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Nachricht vom 09.07.2020    

51. Jahrmarkt der katholischen Jugend Wissen einmal anders

Wenn das Jahrmarktsgremium, das Leitungsteam des Jahrmarkts der katholischen Jugend, all diejenigen, die einen Stand oder eine Aktion des Jahrmarkts leiten wollen, zum Verantwortlichen-Treff ins Jahrmarktshaus einlädt, um über das zu unterstützende Projekt abzustimmen und in die inhaltliche Planung einzusteigen, dann wird es dort für gewöhnlich sehr eng.

(Archivfoto: Paul-Jörg Steinke)

Wissen. So wäre es auch am vergangenen Montag gewesen, als ca. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einladung folgten. Der allgemein bekannten Umstände halber musste dieses Treffen aber in diesem Jahr im Kulturwerk stattfinden. Dort konnten die notwendigen Abstände eingehalten werden.

Zuletzt hatten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Januar getroffen. Damals wurde eine Vielzahl von Ideen zur Zukunft des Jahrmarkts entwickelt, die aber infolge des Lockdowns zunächst auf Eis gelegt werden mussten. So war man darüber erfreut, sich nach einem halben Jahr endlich noch einmal zu treffen, wenn auch in dieser ungewohnten Lokalität. Johannes Bender, Mitglied des Jahrmarktsgremiums, erläuterte die Thematik des Treffens: Mit welchen Aktionen können wir im Herbst den Jahrmarkt lebendig bleiben lassen? Welches Entwicklungsprojekt können wir unter den gegebenen Umständen unterstützen?

Nicht zur Debatte stand bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wille, am eigentlichen Jahrmarktswochenende irgendwie in Erscheinung zu treten. Obwohl mehrere Anträge auf Förderung durch den 51. Jahrmarkt in schriftlicher Form eingegangen waren, beschränkte sich die detaillierte Vorstellung während des Verantwortlichen-Treffs jedoch lediglich auf ein Projekt, eingereicht von Missio, Aachen. Es war das einzige Projekt, das in diesem Jahr von einem Missio-Mitarbeiter vor dem Lockdown noch im Jahrmarktshaus vorgestellt und folglich diskutiert und inhaltlich umfassend abgeklärt werden konnte. Die übrigen Antragsteller wurden darüber informiert, dass ihre Anträge im nächsten Jahr bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Gremiumsmitglied Julia Bender stellte das Missio-Projekt unter dem Arbeitstitel „Ein sicherer Ort für Frauen und Mädchen in Nordostindien“ vor. Dabei geht es um den Bau eines Wohn-, Transit- und Ausbildungshauses für indigene Frauen und junge Mädchen in der Stadt Guwahati in Assam. Bei diesen Frauen und Mädchen handelt es sich um Arbeitskräfte, die in den Teegärten sozial und wirtschaftlich ausgebeutet werden. Die wirtschaftliche Not treibt viele in die Städte, wo sie Gefahr laufen, Opfer von Menschenhändlern zu werden, die sie mit dem Versprechen auf eine gute Arbeitsstelle betrügen, sie an Bordelle verkaufen oder für den Organhandel ausnutzen.




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Im Center for Development Initiatives (CDI) in Guwahati nimmt sich eine Schwesternkongregation, die bereits seit Jahren auf die Arbeit mit der indigenen Bevölkerung spezialisiert ist, ihrer an. In dem geplanten Haus sollen Frauen und Mädchen aufgefangen werden und Rehabilitation erhalten, die schlimmste Erfahrungen mit Menschenhändlern gemacht haben. Es soll Wohnheim sein für Frauen und Mädchen, die Opfer häuslicher Gewalt oder sexuellen Missbrauchs wurden. Frauen und Mädchen, die auf dem Weg in die Städte sind, sollen im Haus Schutz finden und dabei über die Gefahren des Menschenhandels aufgeklärt werden. Außerdem sollen Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen oder ohne Arbeit in dem Haus eine Ausbildung erhalten. Und schließlich gehören zum Programm des CDI ein juristisches Beratungsangebot, das die Frauen und Mädchen über ihre Rechte informiert, sowie auf Wunsch ganz konkreter Rechtsbeistand.

Geschlossen stimmten die anwesenden Jahrmarktsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter dem Projektvorschlag zu, auch wenn abzusehen ist, dass der Bau dieses Hauses in diesem Jahr sicherlich nur mit einem vergleichsweise kleinen Erlös gefördert werden kann, vielleicht z.B. nur für den Bau einiger Räume. Um sich dennoch in diesem Rahmen an der Finanzierung des Hausbaus zu beteiligen und in Wissen auch in diesem Jahr trotz der Einschränkungen am 3. und 4. Oktober ein wenig Jahrmarktsatmosphäre aufkommen zu lassen, wurden viele Ideen entwickelt, die nun in Bezug auf ihre Umsetzbarkeit genau überdacht werden müssen. Eines aber ist gewiss: Etwas Jahrmarkt wird es auch 2020 geben. (PM)



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