Ansprechpartner, hieß es. Dem Vernehmen nach bringt sich das Westerwälder Unternehmen mit Manpower und Material ein, aber auch mit Sonderaktionen. Metzgermeister Dirk Schmidt aus Daaden kümmert sich um die Grillstation im Biergarten. Nur sonntags – der Biergarten wird ja auch freitags und samstags geöffnet haben – wird die Creperie Knie aus Hachenburg diese leckere Gaumenfreude backen. Mit von der Partie ist zum Beispiel das Geschäft Tretmühle aus Betzdorf, das eine Stromladestation für E-Bikes einrichten will, teilte Düber weiter mit. Zweirad Neubold aus Herdorf wird sich mit einem Service für Motorradfahrer einbringen. Biker, Wanderer und Fahrradfahrer seien wichtige Gäste, sagte Düber. Nach seinen Worten möchte man einen Rundumservice schaffen. Von den Partnern würden Sonderaktionen angeboten, was frühzeitig angekündigt werden soll. Exemplarisch erwähnte Düber Stichworte wie Spareribs und Gutscheine für den Ölwechsel beim Motorrad. Zum Beispiel einen schönen Eingang soll vom Deko-Haus Herdorf arrangiert werden.



Biergarten nach süddeutscher Art
Es soll ein Biergarten nach süddeutscher Art werden, führte Stadtbürgermeister Geldsetzer an. An einer Ausgabehütte auf dem Gelände wird es auch gezapften Gerstensaft geben, Pils und Weizen. Darum wird sich Okay-Veranstaltungen kümmern. Der Gast muss sich registrieren lassen, und natürlich wird es Stationen mit Desinfektionsmittel geben. Auch im Biergarten an der Heller wird es an den Ausgaben die bekannte Plexiglasscheibe geben. Die Bedienungen werden Mund-Nase-Schutz tragen. Das Hygienekonzept sei mit dem örtlichen Ordnungsamt abgesprochen, stellte Düber heraus. Es soll einfach und attraktiv gehalten werden, hieß es. Anmelden muss man sich nicht, Voranmeldungen sind jedoch erwünscht. „Man merkt, hier hat man sich Gedanken gemacht“, konstatierte Stadtbürgermeister Geldsetzer, was Düber ergänzte: „Vor allem schnell.“

Brauereigeschäftsführer Jens Geimer hob drei Gründe heraus, die für die Stadthalle sprechen würden: Zu einen seien es nette und freundliche Leute, zum anderen sei die Einrichtung vor einiger Zeit toll renoviert worden. Als drittes Stichwort nannte er Fairness: „Es ist bislang immer alles sehr fair abgelaufen.“ Die Gastronomie laufe noch nicht auf vollen Touren, und Verein würden sich nur eingeschränkt treffen, sagte Geschäftsführer Geimer und spannte den Bogen zum Verkauf des Gerstensaftes: Der Biergarten sei eine gute Idee, mit relativ wenigen Mitteln etwas umzusetzen. Nun hoffe man auf gutes Wetter. Im Biergarten habe man viel Platz, sagte Düber und erwähnte die Zehner-Regelung an Tischen. Das Angebot werde man eher klein halten, sagte Metzger Schmidt. Es werde etwas werden, das mit der Hand aus der Serviette verzehrt werden könne. Ein Steak, eine Bratwurst oder auch Laugenbrezeln. Ein kleiner Snack, aber nicht Schnitzel mit Pommes und Salat, schilderte der Metzgermeister.

Wenn es gut einschlägt, dann könne man sich vorstellen, dass es weitergeführt wird, ließ das Stadtoberhaupt Geldsetzer anklingen. Wenn nicht Corona gekommen wäre, hätte Stefan Metzger im Stadthallenrestaurant weiter gemacht, sagte Geldsetzer: Im Februar sei definitiv klar gewesen, dass er weitermachen werde. Am 1. Juli wäre der Vertrag verlängert worden. Das Stadtoberhaupt gab noch etwas weiter, um das ihn Stefan Metzger weiter: Die für die Stadthalle erworbenen Gutscheinen können bei ihm (Metzger) eingelöst werden. Düber berichtete, dass man dabei sei, für die Kegelbahnen in der Hellerklausel noch ein Konzept zu erarbeiten. Die Öffnungszeiten des Biergartens an der Stadthalle: freitags und samstags von 16 bis 22 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr. (tt)


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