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Nachricht vom 14.07.2020    

„Show der sanften Riesen“ bei der Shire Connection Schönborn

Die Shire Horses gelten als die größte Pferderasse der Welt. Als einzige diesjährige Zuchtschau der sanften Riesen fand am Samstag (11. Juli) eine Kombination aus Schau und Seminar „Pimp my Shire“ auf dem Hof Schönborn in Katzwinkel bei der Shire Connection statt. Wenn auch ohne Zuschauer, war dies eine gelungene Veranstaltung für Einsteiger und Profis gleichermaßen.

Jennifer Hermann mit ihrer erst zweijährigen Stute „Zoe“. Zoe wurde wenige Tage nach der 2018 im Ort statt gefundenen 525-Jahr-Feier, bei der die Shire Connection mitwirkte geboren. Die junge Hübsche wurde nach dem damals durchziehenden Wettertief benannt. (Fotos: KathaBe)

Katzwinkel. In diesem Jahr fielen und fallen alle weiteren geplanten Zuchtschauen der Shire Horse-Pferde sowohl in England, wo der Zuchtverband der Riesen seinen Sitz hat, als auch in Deutschland aus. Alles abgesagt aufgrund der Corona-Pandemie. Normal wären Jennifer Hermann und Patrick Lange aus Katzwinkel von der Shire Horse Connection Schönborn bereits im März dieses Jahres wieder zur „SpringShow“ nach England unterwegs gewesen. Doch es kam anders.

So planten die Beiden gemeinsam mit ihrem rund zehnköpfigen Team in den letzten Wochen eine etwas kleinere Show und koppelten diese mit einem Seminar „Pimp my Shire“ (übersetzt etwa: „aufhübschen“). Unter Beachtung der sich stetig ändernden Corona-Richtlinien, stimmten sie sich mit den entsprechenden Ämtern und dem Zuchtverband ab und tatsächlich konnte der Event im kleinen Rahmen, wenn auch ohne Zuschauer, am Samstag (11. Juli) stattfinden.

Jennifer Hermann (Zweite Vertreterin des Deutschen Shire Horses Vereins) und Patrick Lange, schon immer pferdebegeistert, lernten etwa 1998 Shire Horses kennen und lieben. Seitdem beschäftigen sie sich intensiv mit diesen Pferden und verbringen neben ihrer Berufstätigkeit jede freie Minute mit ihnen. Auf ihrem Hof Schönborn in Katzwinkel stehen zur Zeit ein gekörter Shire Horses Deckhengst, mehrere Stuten und Jungpferde. Der Hengst hat bereits deutschland- und europaweit viele Nachkommen.

Gäste sogar aus der Schweiz
Insgesamt rund 50 Pferdebegeisterte mit 29 der sanften Riesen aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz machten sich für dieses Wochenende auf den Weg in das kleine Katzwinkel. Da das Wetter mitspielte, konnten die Teilnehmer direkt am Morgen im Freien in die Praxis einsteigen und es wurde mit Showvorbereitungs- und traditionellen Einflechtpräsentationen direkt am eigenen Shire Horse geübt. Der Schmuck der Mähne und des Schweifs, typisch englisch gestaltet, hat eine jahrhundertlange Tradition. Fragen rund um Haltung, Pflege, Fütterung, Zucht und Papiere wurden ebenso beantwortet und es gab auch die Möglichkeit sich Tipps von showerfahrenen Profis zu holen.

Ohne Leiter geht beim Einflechten und Schmücken der Mähne kaum etwas. Denn die alte englische Kaltblutrasse der Shire Horse gilt mit einem durchschnittlichen Stockmaß von 178 cm als die größte Pferderasse der Welt. Früher einmal als reine Arbeits- und Kutschpferde gezüchtet, wird heute auf Vielseitigkeit gezählt, berichtet Patrick Lange. Bisher eher unüblich ist die Verwendung als Reitpferd. Doch in den letzten Jahren bringt die Zucht ausgesprochen langbeinige und vielseitige Freizeitpferde hervor, die bewegungsfreudig und agil sind. Für die Shire Horses gibt es in Deutschland kein Zuchtbuch. Will man also seinen Nachwuchs eintragen und auch einen Equidenpass (Pferdepass) ausstellen lassen, geschieht dies in England mittels an die Shire Horse Society zugesandter „Geburtsurkunde“ des Pferdes.



Verleihung des „Silver Spoon“ – Queen ist Schirmherrin
Die Zuchtshow selbst, die am Nachmittag startetes war wie immer bei solchen Vorführungen eine sehr stilvolle Angelegenheit. Richter Theo Bungard aus Euskirchen trug Sakko und Melone. Er ist einer der nur zwei zugelassenen Richter für Shire Horses in Deutschland. Selbst langjähriger Züchter, hat er ein besonderes Auge für die Rasse und gibt zudem Tipps an die Pferdehalter, auch wie sie ihre Riesen noch besser in Szene setzen können. Dafür blieb an diesem Tag aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl mehr Zeit – bei klassischen Zuchtschauen ist dies sonst nicht üblich. „Wenn er nach der Präsentation die Pferde in Augenschein genommen hat und seine Melone zückt, bedeutet dies: ‚Die Entscheidung ist gefallen!‘“, berichtet Boris Halter, Pressesprecher des Deutschen Shire Horse e.V..

Verliehen wurde unter anderen der sogenannte „Silver Spoon“-Preis. Der Silver Spoon wird nur einmal im Jahr von der Shire Horse Society England verliehen. Für die Show in Katzwinkel, die in diesem Jahr die einzige sowohl in Deutschland als auch in England darstellen wird, wurde der Silver Spoon eigens aus England für den bestplatzierten Hengst und die bestplatzierte Stute angefordert. Diese Auszeichnung kommt quasi direkt von der Queen höchstpersönlich, denn sie ist die Schirmherrin des 1878 in England gegründeten Verbandes Shire Horse Society, zudem Schutzpatronin der Rasse. In den 1950er und 1960er Jahren war die Rasse der überwiegend als Arbeitspferd genutzten Shire Horse vom Aussterben bedroht, u.a. weil die Landwirtschaft immer mehr mechanisiert und damit die Kaltblüter weniger gebraucht wurden. Das Königshaus in England war schon immer in die Zucht involviert und nur der Enthusiasmus von Züchtern rettete die Existenz der Rasse.

Gekört wurden am Samstag (11. Juli) Jungpferde, Wallache, Hengsten, Stute und die Seniorklasse bis in den frühen Abend. Eine Übersicht der gekörten Shire Horse aus den verschiedenen Klassen ist dem Artikel bei den weiteren Bildern beigefügt. Jenny Hermann und Patrick Lange bedanken sich herzlich bei den vielen jungen Helfern, die alle aus der hiesigen Umgebung kommen und mithalfen, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg für alle wurde.

Wer sich einmal einen Eindruck über die Shire Horse verschaffen möchte, kann sich hier über die Shire Connection Schönborn informieren: www.trio-classico.de. (KathaBe)


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